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Vermieter ruft neuen Arbeitgeber an


07.02.2007 18:08 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo,

ich befinde mich zur Zeit in einem qualifiziert befristeten Mietverhältnis, das noch bis Dezember 2008 besteht (in Darmstadt). Mit dem Mietvertrag war ich schon des öfteren beim Mieterbund, anscheinend ist der Vertrag "wasserdicht".
Grund der Befristung ist der Eigenbedarf der Tochter.

Nun muß ich berufsbedingt nach München ziehen, wo ich am 1. März einen neuen Job anfangen soll.
Dies habe ich meinem Vermieter mitgeteilt, eine Kopie des neuen Arbeitsvertrages als Beweis mitgeschickt und um die Auflösung des Mietverhältnisses zum 30. April gebeten.
Mein Vermieter war natürlich nicht erfreut und verlangt einen Nachmieter. Was auch okay ist.
Diese Woche Freitag, also übermorgen, wollen wir uns zusammensetzen um das weitere Vorgehen, Auszugstermin, Nachmietersuche, etc. zu besprechen. Wobei er mir schon sehr deutlich gemacht hat, dass ohne für ihn geeigneten Nachmieter es keine Chance gibt das Mietverhältnis aufzulösen.

Gerade eben bekomme ich einen Anruf von meinem neuen Arbeitgeber, dass mein Vermieter bei ihnen angerufen hat und sich bestätigt lassen hat, dass dieser Arbeitsvertrag tatsächlich gültig ist, wann ich denn dort anfange zu arbeiten und hat ihnen erzählt, dass ich mich ja in einem unkündbaren Mietverhältnis befinde!
Die Sekretärin meines neuen Chefs hat lediglich bestätigt, dass der Arbeitsvertrag gültig ist und keine weiteren Auskünfte gegeben.
Jetzt sieht es aber natürlich so aus, als wäre ich Miete schuldig und könnte eventuell gar nicht am 1. März meinen neuen Job antreten. Das alles ist mir sehr peinlich!
Da das eine sehr kleine Firma ist, wird sich das sicherlich auch schnell rumgesprochen haben.

Zum Hintergrund: ich nehme an, dass mein Vermieter Angst hat keinen Nachmieter zu finden, da ich (bei Vertragsabschluß in Zugzwang) viel zu viel Miete zahle. Ca. 13Euro/qm, Mietspiegel ist bei ca. 9Euro/qm für eine vollmöbilierte 1,5 Zimmer Wohnung an einer Hauptstraße.
Ich hatte schon einmal ein Jobangebot in Kiel, dass ich am Ende wieder abgesagt habe, da ich keinen Nachmieter für die Wohnung gefunden habe und mir es nicht leisten kann zwei Mieten zu bezahlen und der Vermieter einer Aufhebung nicht zugestimmt hat.
Diesmal ist mein jetztiger Arbeitsvertrag allerdings gekündigt und sollte ich den neuen Job nicht antreten, bin ich arbeitslos.

Für mich ist das Vertrauensverhältnis zu meinem Vermieter damit endgültig zerstört, einerseits unterstellt er mir Betrug und tätigt einen Kontrollanruf, andererseits habe ich Angst, dass wenn er noch ein paar Mal bei meinem neuen Arbeitgeber anruft und mich in einem schlechten Licht darstellt, das neue Arbeitsverhältnis beendet wird bevor es angefangen hat.

Zu meinen Fragen:
1)Darf mein Vermieter meinen neuen Arbeitgeber, mit dem er gar nichts zu tun hat, kontaktieren?
2)Darf er unbeteiligten Dritten Details aus meinem Mietvertrag erzählen?
3)Ist dies als Vertrauensbruch zu werten?
4)Wenn ja, ist das ein Grund für eine fristlose/außerordentliche Kündigung?
5)Wenn ja, wie muß ich mich verhalten um davon Gebrauch zu machen? Sofort ausziehen?
6)Kann sonst irgendwie gegen meinen Vermieter vorgehen? z.B. ihn anzeigen?

Für Ihre Hilfe bin ich Ihnen sehr dankbar!
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu Ihren Fragen:

Ihr Vermieter darf sich natürlich nicht ohne Ihre Zustimmung bei Ihrem Arbeitgeber nach Details Ihres Arbeitsvertrages erkundigen. Wenn er einen Nachweis über Ihre Versetzung möchte, kann er diesen nur bei Ihnen erfragen.

Gleichwohl sehe ich keine Möglichkeit, das Mietverhältnis aus diesem Grunde fristlos zu kündigen, da diese Vertragsverletzung zwar einen Vertrauensbruch darstellt, jedoch einmalig und ohne vorherige Abmahnung nicht von solcher Schwere ist, als daß eine fristlose Kündigung in Betracht kommt. Erst bei weiteren Vorfällen der geschilderten Art, wäre eine fristlose Kündigung möglich.

Darauf werden Sie aber auch nicht zurückgreifen müssen:

Wenn Sie dem Nachmieter einen geeigneten Nachmieter stellen, können Sie das Mietverhältnis mit der gesetzlichen Frist (3 Monate) kündigen, unabhängig davon, ob der Vermieter den Nachmieter akzeptiert oder nicht. Er darf ihn lediglich ablehnen, wenn er ein berechtigtes Interesse daran hat, gerade diesen Nachmieter nicht zu nehmen, z.B. wenn ihm dieser persönlich bekannt ist und es entsprechende Differenzen gibt. Handelt es sich aber um einen geeigneten (= zahlungskräftigen und wirtschaftlich sicheren) Nachmietinteressenten, wird ihn der Vermieter nicht ablehnen dürfen, und Sie sind nach 3 Monaten aus dem Mietverhältnis heraus.

Die konkrete weitere Vorgehensweise sprengt den Rahmen Ihrer Frage; ich erläutere Sie Ihnen aber gerne, wenn Sie mich mit der entsprechenden Beratung/Vertretung beauftragen möchten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




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Rechtsanwalt A. Schwartmann
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