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Vermächtnis - Welche Steuer auf Grundstück?

13.03.2017 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Tim Greenawalt


Zusammenfassung: Grundstück durch Vermächtnis im Privatvermögen

Guten Morgen,
ich habe im Rahmen eines Vermächnisses vor 10 Jahren ein Grundstück übertragen bekommen,was ich nun verkaufen möchte.Steuerschädlich konnte unter Umständen werden,daß bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte,ob es sich bei dem Grundstück um Privat oder Betriebsvermögen handelt.
Das Finanzamt schrieb auf Anfrage es sei Privatvermögen mit dem Zusatz,das
es sich nicht um eine rechtsverbindliche Aussage handeln würde,wie üblich.
Der Steuerberater meinte,daß es nicht mehr eindeutig zu klären ist,ob nun
privat oder gewerblich und das mir im Streitfall die Beweislast obliegt.
Er ist sich jedoch sicher,daß da ich Vermächnisnehmer war und kein Erbe das eventuelle Betriebsvermögen bei Übertragung automatisch zu Privatvermögen geworden ist.Sehen Sie das auch so ???.Es handelt sich um landwirtschaftliche Nutzfläche.Ich bin selbständiger Versicherungsmakler.
Die Daten:
15.02.2007 Todestag Vermächnisgeber.
Vermächnißeinforderung/notarieller Grundstücksübertragungsvertrag am 21.11.2015.
Sollte es tatsächlich Betriebsvermögen sein gibt es ab dem 55. Lebensjahr ggf. einen geringeren Steuersatz beim Verkauf ? Ich bin jetzt 54 Jahre alt.
Vielen Dank.........

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach der vorliegenden Darstellung handelt es sich bei dem Grundstück in Ihrem Eigentum um Privatvermögen.

Für Sie gilt daher die 10-Jahresfrist des § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG (sofern gleichzeitig die 3-Objekte-Grenze des BFH nicht überschritten wird). Maßgeblich ist dabei grundsätzlich der Zeitpunkt, zu dem der Erblasser das Grundstück erworben hat. Da dessen Tod über 10 Jahre zurückliegt, ist im vorliegenden Fall die Spekulationsfrist verstrichen (§ 23 Abs. 1 S. 3 EStG).

Denkbar sind 3 Konstellationen, die zum gleichen Ergebnis führen:

1. Für den Fall, dass das Grundstück ursprünglich Privatvermögen war, stellt sich die Frage nach dem Betriebsvermögen nicht.

2. Sofern das Grundstück ursprünglich Betriebsvermögen war, stellt sich die Erfüllung des Sachvermächtnisses (Übertragung an Sie) durch den/die Erben als Entnahme aus dem Betriebsvermögen dar. Die Erben müssen grundsätzlich nach Übernahme des Betriebs die Buchwerte des Erblassers fortführen. Bei der Übertragung des Betriebsgrundstücks an Sie haben die Erben dann ggf. einen laufenden Entnahmegewinn erzielt. Ihnen werden dann ggf. fiktive Anschaffungskosten in Höhe des Teilwerts zugerechnet. Auch in diesem Fall ist das Grundstück jedoch spätestens mit der Übertragung an Sie

3. Falls die Erben den Betrieb nicht weitergeführt haben, sieht die Lage schließlich wie im zweiten Fall aus, nur dass dann der Übergang von Betriebs- zu Privatvermögen in den Händen der Erben stattgefunden hat.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Greenawalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.03.2017 | 18:16

Vielen dank für die ausführliche Antwort.
Unter Punkt 2 schreiben Sie fiktive Anschaffungskosten in Höhe des Teilwertes zugerechnet.......
Zieht dies eine Steuerzahlung nachsich ?
und Ihr Absatz 2 endet mit an Sie...da fehlt etwas.Können Sie das bitte ergänzen.
Vielen dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.03.2017 | 18:42

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Der Satz muss korrekt lauten "Auch in diesem Fall ist das Grundstück jedoch spätestens mit der Übertragung an Sie in das Privatvermögen übergegangen." - pardon, der letzte Teil ist versehentlich beim Einkopieren abgeschnitten worden.

Der fiktive Aufwand hat für Sie zunächst keine steuerlich relevante Auswirkung. Er kann unter Umständen im Einzelfall Bedeutung gewinnen, etwa wenn Sie das Grundstück einmal bebauen und vermieten und dafür AfA geltend machen möchten - in diesem Fall sind Grundstückswert und Gebäudewert getrennt zu betrachten. Ebenso kann er relevant werden, falls Sie das Grundstück doch wieder in ein Betriebsvermögen einbringen wollen. Für die reine Veräußerung aus Ihrem Privatvermögen spielt er dagegen keine Rolle. Hier gilt weiterhin, dass Sie das Grundstück unentgeltlich erworben haben und für die Frist der Erwerb durch den Erblasser maßgeblich ist.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Greenawalt

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