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Vermeintliche Bedrohung mit Messer nach Ruhestörung


06.10.2006 17:59 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Hallo

Ich wohne seit kurzer Zeit in meiner neuen Wohnung und habe von Beginn an mit teilweiser erheblicher Ruhestörung meines Nachbarn zu tun. Sowohl die mehrfache persönliche Aussprache als auch Erscheinen der Polizei aufgrund seines Fehlverhaltens, lassen ihn nicht begreifen, dass er nach 22.00 Uhr seine Musik leiser machen soll. Ich habe ihn sogar einmal in meine Wohnung geholt um ihm zu zeigen, wie laut das bei mir ist, wenn er mal ein bisschen seine Musik aufdreht. In dem Moment zeigte er sich einsichtig , aber es dauerte keine Woche, da er schon wieder innerhalb der Ruhezeiten Ruhestörung beging. Ich habe diese Vorfälle auch dokumentiert, da er sich auch in einer Streitigkeit mit dem Vermieter befindet (Sachverhalt ist mir unbekannt) und dieser mich bat es aufzuschreiben.

Mir fällt es auch schwer jeden Abend schlafen zu gehen, weil ich mit einem Ohr immer in seine Richtung höre, wann er wieder die Musik aufdreht.

An meinem vorherigen Wohnort hatte ich ebenfalls längere Probleme mit meinem dortigen Nachbarn und diesen wegen Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung angezeigt.

Letzte Nacht (2.27Uhr) als er wieder seine Musik aufdrehte, ist mir dann der Kragen geplatzt. Ich bin in die Küche und habe mir zur Sicherheit ein Messer geholt. Da ich bereits schlimme Angstzustände(mit Pfefferspray und Handy im Bett geschlafen, Verfolgungswahn) von meinem vorherigen Nachbarn davon getragen habe, erschien mir dieser Selbstschutz für eine Frau als sinnvoll.

Ich bin dann zu ihm und habe geklingelt. Er macht zwar die Musik leiser, aber ließ sich nicht an der Tür blicken. Nach mehrmaligen Versuchen ihn zur Tür zu bewegen, kam er dann doch schlußendlich.
Ich hatte das Messer hinter meiner Hüfte gehalten, so dass er sich nicht bedroht fühlen konnte, da es außer seiner Sichtweite war. Beim Zwiegespräch habe ich dann fälschlicherweise auch mit den Händen gestekuliert, so dass das Messer zum Vorschein kam. Daraufhin unterbrach er das Gespräch und rannte in seine Wohnung um seinerseits ein Messer zu holen und regte sich dabei darüber auf, dass ich eines habe und dass er das genauso könne. Als er wiederkam, zog er einen Bekannten hinter sich her, der sich das doch anschauen sollte. Ich hatte dann meinerseits das Messer wieder hinter der Hüfte gehalten und der Bekannte schien auch gar kein Interesse daran zu haben, weil er nur einmal fragte, ob ich eines hätte und ich mit "Nein" antwortete. Er kann es definitiv nicht gesehen haben. Mein Nachbar hatte allerdings zu dem Zeitpunkt auch schon ein gleichwertiges Messer in der Hand.
Ich wies meinen Nachbarn nur noch einmal daraufhin, dass er "Einfach nur seine gottverdammte Musik leiser machen soll und die Uhr lernen sollte."
Der Nachbar jedoch zerrte seinen Bekannten von der Tür weg, der nach wie vor versuchte, die Sitution und vor allem den Nachbarn zu beruhigen. Dabei brüllte mein Nachbar nur er würde mich wegen Bedrohung anzeigen und verschloß dann seine Tür.
Danach war aufgrund der Hellhörigkeit seiner Wohnung zu hören, wie der Bekannte ihn nach wie vor zu beruhigen versucht und mein Nachbar Sätze bracht wie "Erst darf man hier nicht mehr Musik hören, wann man will und wie man will. Dann holt sie ständig die Polizei wegen dem Scheiß und nun steht die Votze auch noch mit nem Messer vor der Tür! Ich zeig sie an wegen Bedrohung!"

Ich habe in keinsterweise mit dem Messer in seine Richtung gefuchtelt geschweige denn, eine Drohung ausgesprochen. Außerdem hat er mir mal vor einiger Zeit erzählt, dass er selber vorbestraft sei. Kann das seine Glaubhaftigkeit ankratzen?

Da er mich ja ebenfalls mit einem Messer bedrohte, hebt sich dann die Situation nicht auf? Bzw. als er in seine Wohnung ging, ließ er die Tür ganz und gar offen stehen und drehte mir den Rücken zu. Kann man da noch von "bedroht füllen" sprechen?
Und in weit kann die Vorgeschichte mich entlasten?(Sowohl die mit dem jetztigen Nachbarn als auch mit dem vorherigen)

Wenn es zu einer Anzeige seinerseits kommen würde, würde mich eine Selbstanzeige vor einem Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis retten?

Danke im Voraus

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Nach § 241 StGB liegt eine Bedrohung dann vor, wenn ein Mensch mit der Begehung eines gegen ihn oder eine nahe stehende Person gerichteten Verbrechens bedroht wird.


Nur das Beisichführen eines Messers stellt keine Bedrohung dar. Um den Tatbestand zu erfüllen, hätte hier hinzukommen müssen, dass man auch durchaus gewillt ist, dass Messer einzusetzen.

Der Tatbestand der Bedrohung ist somit nicht erfüllt.

Eine Beleidigung nach § 185 StGB muss mit dem Willen des Täters zur Kenntnis des Beleidigten kommen. Von daher könnte es auch zweifelhaft sein, ob ihr Nachbar den Tatbestand der Beleidigung erfüllt hat, wenn er die erwähnte Aussage hinter verschlossener Tür gemacht hat.


Abgesehen davon, dass ich Ihnen nicht zu einer Selbstanzeige rate, kann diese dann bei einer Verurteilung nicht den Eintrag ins Führungszeugnis verhindern (sofern es sich um eine eintragungsrelevante Verurteilung handelt). Eventuell spielt eine Selbstanzeige aber bei der Strafzumessung, also bei der Frage, welche Strafe verhängt wird, eine Rolle.

Die Vorgeschichte spielt meines Erachtens auch keine Rolle.

Hinsichtlich der Lärmbelästigung bleibt es mir nur übrig, Sie an die Polizei zu verweisen. Lärmbelästigung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Vielleicht kommt Ihr Nachbar zur Vernunft, wenn er ein Bußgeld zahlen muss.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.
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