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Verlorener Koffer - Rückerstattung von Ausgaben

| 03.11.2008 19:25 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sehr geehrter AnwaltIn,

meine Ratanfrage bezieht sich auf ein verlorenes Gepäckstück seitens der spanischen Iberia Fluggesellschaft bei einem Rückflug von Lissabon (Portugal) nach London-Heathrow (Großbritannien) mit Zwischenlandung in Madrid (Spanien).

Zunächst habe ich den nicht angekommenen Koffer bei der Ankunft in London wie üblich am Gepäckausgabeschalter für vermisstes Gepäck angemeldet. Der Koffer galt also zunächst als verspätet.

Obwohl es sich um einen Rückflug nach England handelte, war ich aber lediglich im Urlaub dort (ich habe meinen festen Wohnsitz in Deutschland, war aber vor meinem Portugal Urlaub kurz in London gewesen und habe danach ebenfalls zwei weitere Wochen im Land Urlaub gemacht) und stand also aufgrund der Verspätung meines Koffers erst einmal ohne nichts da. Als ich die Situation am Schalter am Londoner Flughafen schilderte, wurde mir die Information gegeben dass ich folglich für jeden verspäteten Tag meines Koffers 50 Euro von der Fluggesellschaft zurückerstattet bekommen würde wenn ich die entsprechenden Quittungen vorweisen kann (Zurückerstattung nur für Ausgaben für Klamotten, Wäsche und Toilettenartikel). Folglich habe ich in meinen zweiwöchigen Urlaub entsprechend eingekauft.

Die entsprechende Belege und weitere angeforderte Unterlagen (Passkopie, Ticketkopie, Boarding Karten sowie Beleg der Verspätungsmeldung am Londoner Flughafen) habe ich dann nach zwei Wochen bei meiner Ankunft Zuhause (Deutschland) an das angegebene Postfach der Iberia Fluggesellschaft in Madrid geschickt.

Des Weiteren und da mir in England die Information gegeben worden war, dass das Gepäck bis zum 21. Tag als verspätet gilt und die Fluggesellschaft bis dahin für jeden Tag 50 Euro zurückerstattet, habe ich außerdem nach 21 Tagen einen zweiten Brief mit weiteren Einkaufsbelege an die Fluggesellschaft geschickt. Diesmal handelte es sich um weitere Ausgaben innerhalb der 21 Tage Frist, allerdings in Deutschland.

Insgesamt betragen die Kosten der Einkäufe in England und anschließend in Deutschland und somit der von mir an die Fluggesellschaft geschickten Originalquittungen also ca. 1050 Euro.

Aufgrund dessen, dass ein Koffer nach 21. Tagen dann endgültig als verloren geht, habe ich nach Ablauf dieser Frist einen dritten Brief mit einer Schadenersatzanforderung für den Gepäckverlust an Iberia geschickt.

Da ich alle drei Briefe mit Einschreiben verschickt habe, habe ich zudem Belege über deren Eingang bei Iberia in Madrid.

Meine Frage wäre zunächst ob der Anspruch auf die Kostenzurückerstattung auch dann gilt wenn es sich um einen Rückflug gehandelt hat wie in meinem Fall aber ich eben in dem Land nicht wohnhaft bin sondern lediglich im Urlaub dort war?
Die nächste Frage wäre ob trotz nach den zwei Wochen und bis zum 21.Tag auch dann einen Anspruch besteht wenn ich bereits Zuhause bin? Und zudem würde ich gerne erfahren, in welcher Höhe der Betrag für den Schadenersatz zu begleichen wäre und ob dieser zusätzlich zu den Zurückerstattungskosten für die Verspätung erstattet wird oder ob insgesamt mit Verspätung und Verlust ein Betrag von maximal 1000 SZR bezahlt wird?
Außerdem wurde ich gerne wissen ob es sowohl bei der Zurückerstattung der Einkäufe sowie für den Schadenersatz die Ticketart des gebuchten Fluges sowie eine Reiseversicherung von Relevanz ist? Ich bin nämlich in der Economy Class geflogen und habe keine Versicherung abgeschlossen.

Die Situation ist nun die, dass mir die Iberia Hotline in Großbritannien mich über diese Ansprüche informiert hat und nach deren Aussagen ich zumindest für die Verspätung des Koffers und für die belegten Einkäufe bis zum 21. Tag die Kosten zurückerstattet bekommen würde. Nun habe ich aber heute (über 2 Monaten nach dem Flug) endlich eine Rückmeldung der Fluggesellschaft erhalten, in der ich darüber informiert werde, dass ich ein Anspruch auf einen Schadenersatz („indemnity“) von 350 Euro habe. Der Brief ist allerdings recht kurz gefasst und gibt auch keine Auskunft darüber ob der Betrag sich auf die Kostenzurückerstattung bezieht oder auf den Schadenersatz allgemein. Insgesamt deckt der Betrag allerdings nicht einmal die mir in Großbritannien entstandene Kosten und ist auch weit von den 1000 SZR entfernt, die meinen Informationen zufolge ungefähr zwischen 1000-1200 Euro entsprechen müssten. Auch wenn mir bewusst ist, dass es sich hier um eine maximale Auszahlungssumme handelt und dass ich keine Reiseversicherung abgeschlossen hatte, scheint mir der Betrag im Anblick der Verspätung und des Verlustes doch recht gering.

Folglich wäre ich ihnen sehr dankbar wenn sie zu meinem geschilderten Sachverhalt und möglichen Rechte beraten könnten.

Mit freundlichen Grüßen, A.L.

Guten Abend,

Im Fall von verlorenem Gepäck gibt es einen Schadensersatzanspruch nach § 17 Abs. 2 des Montrealer Übereinkommens (MÜ). Die tatbestandlichen Voraussetzungen sind Ihrer Schilderung nach gegeben. Nach Ablauf von 21 Tagen ist nicht mehr von einer Verspätung, sondern dem Verlust des Gepäckstücks auszugehen, so dass Sie bis zu 1.000 SZR Schadensersatz verlangen können (1 SZR = ca. 1,20 EUR). In Ihrem Fall wäre also der Schaden durch die mögliche Höchstsumme gedeckt.

Diese Summe können Sie bei der Fluggesellschaft, die Ihren Koffer verloren hat, einfordern. Mit den angebotenen 350 EUR müssen Sie sich nicht zufrieden geben. Falls keine freiwillige Zahlung erfolgt, sollten Sie Klage erheben (die gerichtliche Zuständigkeit müsste dann noch genauer geprüft werden). Zunächst sollten Sie allerdings die Fluggesellschaft nochmals außergerichtlich zur Zahlung des vollen Schadensersatzes auffordern. Wenn dies keinen Erfolg hat, können Sie einen spanischen Anwalt mit dem notwendigen Schriftverkehr beauftragen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.11.2008 | 08:30

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