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Vermeiden der 1%-Regelung bei zwei PKW

| 07.04.2009 07:45 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich bin als IT-Consultant selbständig tätig, dabei erfolgt meine Tätigkeit hauptsächlich vor Ort bei meinen Kunden, so dass ein Großteil meiner PKW Fahrten betrieblich bedingt sind (Gesamtfahrleistung ca. 50 - 60.000 km p.a). Bis zum 01.03.2007 habe ich einen VW Multivan (Listenpreis Brutto ca. EUR 42.000) für diese Fahrten genutzt und für den privaten Anteil die 1%-Regelung praktiziert. Zum 01.03.2007 habe ich zusätzlich einen Audi A6 angeschafft (Listenpreis Brutto ca. EUR 60.000). Beide Fahrzeuge sind hinsichtlich Ausstattung und Komfort vergleichbar. Seit dem nutze ich den Audi A6 ausschließlich betrieblich, den VW Multivan jedoch ausschließlich privat. Fahrtenbücher führe ich nicht.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ich ab 01.03.2007 - da für private Fahrten ja der VW Multivan zur Verfügung steht - für den Audi A6 die 1%-Regelung nicht mehr anwenden muss?

Wäre es schädlich, wenn aus logistischen Gründen vereinzelt private Fahrten mit dem Audi A6 erfolgt sind, die jedoch hinsichtlich Dauer und Fahrstrecke in etwa ebenso vereinzelten betrieblichen Fahrten mit dem VW Multivan entsprechen?

07.04.2009 | 10:43

Antwort

von


(139)
Nördliche Auffahrtsallee 65
80638 München
Tel: 089 / 550 559 45
Web: http://www.ra-manfredbinder.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworte.

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist bei einem Kraftfahrzeug, das zu mehr als 50% betrieblich genutzt wird, die 1%-Regelung für die private Nutzung anzusetzen. Die private Nutzung kann nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG auch abweichend von der 1%-Regelung angesetzt werden, wenn die für das Kraffahrzeug insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege und das Verhältnis der privaten zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.
Wird das Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß geführt oder kann der Kostennachweis nicht erbracht werden, ist zwingend die Pauschalierungsmethode (1%-Regelung) anzuwenden.
Dies gilt jedoch nicht, soweit die Vermutung der tatsächlichen privaten Nutzung ausnahmsweise auch ohne Fahrtenbuch entkräftet werden kann.

Für die Anwendung der 1%-Regelung oder der Fahrtenbuchmethode wird also vorausgesetzt, dass ein Kraftfahrzeug zum Betriebsvermögen gehört und für Privatfahrten genutzt wird.

Wenn Sie nachweisen können, dass das Kraftfahrzeug ausschließlich zu betrieblichen Zwecken genutzt wird, dann ist es auch zu 100% abzusetzen.

Das Ansetzen von privater Nutzung hinsichtlich des Audi würde unweigerlich die Voraussetzungen für die Anwendung von § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG erfüllen, sodass Sie entweder die 1%-Regelung oder die Ansetzung im Rahmen der Fahrtenbuchmethode anwenden müssten.

Nach der Verwaltungsanweisung BMF IV A 6-S 2177-1/02 reicht die bloße Behauptung, das Kraftfahrzeug werde nicht für Privatfahrten genutzt oder Privatfahrten würden ausschließlich mit anderen Fahrzeugen durchgeführt, nicht aus, um von einer Anwendung der 1%-Regelung abzusehen. Es trifft daher den Steuerpflichtigen die objektive Beweislast für die ausschließlich betriebliche Nutzung des Fahrzeuges.

Daher ist Ihnen anzuraten, dass Sie – wenn Sie die 1%-Regelung vermeiden wollen – ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit weiterhelfen konnte. Bei Unklarheiten verweise ich auf die kostenlose Nachfrageoption.


Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
Rechtsanwalt


info@ra-manfredbinder.de

Ich darf schließlich noch auf Folgendes hinweisen:
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.



Rückfrage vom Fragesteller 08.04.2009 | 07:32

Sehr geehrter Herr Binder,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Wenn der Audi A6 rein beruflich genutzt wird, kann dann der Beweis, dass keine private Nutzung erfolgt, auch ohne Fahrtenbuch erbracht werden? In einschlägigen Foren wird hierbei häufig auf die Vergleichbarkeit des privaten PKW mit dem betrieblichen PKW hinsichtlich Größe, Komfort etc. abgestellt. Wenn jedoch die Vergleichbarkeit wichtig ist, so müsste es ja auch ohne Fahrtenbuch möglich sein. Denn mit Fahrtenbuch kann es dem Finanzamt letztendlich doch egal sein, ob ich privat Fahrrad fahre oder einen kleineren / größeren PKW nutze.

Freundliche Grüße
der Fragesteller

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.04.2009 | 11:05

Sehr geehrter Fragesteller,

Es muss unterschieden werden, zwischen der Berechnung des betrieblichen Nutzungsanteils, um die 1%-Regelung nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2, Satz 3 anwenden zu können und dem Nachweis, dass überhaupt eine private Nutzung vorlag. Bei ersterem kann auch eine Schätzung des betrieblichen Nutzungsanteils zulässig sein. Bei zweiteren muss ein Nachweis geführt werden, dass das betrieblich genutzte Kraftfahrzeug nicht für Privatfahrten genutzt worden ist. Das Finanzamt stellt an diesen Nachweis strenge Anforderungen, da der Anscheinsbeweis für eine private Nutzung des betrieblichen Fahrzeuges spricht („nach der Lebenserfahrung typischer Sachverhalt“). Zwar kann dieser Anscheinsbeweis dadurch entkräftet werden, dass neben dem im Betriebsvermögen geführten Kraftfahrzeug ein weiteres Fahrzeug ausschließlich für Privatfahrten zur Verfügung steht, welches in der Art, Ausstattung, Größe... mit dem ausschließlich betrieblich genutzten vergleichbar ist. Ob allein dieser Sachverhalt das Finanzamt überzeugen wird, die ausschließliche betriebliche Nutzung des Audi anzuerkennen, ist fraglich. Sollten Sie z.B. verheiratet sein und Ihrer Frau sei die Benutzung des VW gestattet, so spräche das für den Anscheinsbeweis, dass der Audi auch privat genutzt wird.

Sie können den Sachverhalt, nämlich die ausschließlich betriebliche Nutzung des Audi und die ausschließlich private Nutzung des VW vortragen. Sollte das Finanzamt dies anerkennen, dann brauchen Sie keinen weiteren Nachweis mehr zu führen. Sollte jedoch das Finanzamt den Sachverhalt nicht anerkennen, müssen Sie den nach der Lebenserfahrung untypischen Sachverhalt, nämlich die ausschließlich betriebliche Nutzung eines Fahrzeuges nachweisen. Hierfür bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch vorzulegen.

Meine Empfehlung zur Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs dient also Ihrer Sicherheit, um einen Nachweis über die ausschließlich betriebliche Nutzung des Audi für den Fall führen zu können, dass das Finanzamt eine ausschließliche Nutzung zunächst nicht anerkennt.

Mit freundlichen Grüßen


Manfred A. Binder
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.04.2009 | 11:17

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