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Vermietung an Ehepartner

| 06.12.2010 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Mein Ehemann und ich besitzen ein Haus mit 3 eigenständigen Wohnungen (EG und DG gehören mir , 1. OG gehört meinem Mann). Das DG besteht aus einer Ferienwohung und einem vom Treppenhaus zugänglichen separaten Raum, den ich an meinem Mann als Büro vermietet habe . Die Vermietung wurde mir nun mit dem Verweis auf Gesatltungs-missbrauch abgelehnt. Auf meinen Einspruch (leider habe ich da den Begriff häusliches und nicht außerhäusliches Arbeitszimmer verwendet) erhielt ich den Bescheid, dass ein häusliches Arbeitszimmer als Mietverhältnis grundsätzlich nicht anerkannt wird.
1. ist dies so korrekt
2. kann ich durch Korrektur des Begriffes häuslich in außerhäuslich noch etwas retten

Sehr geehrte Fragestellerin!

Grundsätzlich ist es nicht möglich, die Kosten für ein häuslich genutztes Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen. Gerade der Begriff häuslich impliziert doch, dass das Arbeitszimmer im Haus liegen muss. Insofern können hier nur die tatsächlichen Kosten und Aufwendungen für das Arbeitszimmer berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Einspruchs können Sie jedoch den Sachverhalt so darstellen, wie er tatsächlich ist und gegebenenfalls die Kosten für das Arbeitszimmer für ihr Gewerbe, dass Sie ja wohl betreiben, geltend machen.

Der Begriff der Missbrauchsgestaltung würde sich dann ergeben, wenn der an ihren Mann gezahlte Mietzins, nicht negativ ihr Gewerbe beeinflusst, sondern sozusagen wieder in die Familienkasse sofort zurückfließt. Es muss hier zumindest dargestellt werden, dass die Mietzahlung für das Zimmer in einem bestimmten mit dem Arbeitszimmer als Büro benutzten Zusammenhang steht.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung und hoffe, dass ich Ihnen zunächst hilfreich geantwortet habe.

Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2010 | 17:11

Sehr geehrter Herr Joachim,

ich möchte kein häusliches Arbeitszimmer absetzen.
Ich habe ein außerhalb der Wohnung befindliches Zimmer an meinen Mann vermietet, dies wurde vom
Finanzamt nicht anerkannt, mit der Begründung
des Missbrauches. Ich möchte wissen, wie ich mich
dagegen wehren kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2010 | 10:06

Sehr geehrte Fragesteller rennen,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Aus ihrer Fragestellung geht nicht eindeutig hervor, für wen die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers vonstatten gehen soll.

Sofern es als häusliches Arbeitszimmer nicht abgesetzt werden soll, was aus meiner o.g. Antwort hervorgehend, grundsätzlich so auch nicht möglich ist bei einer Vermietung, besteht lediglich eine Absetzbarkeit des an sie gezahlten Mietzinses für ihren Ehemann, wenn dieser das Arbeitszimmer nicht privat, sondern für ein Gewerbe nutzt und umgekehrt für sie, die Aufwendungen, die Sie im Rahmen der Vermietung haben.

Ansonsten stellt das Vorhaben ein „In-sich-Geschäft innerhalb der Ehe dar, wenn eine entsprechende Vermietung erfolgt und insofern ist tatsächlich der Missbrauchstatbestand gegeben.

Sie können sich gegen die Festsetzung des Bescheides mit dem Einspruch, wie ebenfalls o.g. wehren, der innerhalb von einem Monat nach Zugang des Bescheides gemäß der Rechtsbehelfsbelehrung in dem Bescheid einzulegen ist. Sofern bereits eine Einspruchsentscheidung gegeben ist, müsste innerhalb von eine Monat Klage beim zuständigen Finanzgericht erheben.

Sofern Sie den Begriff außerhäuslich hier gebrauchen wollen, so kommt es zunächst nicht auf den Begriff an, sondern auf die Art und Weise der Vermietung. Eine reine Vermietung als Arbeitszimmer dürfte hier steuermindernd für beide Seiten aus den oben genannten Gründen nicht in Betracht kommen.

Dies bestätigt auch eine Entscheidung des Finanzgerichts München, geh ich ihn exemplarisch zusammengefasst darstelle. Aus diesen Gründen dürfte sich auch ein weiteres Vorgehen gegen die Entscheidung des Finanzamts nicht lohnen:
Eheleute vermieteten sich in einem gemeinsamen Haus gegenseitig einen Raum als Arbeitszimmer. Die Kosten machten sie als Werbungskosten für das Arbeitszimmer geltend - die Mieteinnahmen wurden als Einkünfte erfasst und um die anteiligen Kosten der Immobilie gemindert. Die Richter am Finanzgericht München wollten dieses Steuersparmodell allerdings nicht anerkennen und sahen in ihm einen Gestaltungsmissbrauch. Denn die gegenseitige Vermietung erfolgte nur deshalb, um das Abzugsverbot für das Arbeitszimmer zu umgehen. Nach Ansicht der Richter wurde eine Gestaltung gewählt, die erkennbar nur darauf ausgerichtet war, Steuern zu sparen und für die es keine außersteuerlichen Gründe gab. Ein solcher Missbrauch werde aber nicht noch mit einem Steuervorteil gefördert.
(AZ: 10 K 1573/07)
Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, Ihre Bewertung umgehend zu ändern, da diese nicht sachgerecht ist, Ihre Fragestellung wurde nicht eindeutig abgegeben. Zudem war eine vorherige Beantwortung aufgrund einer von mir durchgeführten Dienstreise nicht möglich.
Viele Grüße







Bewertung des Fragestellers 08.12.2010 | 20:20

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