Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verlust aus Spekulationsgeschäften


25.12.2007 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Eine RA-GbR (Einnahmen-Überschussrechnung), die aus 2 Personen besteht, hat mit Privatentnahmen im Jahre 2007 an der Börse spekuliert und einen Verlust von ca. EUR 20.000 erlitten.

Das Aktienkonto, mit dem spekuliert wurde, läuft zwar auf einen der beiden Gesellschafter als Privatkonto. Das Aktiengeschäft wurde jedoch mit Geldern von Privatentnahmen beider Gesellschafter gleichmäßig finanziert und sollte absprachegemäß als Aktiengeschäft der GbR dienen, die im Jahr 2007 einen hohen Gewinn erzielt hat.

Besteht eine Möglichkeit und welche, den Aktienverlust des Privatkokntos aufgrund der Absprachen der Gesellschafter als Verlust der GbR zu deklarieren und welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein?

Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der etwaigen Möglichkeit der Geltendmachung des Verlustes aus Aktiengeschäften als Verlust der GbR Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei muss ich leider zunächst darauf hinweisen, dass es kein Wahlrecht und damit auch keine Gestaltungsmöglichkeit gibt, Verluste aus Aktiengeschäften/privaten Veräußerungsgeschäften als Verluste einer Tätigkeit/eines Unternehmens zu deklarieren, dessen Tätigkeit nicht im wesentlichen im Handel mit Aktien besteht.

Denn das Einkommensteuergesetz unterscheidet strikt zwischen 7 Einkunftsarten, die nicht miteinander vermischt werden können.

Vielmehr wird zunächst bzgl. jeder Einkunftsart eine Summe gebildet. Die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften stellen hierbei einen Unterfall der sonstigen Einkünfte dar, die getrennt von den anderen Einkunftsarten und damit auch getrennt von den Einkünften aus selbständiger/freiberuflicher Arbeit der RA-GbR behandelt werden.

Da die Tätigkeit der RA-GbR nicht im wesentlichen (fast ausschließlich) in Aktiengeschäften liegt, können daher die Aktienverluste nicht bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit berücksichtigt werden. Denn es lässt sich wohl kaum eine Argumentation finden, weshalb die Aktienverluste Betriebsausgaben der RA-GbR sein sollten.

Darüber hinaus bestimmt § 23 Abs. 3 Satz 7 EStG, dass „Verluste nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat, ausgeglichen werden dürfen; sie dürfen nicht nach § 10d abgezogen werden.“

Es besteht somit leider weder eine Möglichkeit, die Verluste als Verluste der RA-GbR zu deklarieren, noch eine Möglichkeit, die Verluste aus den Aktiengeschäften mit den Gewinnen der RA-GbR zu verrechnen.

Dass die Gelder aus Privatentnahmen der Gesellschafter aus der RA-GbR stammen, ist dabei leider unbeachtlich.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER