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Vermögen in EkSt auf geparktes Darlehn


04.07.2007 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Hallo,
durch einen nicht abgewickelbaren Immobilienkauf wurde unser Darlehn zur Finanzierung zwischenzeitlich auf einem Guthabenkonto geparkt, auf dem 5000 EUR Habenzinsen anfielen. Gleichzeitig bezahlten wir dafür Kreditzinsen in Höhe von 8500,- EUR.

In der Einkommensteuererklärung will jetzt das FA - obwohl wir den Fall geschildert haben - die Zinseinnahmen komplett als Vermögen mit versteuern und nicht mit den Darlehnszinsen verrechnen.

M. E. sind die Haben-Zinsen auf das aufgenommene (und teuer bezahlte Darlehn) kein Vermögen, welche wir voll als "Einkünfte aus Kapitalvermögen" versteuern müssen und dürfte nicht als Einkommen bewertet werden.

Wie muss ich einen Widerspruch argumentieren?
Sehr geehrte Fragestellerin,

in Ihrem Fall ist dem Finanzamt leider grds. Recht zu geben.

Die € 5.000,00 zählen zu den Zinseinkünften, die als Einkommen zu versteuern sind.

Die Tilgungszinsen können jedoch deshalb nicht geltend gemacht werden, weil mit diesen keine Gewine/Einnahmen erzielt werden, die damit verrechnet werden könnten. Eine Idee wäre zu erklären, dass das Darlehen für Zinseinkünfte genutzt wird, dies ist jedoch steuerrechtlich nur schwer haltbar. Sie können die Zinseinnahmen alleine grds. nicht aus Ihrem Einkommen herausrechnen und auch die Tilgungszinsen benötigen einen "Gegenpol".

Ansonsten können Finanzierungskosten wie Schuldzinsen für Wirtschaftsgüter, die der Erzielung steuerpflichtiger Einkünfte dienen, als Werbungskosten nach § 9 EStG bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) berücksichtigt werden. Wenn diese nicht vorliegen, fehlt es auch an einem entsprechendem Grund.

Leider kann ich Ihnen keine günstiger Antwort mitteilen und kann nur auf die o.g. Möglichkeit der Gewinnerzielungsabsicht verweisen. Möglicherweise kann, wenn die Immobilie oder eine andere Immobilie doch noch erworben wird, eine nachträgloiche Berücksichtigung erfolgen.

Gerne stehe ich Ihnen weiter zur Verfügung und hoffe, dass meine Antwort trotzdem für Sie hilfreich war.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.07.2007 | 16:57

Danke für schnelle Antwort.
Es ist bereits Ende 2006 eine andere Immobilie (zum Selbstnutzen) von dem Darlehn gekauft worden. Fand also alles in einem Jahr statt. Kann das berücksichtigt werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2007 | 12:26

Sehr geehrte Fragestellerin,

bei selbstgenutzten Eigentum gilt der Grundsatz, dass die Tilgungszinsen nicht steuerlich geltend gemacht werden können. In Ihrem Fall würde dies somit auch nichts an der möglichen Berücksichtigung der Tilgungszinsen ändern.

Nur für den Fall, dass ein Teil des selbstgenutzten Hauses auch vermietet wird, also damit Einkommen erzielt wird, ist eine anteilmäßige Berücksichtigung der Tilgungszinsen möglich.

Hierzu ist jedoch eine strikte Trennung der Kosten für die einzelnen Teile des Hauses, vermieteter Teil und eigengenutzter Teil, notwendig, wobei das Eigenkapital dann in den selbstgenutzten Teil des Hauses fließt.

Bei näherer Kenntnis des Sachverhalts unter Immobilie kann eventuell ein Modell für die Berücksichtigung der Zinsen gearbeitet werden. Sie können möglicherweise auch ihr Steuerberater oder ein Fachanwalt für Steuerrecht in Ihrer Nähe weiterhelfen.

Gerne stehen wir auch in Zusammenarbeit mit unserer Steuerberatung hierfür zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Www.rechtsbuero24.de

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