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Verlust E-Mail-Konten

| 10.03.2012 12:21 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Provider hat bei einem Produktupgrade die E-Mail-Konten gelöscht. Eine Wiederherstellung scheint nicht möglich zu sein. Die gesamte Firmenkorrespondenz ist verloren.
Welche Forderungen können wir stellen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Ich unterstelle zunächst, dass der Provider vertraglich zur Speicherung der Daten verpflichtet war und diese Pflicht zumindest fahrlässig verletzt hat. In diesem Fall können Sie gemäß der §§ 280, 249 ff. BGB grundsätzlich einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen. Gemäß § 249 Absatz 1 BGB ist dabei der Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.

Der Provider ist also zunächst verpflichtet, die gelöschten Daten wiederherzustellen. Soweit eine Wiederherstellung der Dateien nicht möglich sein sollte, käme ein Wertersatzanspruch im Sinne des § 251 BGB in Betracht. Der Wert eines Bestandes von gespeicherten Daten für einen Betrieb lässt sich dabei nicht nur nach den konkreten Kosten bemessen, die der Geschädigte seit dem Schadensereignis für die Rekonstruktion von verlorenen Daten aufgewendet hat. Vielmehr ist auch von Bedeutung, inwieweit durch den Verlust Betriebsabläufe gestört und erschwert werden und zeitlicher und personeller Mehraufwand eingesetzt werden musste (ausführlich hierzu BGH, Urteil vom 9. 12. 2008 - VI ZR 173/07). In einem Rechtsstreit wären dabei die Kosten für die Rekonstruktion der beschädigten bzw. zerstörten Dateien neben dem zu ermittelnden Wert des Datenbestandes für den Betrieb des Geschädigten Grundlage für eine Schätzung des Gesamtschadens nach § 287 ZPO.

Allerdings müssten Sie sich ggfs. ein Mitverschulden gemäß § 254 BGB anrechnen lassen, wenn Sie nicht regelmäßig Sicherheitskopien Ihrer Daten erstellt haben. So hat das OLG Hamm (Urt. v. 01.12.2003 – 13 U 133/03) entschieden, dass es im gewerblichen Anwenderbereich heute zu den vorauszusetzenden Selbstverständlichkeiten gehört, dass eine zuverlässige, zeitnahe und umfassende Datenroutine die Sicherung gewährleistet. Zudem haben die meisten Provider in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Klausel, die die Haftung oder den Schaden auf die bei ordnungsgemäßer Sicherung entstandenen Kosten begrenzen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.03.2012 | 07:47

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