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Verloren gegangene Benachrichtigung des Insovenzverwalters


03.05.2007 10:14 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag sehr geehrte Damen & Herren,

eine Schuldnerin hat mich zwar als Gläubigerin beim Insolvenzverwalter genannt und dieser hat mich auch nachweislich unter meiner zutreffenden Adresse schriftlich per einfachen Brief benachrichtigt, nur ist dieses Schreiben bei mir nie angekommen. Mittlerweile befindet sich die Schuldnerin in der Wohlverhaltensphase und pfändbare Beträge werden an andere Gläubiger gezahlt. Der Insolvenzverwalter sagte mir, da hätte ich Pech gehabt - Schlamperei der Post eben, da könne niemand etwas dafür! Stimmt das?? Die Person schuldet mir über 10.000,- €, ich habe viel Geld investiert, die Forderung zu titulieren und jetzt gehe ich leer aus und komme nicht mehr in die Verteilung?? Es muss doch eine rechtliche Lücke geben!! Welcher pfiffige und erfahrene Anwalt weiß Rat??

Besten Dank & freundliche Grüße
Incompatible
03.05.2007 | 10:44

Antwort

von


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Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich aufgrund des mitgeteilten Sachverhaltes wie folgt:

Für nicht fristgerecht angemeldete Forderungen gilt § 177 InsO. Nach dessen Absatz 1 sind im Prüfungstermin sind auch die Forderungen zu prüfen, die nach dem Ablauf der
Anmeldefrist angemeldet worden sind. Widerspricht jedoch der Insolvenzverwalter oder ein Insolvenzgläubiger dieser Prüfung oder wird eine Forderung erst nach dem Prüfungstermin angemeldet, so hat das Insolvenzgericht auf Kosten des Säumigen
entweder einen besonderen Prüfungstermin zu bestimmen oder die Prüfung im schriftlichen Verfahren anzuordnen. Für nachträgliche Änderungen der Anmeldung gelten die Sätze 1 und 2 entsprechend.
Den Untergang Ihrer Forderung haben Sie damit zunächst nicht zu befürchten. Das einzige, was Sie zu befürchten haben, ist, dass der Insolvenzverwalter oder ein Insolvenzgläubiger der Prüfung Ihrer Forderung im Prüfungstermin widerspricht. Das würde für Sie dazu führen, dass ein gesonderter Prüfungstermin auf Ihre Kosten stattfindet, oder Ihre Forderung im schriftlichen Verfahren geprüft wird, wobei die Prüfung im schriftlichen Verfahren wahrscheinlich ist. Sie sollten Sie Forderung nunmehr bei dem Insolvenzverwalter anmelden. Beachten Sie, dass bei der Anmeldung der Forderung ihr Rechtsgrund ( z.B. Warenlieferung, Darlehensforderung. o.ä.) anzugeben ist. Forderung sind in Euro anzugeben. Es sind Nachweise, z.B. Vollstreckungsbescheide im Original, der Forderungsanmeldung beizufügen. Die Anmeldung der Forderung erfolgt bei dem Insolvenzverwalter. Um hier einen Zugangsnachweis zu haben, empfehle ich die Übersendung bei Einschreiben oder per Boten.

Ich hoffe, Ihre Frage ist damit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2007 | 08:32

Sehr geehrter Herr Inhestern,

besten Dank für Ihre Auskunft!

Ohne Ihre Kompetenz anzweifeln zu wollen: Sie sind wirklich sicher, dass ich jetzt im vierten Jahr der Wohlverhaltensphase der Schuldnerin, also nach Durchlaufen des Insolvenzverfahrens und nach Auskunft des Bundesanzeigers über die rechtskräftige Ankündigung über die Restschuldbefreiung, meine Forderung ganz simpel über § 177 InsO noch anmelden kann?

Ein Inkassounternehmen, das ich nämlich mit der Beitreibung beauftragen wollte, lehnte eben genau aus o.g. Gründen ab und meinte, die Forderung sei darum nicht mehr zu realisieren.
Haben die denn tatsächlich alle keine Ahnung und man kann mit einem Blick auf § 177 InsO alle meine Sorgen heilen ;-)??
Wieso weiß das "so ein Laden" nicht, dessen mich beratender Geschäftsführer seit 20 Jahren nichts anderes macht??
Nicht zu fassen!!

Wie weit reicht denn die Zeit "nach dem Prüfungstermin", um die Forderung geltend zu machen - letztlich bis zum Ende der Wohlverhaltensphase?

Oder könnte ich theoretisch nach Ablauf dieser Phase die Schuldnerin erneut vollstrecken, um mehr Geld als dann (hoffentlich) einzige Gläubigerin zu bekommen? Gibt es da Wartefristen?
Schließlich reicht mein Titel ja 30 Jahre...

Herzlichen Dank für Ihre Mühe, entschuldigen Sie bitte meine umfängliche Nachfrage, aber Ihre mich positiv stimmende Erstauskunft setzte neben neu aufflammender Hoffnung auf Recht noch einige Fragen frei!!

Mit freundlichen Grüßen
incompatible

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2007 | 10:03

Sehr geehrter Fragesteller,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich überlesen habe, dass der Schuldner sich bereits in der Wohlverhaltensphase befindet. Insoweit ist eine Forderungsanmeldung auf Grundlage des § 177 InSo nicht mehr möglich. Die Zeit nach dem Prfüungstermin reicht insoweit bis zum Schlusstermin.

Nach Ablauf der Wohlverhaltensphase können Sie Ihre Forderung nur noch vollstrecken, wenn die vom Schuldner beantragte Restschuldbefreiung nicht erteilt wird. Fristen gibt es dann bis auf die Verjährungsfrist Ihrer titulierten Forderung keine. Allerdings sind Sie dann auch nicht iom Vorteil gegenüber den Gläubigern, die ihre Forderungen angemeldet haben, weil deren Forderungen dann auch nicht kraft Gesetzes beseitigt werden, und diese dann auch wieder vollstrecken können. Ihre einzige Hoffnung ist damit, dass dem Schuldner auf Antrag eines Insolvenzggläubigers die Restschuldbefreiung versagt wird. Sie können also versuchen, einen Gläubiger zu motivieren, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Die bedeutendsten Versagungsgründe sind falsche Angaben des Schuldners vor und während des Verfahrens und Verletzung von Mitwirkungspflichten. Der Antrag kann gestellt werden bis zu einem Jahr nach der Erteilung der Restschuldbefreiung.

Leider spielt es auch keine Rolle, ob der Brief des Insolvenzverwalters bei Ihnen angekommen ist, oder nicht. Die öffentliche Bekanntmachung der Insolvenz gilt gemäß § 9 Abs. 3 Insolvenzordnung als Nachweis für die Zustellung an alle Beteiligten.

Ich bedaure, Ihnen keine für Sie positivere Auskunft geben zu können.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt

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