Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vermieterdarlehn Ehefrau in Insolvenz


16.12.2007 11:55 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Guten Tag, ich habe als Vermieterin eine Mietforderung in beträchtlicher (und unbestrittener !) Höhe zur Insolvenztabelle angemeldet. Insolvente GmbH gehörte zu 75 % meinem Ehemann und zu 25 % einem Dritten. Der Insolvenzverwalter kommentierte das sinngemäss mit: "Forderungen der Ehefrau werden zuletzt - wenn überhaupt - befriedigt ! Erst alle anderen Gläubiger nach Quote." Ist das richtig ? Wir leben von jeher in Gütertrennung und ich habe beachtliche Geldmittel durch den Mietausfall verloren. Falls die Aussage des Insolvenzverwalters stimmt, habe ich irgendeine Handhabe, doch noch Gelder zu erhalten ? Vielen Dank.
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Die Aussage des Insolvenzverwalters ist so nicht zutreffend, da Sie nach Ihren Angaben genauso ein Insolvenzgläubiger sind, wie die übrigen Gläubiger. Jedenfalls gibt es keine Anhaltspunkte, daß Ihre Forderung nur nachrangig geltend gemacht werden könnte, beispielsweise wegen einer gesellschaftrechtlichen Beteilung an der GmbH oder. Auch ist die Vermietung an die GmbH nicht eigenkapitalersetzende, was der Fall wäre wenn Ihr Mann an die GmbH vermietet hätte.

Zudem wurde Ihre Forderung zur Tabelle anerkannt, so daß Sie mit Ihrer Forderung an der Insolvenzquote teilnehmen. Der Insolvenzverwalter ist danach auch gehalten, entsprechend der Insolvenztabelle Abschlagverteilung bzw. die Schlußverteilung vorzunehmen. Sollte er entgegen der Tabelle die Verteilung vornehmen, sind entsprechende Einwendungen gegenüber dem Insolvenzgericht vorzunehmen.

Sie sollten daher den Insolvenzverwalter zunächst auffordern, seine Aussage zu spezifizieren. Dies wird ihm im Zweifel nicht gelingen, so daß Sie bei einer entsprechenden abweichenden Verteilung das Insolvenzgericht anrufen müssen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2007 | 15:14

Danke für die Antwort. Eine Spezialität gibt es: Mein Mann war urspr. zu 50 % beteiligt, der Partner zu 50 %. Weil letzterer kalte Füsse bekam, habe ich zunächst dessen 25 % übernommen, damit eine Immobilie meines Mannes nicht (steuerlich) Betriebsvermögen wird. Diese 25 % habe ich ihm dann aber Ende 2005 übertragen. Insolvenz war Mitte 2006. Es gab eine kurze zeitliche Überschneidung, in der ich also sowohl Eigentümer einer der an GmbH vermieteten Immobilien als auch mit 25 % Gesellschafter war. Später, zum Zeitpunkt der Insolvenz, nicht mehr. Hatte aber andere Gründe als den hier dargestellten. Es ging darum, dass mein Mann einen Teil seiner Immobilien veräußert hat und sich deshalb die Frage nicht mehr stellte, ob steuerliches Betriebsvermögen. Also konnte er (wieder) die Anteile von mir übernehmen und zu 75 % beteiligt sein. Mit der GmbH ansich habe und hatte ich sonst nie etwas zu tun. Ich habe auch nicht für die GmbH (anders als die übrigen Gesellschafter) gebürgt oder so. Könnte diese kurze "Haltefunktion" der Anteile von 25 % das Thema sein ? vielen Dank.

Ergänzung vom Anwalt 19.12.2007 | 20:59

Sehr geehrte Ratsuchende,

soweit die Mietverbindlichkeiten auch aus diesem Zeitraum stammen, wäre die Überlassung der Mietobjekte eine eigenkapitalersetzende Nutzungsüberlassung. Die Mietforderung für den Zeitraum der Beteiligung würde dann eine nachrangige Insolvenforderungen darstellen, die erst nach den "normalen" Insolvenzforderungen zur Befriedigung gelangt und damit in der Regel nicht mit einer Insolvenzquote bedacht wird.

Ob für die gesamte Dauer für die die Mieten nicht gezahlt wurden ein Eigenkapitalersatz vorlag, wäre anhand der Verträge zu prüfen. Hier sollte der Insolvenzverwalter im übrigen darlegen, warum auch für die rückständigen Mieten, die zu dem Zeitpunkt entstanden sind als Sie nicht Gesellschafterin waren eine eigenkapitalersetzende Nutzungsüberlassung vorlag.

Angesichts der Komplexität dieses Themas empfehle ich einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Gerne stehe ich Ihnen für eine weitergehende Beratung zur verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER