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Vermieterin will Kaution einbehalten


05.01.2005 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag!

Ich bin seit dem 1.1.05 aus meiner alten Wohnung ausgezogen (60qm, Kaltmiete 350€). Ich habe dort genau 1 Jahr gewohnt. Ich habe der Vermieterin 700€ Kaution bezahlt, die sie jetzt nicht mehr hergeben will.
250€ will sie behalten, weil die Dusche repariert werden muss, da das Silikon abgeblättert ist. Ich habe dies beim Putzen vor etwa 2 Monaten gemerkt und es ihr gleich mitgeteilt. Es wurde damals nichts unternommen. Durch die Feuchtigkeit fing es dann auch noch an der Wand hinter der Dusche an zu schimmeln, was wir erst beim Auszuge bemerkt haben, da ein großer Schrank davorstand. Sie rechtfertigt ihre Forderung damit, dass ich ihr zu spät bescheid gesagt hätte. Aber ich habe es vorher doch gar nicht bemerken können? Und dass das Silikon abblättert habe ich ihr doch auch gesagt, sobald ich es entdeckt habe.

150€ will sie für´s Streichen und für´s Tapezieren behalten. Meine Nachfolgerin hat aber das Streichen übernommen und tapeziert wurde gar nicht. Meine Nachfolgerin hat keinen Cent von meiner Vermieterin für die Farbe bekommen und verlangt sie nun von mir- also soll ich auch noch alles doppelt zahlen?? Und dazu, dass gar nicht erst neu tapeziert wurde sagte meine Vermieterin einfach "irgendwann muss ich ja wieder neu tapezieren"..
300€ will sie behalten, weil der alte Teppichboden rauskommt und Laminat verlegt wird. Meine Nachfolgerin wollte unbedingt Laminat haben und meine Vermieterin hatte ihr versprochen, dass sie den Laminat bezahlt, wenn meine Nachfolgerin im Gegenzug die Verlegekosten bezahlt. Nun stellt sie aber MIR den Laminat in Rechnung mit der Begründung ich hätte den Teppichboden so überaus verschlissen. Teilweise stimmt das auch, ich hatte vor kurzem eine kleine Katze in meiner Mülltonne gefunden und sie- mit Erlaubnis der Vermieterin- bei mir erstmal in Pflege genommen. Sie war anfangs ein wenig unsauber. Ich habe aber zwischendurch den Teppich mit einem Leihgerät gereinigt und hätte es zum Auszug nochmal getan, wenn nicht sowieso schon klar gewesen wäre, dass er entsorgt wird. Der Kommentar meiner Vermieterin dazu: "Ich war ja froh, dass überhaupt jemand die Wohnung genommen hat, mit dem dreckigen Teppichboden! Nur deshalb habe ich deiner Nachfolgerin versprochen, dass ich den Laminat bezahle".. naja erstens war der Teppich gerade frisch gereinigt, als meine Nachfolgerin die Wohnung besichtigt hatte (man hat absolut keine Flecken gesehen, der Teppich roch sogar frisch und neu!) und sie wollte doch sowieso unbedingt Laminat haben und zweitens hat meine Vermieterin nie mit mir besprochen, dass ich den Laminat bezahlen soll, erst nach dem Auszug verlangt sie es plötzlich von mir.
Ich habe versucht mit ihr zu sprechen, aber sie beharrt darauf, dass sie recht hat und rückt das Geld einfach nicht raus. Was soll ich denn jetzt machen? Kommt sie damit überhaupt durch? Sie hat übrigens keine schriftliche Forderung an mich gestellt..
Vielen Dank im voraus für Ihre Mühe.
Sehr geehrter Ratsuchender,

die Vermieterin hat grundsätzlich die Kaution nach Ende des Mietverhältnisses zurückzuzahlen. Hierbei steht ihr eine angemessene Prüfungs- und Überlegungsfrist zu, ob sie noch Ansprüche gegen Sie hat, für die die Kaution haftet. Die Länge der Frist ist umstritten; überwiegend werden 3 bis 6 Monate angenommen.
Will die Vermieterin Ansprüche geltend machen, so hat Sie innerhalb von max. 6 Monaten eine Abrechnung über die Kaution zu erteilen, bezüglich Ihrer Forderungen die Aufrechnung zu erklären und ein Zurückbehaltungsrecht geltend zu machen.

Nach Ihrer Schilderung hat Ihre Vermieterin dies - wenn auch mündlich - bereits getan, so dass feststeht, dass Sie das Geld nicht auszahlen wird.

Soweit ich das aufgrund Ihrer Schilderung und ohne Kenntnis Ihres Mietvertrages beurteilen kann, halte ich alle geltend gemachten Forderungen Ihrer Vermieterin für zumindest zweifelhaft.

Um Ihre eigentliche Frage zu beantworten, was Sie jetzt tun können: Fordern Sie Ihre Vermieterin zur Auszahlung der Kaution auf, und zwar schriftlich und unter Setzung einer Frist von ca. 2 Wochen.
Erfolgt innerhalb der Frist keine Zahlung, so sollten Sie einen Anwalt beauftragen, der die Sache weiter verfolgt. Denn in diesem Falle wird nur noch Druck helfen, der schon durch ein anwaltliches Aufforderungsschreiben nicht selten in ausreichender Form erreicht wird.
Ansonsten bleibt Ihnen nur die Durchsetzung Ihres Auszahlungsanspruches auf gerichtlichem Wege, also entweder zunächst mittels eines Mahnbescheides, oder gleich durch Einklagen der Kaution.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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