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Vermieter zieht zu geringe Miete ein. Muss ich nachhaken?

| 17.02.2014 23:03 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen


Ich habe meinem Vermieter vor/bei meinem Einzug eine Lastschrift-Einzugsermächtigung erteilt. Die ersten Monate wurde keine Miete eingezogen. Ich habe dann mehrmals in Eigeninitiative nachgefragt und die Lastschrift-Einzugsermächtigung erneut hingeschickt (der Vermieter hatte das verschlampt). Auch danach musste ich noch ein paar mal im Wochentakt den Vermieter erinnern, bis nach 5 Monaten in der Wochnugn endlich die Miete rückwirkend eingezogen wurde. Allerdings wurde weniger Miete eingezogen als im Mietvertrag vereinbart ist. Seitdem wird regelmäßig monatlich eingezogen, allerdings immer rund 100 Euro zu wenig.

Bin ich verpflichtet, den Vermieter darauf hinzuweisen? Das Konto ist ausreichend gedeckt, und er könnte den Betrag jederzeit auch rückwirkend komplett einziehen - dazu ist er ja ermächtigt. Was passiert, wenn der Vermieter das von sich aus feststellt? Kann er dann kündigen wegen "Mietrückständen"? Was passiert, wenn ich den Vermieter jetzt nach einem Jahr darauf hinweise?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie die Miete zu zahlen, die vertraglich vereinbart wurde. Sie müssen darauf achten, dass Sie Ihren mietvertraglichen Pflichten nachkommen.

Hat der Vermieter eine Einzugsermächtigung und bucht dabei zu wenig Miete ab, kann dieser die Miete grundsätzlich nachfordern. Die Rechtsprechung ist diesbezüglich nicht einheitlich.

Einige Gerichte vertreten die Auffassung, dass eine Nachforderung nicht geltend gemacht werden könne. Hierbei waren aber vor allem Mieterhöhungen und Staffelmietverträge streitgegenständlich. Zudem war oftmals Verwirkung eingetreten, so bspw. LG München I, Az. 14 S 17240/01.

Bei einer Dauer von ca. einem Jahr wird eine Verwirkung wohl nicht gegeben sein. Die Anforderungen, wann Verwirkung eingetreten ist, sind sehr hoch.

Andere Gerichte urteilten, dass bei Nichteinzug der vereinbarten Miete der Fehlbetrag bis zur Grenze der Verjährung nachgefordert werden kann, bspw. LG Potsdam, Az. 11 S 177/02.

Sofern Sie den Vermieter auf die Falschabbuchungen hinweisen, wird dieser sicherlich eine Nachforderung stellen. Wie letztlich das Gericht entscheiden wird, kann aufgrund der Nichteinheitlichkeit der Rechtsprechung nicht prognostiziert werden.
Sicherheit erhalten Sie also nur, wenn Sie den Vermieter informieren. Ob dieser dann nachfordert, könnte anhand Ihrer Sachverhaltsangaben, wonach Ihr Vermieter eher „schlampig" agiert, zweifelhaft sein.

Soweit ein Betrag von mehr als zwei Monatsmieten offen ist, kann eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. In Ihrem Fall wird aber Ihr Vermieter sich entgegenhalten lassen, dass dieser trotz Einzugsermächtigung nicht korrekt abgebucht hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 17.02.2014 | 23:51

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