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Verlustrücktrag §10 d Abs. 4 EStG

| 11. Juni 2020 23:11 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, jemand kann mir zu dem nachfolgenden Sachverhalt kurzfristig eine Auskunft geben:

1.) Durch den Verkauf von GmbH Anteilen im Jahr 2016 entstand ein privater Verlust. Am 03.09.2018 erging der Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages zur Einkommensteuer zum 31.12.2016 nach §10d Abs4 EStG .

2.) Im Jahr 2017 erfolgte mein Wegzug in ein anderes EU Land mit dortiger unbeschränkter Steuerpflicht. Für das „Rumpfjahr" 2017 in Deutschland gab ich in Deutschland eine EKSt Erklärung ab. Am 18.07.2019 erging der Bescheid über die gesonderte Feststellung des noch verbleibenden Verlustvortrages zur Einkommensteuer zum 31.12.2017 nach §10d Abs4 EStG .

3.) In dieser Konstellation ist es mir unmöglich (keine Steuerpflicht in Deutschland und somit keine künftigen Abgabe von Erklärungen) den verbleibenden Verlustvortrag geltend zu machen. Also bleibt nur die Möglichkeit des Verlustrücktrages. Schauen wir in die Vergangenheit.

4.) Der EKSt Bescheid 2015 erging am 13.03.2017. Auch schon damals gab es einen Anteilsverkauf mit einem kleineren Verlust. Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens wurden Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus selbständiger Arbeit und Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Veräußerungsverluste nach § 17 EStG ) verrechnet. Dies ergab einen negativen Betrag der Einkünfte in Höhe von -xx €. Dies ergab eine Steuerlast von 0€. Auf dem Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages zur Einkommensteuer zum 31.12.2015 ist vermerkt: „Verbleibende negative Einkünfte xx€. Davon ab: Verlustrücktrag nach 2014: xx€. Verbleibender Verlustvortrag 0€." Für mich ist aus den Unterlagen nicht ersichtlich, ob im Jahr 2016 diese negativen Einkünfte berücksichtigt wurden. Klärung kann wohl nur über den damaligen Steuerberater erfolgen. Wir haben keinen Kontakt mehr.

5.) Der EKSt Bescheid 2014 erging am 18.11.2015. In 2014 und den Jahren zuvor gab es keine Anteilsverkäufe. Im Jahr 2014 gab es ein zu versteuerndes Einkommen, welches höher lag, als der aktuelle verbleibende Verlustvortrag (s.o. am 18.07.2019 festgestellt).

6.) Der EKSt Bescheid 2013 erging am 23.06.2015. Im Jahr 2013 gab es ein zu versteuerndes Einkommen, welches höher lag, als im Jahr 2014.

Fragen:

#1: Kann ich den noch verbleibenden Verlustvortrag (festgestellt am 18.07.2019) als Verlustrücktrag für das Jahr 2013, behelfsweise für 2014 berücksichtigen lassen?

#1.1: Wenn ja, benötigt dies ein spezielles Steuerformular, oder kann ich den Sachverhalt ähnlich wie oben schildern und den Antrag formlos stellen? Der Elster Zugang klappt nicht aus dem Ausland... war schon ein großes Thema letztes Jahr für EKSt Erklärung 2017. Damals bin ich nach Deutschland geflogen und habe es gegen Widerstände der Sachbearbeiter erfolgreich in Papierform abgegeben.



Herzlichen Dank schon einmal!




Einsatz editiert am 12.06.2020 11:21:20

12. Juni 2020 | 13:14

Antwort

von


(197)
70 Queens Road Central
00 Hong Kong
Tel: +85281913060
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Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten möchte:

Kann ich den noch verbleibenden Verlustvortrag (festgestellt am 18.07.2019) als Verlustrücktrag für das Jahr 2013, behelfsweise für 2014 berücksichtigen lassen?

Leider ist hier § 10d Abs. 4 S. 1 EStG eindeutig formuliert:

Zitat:
Negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, sind bis zu einem Betrag von 1 000 000 Euro, bei Ehegatten, die nach den §§ 26, 26b zusammenveranlagt werden, bis zu einem Betrag von 2 000 000 Euro vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustrücktrag).


Ein Verlustrücktrag ist also nur für den unmittelbar vorangegangenen VZ möglich, in Ihrem Fall von 2016 auf 2015.

Die zwingende Reihenfolge für die Geltendmachung von Verlusten ist
1. Verlustausgleich (im selben VZ),
2. Verlustrücktrag (auf den vorhergehenden VZ),
3. Verlustvortrag (auf spätere VZ)

(vgl. Blümich/Schlenker, 151. EL März 2020, EStG § 10d Rn. 101).

Das Finanzamt hat dementsprechend Ihren Verlust aus 2015 zunächst für 2015 voll mit Ihren Einkünften ausgeglichen und danach den Rest nach 2014 rückgetragen. Da der Verlustvortrag mit EUR 0,- angesetzt wurde, dürfte von den Verlusten aus 2015 für 2016 nichts mehr übrig geblieben sein.

Allenfalls könnte man (ggf. im Rahmen einer detaillierten Beratung und unter Zuhilfenahme der Unterlagen Ihres Steuerberaters) schauen, ob Ihre Verluste aus 2016 korrekt und vollständig für 2016 berücksichtigt wurden. Aus 2015 dürften aber (siehe oben) keine Verluste mehr in 2016 geltend gemacht worden sein.

Das naheliegendste ist, Ihren Verlustvortrag in Zukunft mit beschränkt oder erweitert beschränkt steuerpflichtigen Einkünften zu verrechnen. Wenn Sie also z.B. noch Tätigkeiten in Deutschland ausüben bzw. dorthin verlagern können, könnte hier u.U. eine Möglichkeit zur Ausnutzung des Verlustvortrags bestehen.

Ebenso kann der Verlustvortrag möglicherweise dann noch genutzt werden, wenn bei Ihnen z.B. aufgrund von noch bestehenden Unternehmensbeteiligungen eine Wegzugsbesteuerung nach § 6 Abs. 5 AStG gestundet wurde und jetzt oder später ein Wegfall der Stundung eintritt (z.B. weil Sie aus der EU wegziehen) - dann wäre u.U. der Verlustvortrag nach § 6 Abs. 5 S. 7 AStG zu berücksichtigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben (auch wenn diese nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hat) und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Tim Greenawalt


Bewertung des Fragestellers 15. Juni 2020 | 13:45

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