Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vermieter verlangt Schadenersatz wegen angeblicher Mängel


27.03.2007 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Guten Tag!

Ich habe eine Frage zu folgendem Fall: Ein Vermieter weigert sich, eine ordnungsgemäß gekündigte Wohnung zu übernehmen. Der Mieter nimmt sich zwei Zeugen (vorzugsweise vom Mieterschutzbund). Diese besichtigen dann die Wohnung ohne Mängel zu finden, machen ein ordnungsgemäßes Übergabeprotokoll, lesen die Zähler ab und übersenden dieses zusammen mit den Schlüsseln dem Vermieter. Die Wohnung befindet sich zu diesem Zeitpunkt in top-renoviertem Zustand. Drei Monate nach Mietende erst (angeblich) betritt der Vermieter die Wohnung mit Zeugen und stellt auf einmal gravierende Mängel fest (Die Kündigung hat er zwischenzeitlich akzeptiert) und fordert Beseitung der Mängel oder Zahlung von Schadensausgleich. So soll auf 16! Treppenstufen der Holzlack ab sein (angeblich durch scharfe Reinigungsmittel).

Wie stehen die Chancen, wenn man in so einem Fall bei Gericht vorgeht und/oder gibt es dazu Präzedenzfälle oder Urteile? Welches Gewicht haben meine Zeugen?
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.
Grundsätzlich hat derjenige, der einen Anspruch geltend macht dessen Voraussetzungen zu beweisen. So auch im Falle von Schadenersatzansprüchen. Der Vermieter müsste substantiiert vortragen, weshalb er Schadenersatzansprüche gegen Sie geltend macht. Hierzu könnten unter anderem die Zeugen dienen.
Sie müssten dann im Gegenzug diesen Vortrag wiederlegen. Hierzu scheinen die von Ihnen genannten unabhängigen Zeugen äußerst geeignet. Auch die verspätete "Inspektion" der Wohnung ist sachdienlich. Sie können als ehemaliger Mieter nach der Schlüsselübergabe nicht wissen, was letztlich innerhalb dieser drei Monate nach Beendigung des Mietverhältnisses damit geschehen ist. Wirkliche Präzedenzfälle gibt es hierzu nicht. Ihre Chance stehen bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt günstig.
Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2007 | 23:44

Nochmal hallo!

Vielen Dank erstmal für die prompte Antwort. Ganz speziell zu den schon genannten Treppenstufen noch eine Nachfrage:

Davon ausgehend, dass die Lackbeschädigungen an den Treppenstufen (teilweise etwas Lack ab, teilweise Klebstoffreste) durch das Entfernen aufgebrachter Stufenmatten entstanden sind, stellt sich mir die Frage, ob dies dann eine Beschädigung ist, für die ein Mieter bei Auszug aufkommen muss. Die Stufenmatten waren zwingend notwendig da ansonsten enorme Rutschgefahr bestand. Dass sich die handelsüblichen Klebestreifen an Stufenmatten aufgrund des Gewichts beim Betreten über längere Zeit immer mehr mit dem Lack verbinden und immer schwerer zu entfernen sind, ist sicherlich jedem klar. Nur ist dann die Frage: Sind diese Beschädigungen normale, vom Vermieter hinzunehmende Abnutzung oder muss ich dafür als Mieter gerade stehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2007 | 13:45

Sehr geehrter Fragesteller,

nach Ihren weiteren Ausführungen stellt sich die Lage natürlich etwas anders dar. Sie gaben zunächst an, dass die Zeugen vom Mieterschutzbund eine absolut mangelfreie Wohnung besichtigten, der Vermieter einige Monate später jedoch Mängel (beschädigte Treppen) rügt.
Nunmehr geben Sie an, dass sehr wohl Beschädigungen an den Treppen vorhanden sind und diese von Ihnen verursacht wurden.

Grundsätzlich sind durch die Miete die üblichen Abnutzungen durch das normale Verwenden der Mietsache abgegolten. Sofern Sie jedoch ohne Einverständnis des Vermieters derartige Veränderungen, die die Mietsache beschädigen vornehmen, so sind diese Beschädigungen nicht mehr unter dem Aspekt der üblichen Abnutzung zu sehen.

Hier werden Sie wohl leider für einen etwaigen Schaden einstehen müssen. Jedoch obliegt es dem Vermieter den genauen Schaden zu beziffern etwa durch einen geeigneten Kostenvoranschlag. Ihnen steht es jedoch frei einen geringeren Schaden nachzuweisen (z.B. günstigeres Reparaturangebot). Unter Umständen kann hier dann der Zeugenbeweis geführt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER