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Vermieter fordert Begleichung des Schadens, weil die Versicherung zu lange braucht.

| 29.06.2011 20:21 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne seit 1.7.2010 zu Untermiete in einer Wohnung. Mein Vermieter ist selbst Mieter der Wohnung und Besitzer des Inventars, insbesondere der Küche, um die es im Folgenden geht.

Am 17.04.habe ich einen Brandfleck in die Arbeitsplatte der Küche gemacht. Den Schaden habe ich meinem Vermieter zwei Tage später gemeldet. Nach der Anfertigung eines Schadensprotokolls haben wir uns darauf geeinigt, den Schaden meiner Haftpflichtversicherung zu melden. Vorher wurde noch ein Gutachten von einem Schreiner erstellt, dann kam es zu Verzögerungen Seitens der Versicherung, schließlich kam letzte Woche erneut ein Gutachter der Versicherung. Ein Schreiben seitens der Versicherung bezüglich der Übernahme der Kosten sollte unterwegs zu meinem Vermieter sein.

Ich habe die Wohnung mittlerweile zum 1.10.2010 gekündigt.

Jetzt fordert der Vermieter einen Betrag von 1.809,89 € ( wie der sich zusammensetzt ist mir nicht klar ), den ich überweisen soll, mit der Begründung:
1. Der Schaden hätte bis zum Zeitpunkt meiner Kündigung behoben sein müssen.
2. Die Versicherung hätte sich bei ihnen nicht gemeldet.
3. Die Kaution ( 1000 € ) ist für solche Fälle nicht vorgesehen.

Meine Fragen:

1. Wie sind die Fristen für die Behebung solcher Schäden durch den Mieter? Bin ich verpflichtet einen solchen Schaden innerhalb einer Frist zu beheben oder kann ich das auch dem Vermieter nach meinem Auszug überlassen und die Kosten meiner Versicherung melden.

2. Kann ich in der jetzigen Situation darauf bestehen, dass mein Vermieter auf die Rückmeldung der Versicherung wartet und diese dann - entsprechend der Gutachten - die Kosten übernimmt?

3. Wie sollte ich allgemein auf die Forderung meines Mieters reagieren?

Vielen Dank



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

1.
Es gibt keine verbindlichen gesetzlichen Fristen. Der Vermieter kann Ihnen nach eigener Entscheidung eine Frist zur Beseitigung oder Schadensersatzzahlung setzen. Wenn der Vermieter bislang mehr als zwei Monate Geduld hatte, hat er sicherlich auch einen angemessenen Zeitraum zur Regulierung abgewartet.

Mit dem Ausspruch der Kündigung hat die Regulierung allerdings nichts zu tun. Ebenso ist falsch, dass die Kaution nicht für diesen Fall genutzt werden kann. Der Vermieter kann die Kaution sehr wohl auf einen berechtigten Schaden verrechnen.

2.
Der Vermieter ist nicht verpflichtet auf den Versicherer zu warten. Zwischen Vermieter und Versicherer besteht kein direktes rechtliches Verhältnis. Sie sind zum Schadensersatz gegenüber dem Vermieter verpflichtet und können Ihrerseits die Versicherungsleistung fordern. Der Umstand, dass Geschädigter und Versicherer oft unmittelbar verhandeln, macht keinen Unterschied.

3.
Sie sollten den Versicherer über den Aktionismus des Vermieters informieren und Ihrem Versicherer selbst ein Frist zur Regulierung setzen. Hält der Versicherer diese Frist unberechtigt nicht ein, können Sie auch den weitergehenden Schaden ersetzt verlangen, z.B. wenn Rechtsverfolgungskosten durch Maßnahmen des Vermieters entstehen.

Eigene Zahlungen sollten Sie derzeit nicht leisten, sondern -wie geschildert- den Versicherer auffordern. Weisen Sie darauf hin, dass Sie die Schadenshöhe nicht nachvollziehen können, um ggf. weitere Aufklärung durch den Versicherer zu veranlassen.

Informieren Sie den Vermieter über die Fristsetzung an den Versicherer, um dort ggf. noch Zeit zu gewinnen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.06.2011 | 19:33

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