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Vermieter Kautionsabrechnung/ Teppichschaden


03.02.2005 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Als Hauptmieter habe ich ein Zimmer (17 qm) meiner Wohnung für 13 Monate an einen Untermieter bis zum 31.07.2004 vermietet. Bei der Renovierung des Zimmers (er mußte die von ihm orange gestrichen Wände auf weiß zurückstreichen) hat er leider den gesamten Teppich und die Teppichfußleisten mit Farbspritzer übersät. Bei der Zimmerabnahme habe ich ihn so gleich auf dem Mangel hingewiesen und um Beseitigung gebeten. Er hat auch später, trotz mehrmaliger Aufforderung, die Farbflecken nicht beseitigt. Letztlich habe ich ihm, nach Rücksprache und beiderseitigem Einvernemhmen, im Oktober ´04 einen Kostenvoranschlag für einen Erneuerung des Teppichs zu gesandt, damit er diesen über seine Haftplichtversicherung abrechnen kann. Auf dieses Schreiben hat er sich nicht gemeldet, so daß ich ihm am 04.1.2005 bei der Kautionsabrechnung den Teppich mit 75% (€ 743,63 von KVA € 991,51) als Schadensersatz angesetzt habe. Nun bestreitet er per Mieterbund diese Schadensansprüche, da der Teppich bei seinem Einzug bereits Mängel (auf ca. 1,5 qm Farbflecken in der gleichen Farbe des Teppichs, nur dunkler) aufwies und der Zeitwert gegen Null € zu taxieren sei. Beim Teppich handelt es sich um einen hochwertigen Vorwerkteppich, der ca. 8 Jahre alt ist. Habe ich nun einen Anspruch auf Schadensersatz und in welcher Höhe? Oder kann ich alternativ die Teppich- reinigung, die bei Dispersionsfarben fraglich ist, in Rechnung stellen? Vielen Dank für ihre Bemühungen im voraus. Mfg
03.02.2005 | 11:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

als Schadenersatz steht dem Geschädigten zu, dass sein Schaden ausgeglichen wird. Er soll aber durch den Schadenersatz nicht besser gestellt werden.

In Ihrem Fall würden Sie - wenn der Schädiger einen neuen Teppich gleicher Qualität anschafft - besser gestellt werden. Nach dem Gesetz steht Ihnen daher (nur) der Zeitwert zu.

Es wird natürlich regelmäßig behauptet, das alte Stück habe einen Wert gleich null. Damit macht es sich der Schädiger aber deutlich zu einfach.

Die Frage, wie hoch der Ihnen zustehende Anteil ist, kann von hier aus nicht beantwortet werden. Man müsste den Restwert des Teppichs taxieren.

Auch ein Gericht kann in solchen Fällen nur schätzen. Sie stehen auf einer recht sicheren Seite, wenn Sie eine plausible Schätzgrundlage zugrunde legen und offen legen, z.B.: Sie wählen einen Teppich, der den halben Neupreis hat wie die Vorwerkware.

Das sicherste und einfachste ist sicher, die Kosten für eine gründliche Teppichreinigiung per Kostenvoranschlag einzuholen und in Abzug zu bringen. Sollte eine Teppichreinigung ohne Nachteile für den Teppich möglich sein und dies günstiger als eine Ersatzanschaffung sein, dürften lediglich Reinigungskosten in Ansatz zu bringen sein.

Bedenken Sie noch weiter: Der Gegner will die Kaution, muss also selbst aktiv werden. Der Mieterbund darf gerichtlich nicht vertreten. Der Gegner muss also einen Anwalt aufsuchen oder allein die Klage erheben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen sachdienliche Hinweise geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt aus Hannover


Nachfrage vom Fragesteller 03.02.2005 | 13:28

Vielen Dank für ihre detailierte Beantwortung. Doch wie sieht es mit der Abrechnung über seine Haftpflichtversicherung aus? und soll ich auf das Schreiben vom Mieterbund (Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung 31.01.05) reagieren oder abwarten?

mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.02.2005 | 14:09

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten.

1.
Es wäre natürlich das Beste, wenn der Gegner die Rechnung bei seiner Haftpflichtversicherung einreichen würde, diese regulieren würde und der Betrag an Sie ausgekehrt wird. Das Problem dabei ist nur, dass Sie den Gegner dazu nicht zwingen können, also Sie haben keinen Anspruch darauf, dass er die Unterlagen bei der Versicherung einreicht. Und - anders als bei Kfz.schäden - haben Sie auch keinen Direktanspruch gegen die Versicherung. Deswegen können Sie den Gegner (ggf. über den Mieterbund) nur nochmals auffodern, die Sache doch über die Versicherung zu regeln.

2.
Schreiben Sie dem Gegner am Besten über den Mieterbund an und regen nochmals die Regulierung über die Haftpflichtversicherung an. Berufen Sie sich dabei auf die Vereinbarung der Regulierung über die Versicherung, die Sie mit dem Gegner getroffen haben. Setzen Sie dann dem Gegner / Mieterbund eine Frist von 2 Wochen und teilen mit, dass eine Zahlung durch Sie vorerst ausscheidet. Der Mieterbund wird das Schreiben dann sicher weiter leiten und sich dann wieder melden. Sollte dadurch keine Einigung erzielt werden, empfehle ich Ihnen, wie eingangs angesprochen mit Ihrer Forderung nachzugeben.

Mit freundlichen Grüßen



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt

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