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Vermieter fordert Schadensregulierung nach Einbruch


09.08.2007 00:33 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum




Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem Einbruchschaden in der von uns bewohnten Mietwohnung am 05.02.07 erhalten wir nun die Rechnung durch Fensterbauer (> 2200 Euro, Reparatur Terassentür am 13.06.) bereits zum 2. Mal, da der Vermieter diese an uns senden lässt. Er behauptet nun, wir wären unzuverlässig und eine Schadensregulierung durch uns als Mieter wäre vereinbart gewesen. Der Vermieter selbst wohnt 15min. entfernt, hat sich aber bisher den Schaden nie angeschaut.

Wir hatten geplant den Schaden nach Durchführung der Reparaturen und Weitergabe der Belege durch den Vermieter bei der Hausratsversicherung einzureichen. Dass wir die Reparaturkosten dem Vermieter vorstrecken sollen (Zahlungsziel Fensterbauer 8 Tage), sehen wir jedoch als unzumutbar an.

Nach der Rechtslage die auch hier im Forum zitiert wird, wähnen wir uns im Recht,
dass die Beauftragung und Durchführung der Reparatur ausschliesslich in der Verantwortung des Vermieters liegt.
Der Rechnungsstellung an uns haben wir deshalb mit Verweis auf Zuständigkeit des Vermieters schriftlich und per Einschreiben gegenüber dem Fensterbauer widersprochen.

Aufgrund unserer Verärgerung über die Uneinsichtigkeit des Vermieters die Reparatur auf seine Rechnung durchzuführen, sind wir geneigt die Rechnung nicht bei der Versicherung einzureichen.

Wir befürchten jedoch folgende Risiken dieser Eskalation:

1. Kündigung durch Vermieter (ggf. mit irgendeinem Vorwand)
2. Vermieter lässt Teppich und fällige Malerarbeiten ruhen und belastet uns bei Auszug mit Verweis auf Pflicht Schönheitsreparatur.
3. Vermieter behält Kaution zurück
4. Der Fensterbauer hat ggf. keinen schriftl. Auftrag des Vermieters und versucht die Zahlung der Rechnung bei uns durchzusetzen.


Frage:
- Sind die Befürchtungen gerechtfertigt und ggf. durch Vermieter durchsetzbar?
- Ist es angemessen aufgrund des geringen Engagements des Vermieters bei Reparatur und Zahlung die Miete rückwirkend zu mindern und wenn ja ab wann & in welcher Grössenordnung?

Herzlichen Dank für Ihren Rat.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.
Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Bei dem Schaden an Ihrer Terrassentüre handelt es sich um einen von Ihrem Vermieter zu regulierenden Schaden. Die Terrassentüre ist Eigentum des Vermieters. Zudem handelt es sich um eine endgültige Ersatzbeschaffung eines Bestandteiles der Mietsache, der nicht mehr reparabel war. Solche Kosten sind vom Vermieter zu tragen. Nach einer Entscheidung des Amtsgericht Köln (Az.: 221 C 376/97) ist der Vermieter verpflichtet Terrassentüre auf seine Kosten reparieren zu lassen, wenn diese bei einem Einbruch beschädigt wurde. Das AG Köln hielt diese Pflicht des Vermieters für unabhängig von einer Entschädigung der Hausratsversicherung des Mieters.

Das heißt, Ihr Vermieter ist zur Zahlung verpflichtet, während Sie selbst eventuell noch eine Entschädigung von Ihrer Hausratversicherung erhalten könne, was aber von hier nicht beurteilt werden kann.

Eine Kündigung lässt sich auf dieser Grundlage ebenso wenig durch den Vermieter durchsetzen wie ein Zurückbehalt der Kaution bei Auszug.

Hinsichtlich Ihrer Befürchtung der Vermieter werde Malerarbeiten und eine Teppicherneuerung nicht durchführen und Sie auf die Schönheitsreparaturen verweisen, kann ich von hier aus leider nicht beantworten. Beim Verweis auf Schönheitsreparaturen kommt es entscheidend auf die Formulierung des Mietvertrages an. Schönheitsreparaturen umfassen alleine das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper einschließlich Heizungsrohre, der Innentüren, der Fenster und Außentüren von innen.

Wenn der Fensterbauer keinen schriftlichen Auftrag vom Vermieter hat, sondern nur von Ihnen, wird er versuchen, die Zahlung bei Ihnen durchzusetzen. Da Sie der Auftraggeber sind, ist dies auch in Ordnung. Sie haben dann einen Anspruch gegen Ihren Vermieter auf Ersatz der Ihnen entstandenen Kosten.

Eine Minderung der Miete, insbesondere rückwirkend, kommt bei Ihnen nicht in Betracht. Die Mietminderung ist als Druckmittel für die Mangelbeseitigung an der Mietsache anzuwenden. Der Mangel an Ihrer Wohnung ist aber schon behoben, Sie streiten alleine um die Zahlungspflicht hinsichtlich des Ersatzes der Terrassentüre.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin



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