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Verleumdung / üble Nachrede

| 08.01.2013 01:50 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Über meine Heilpraktikerpraxis habe ich Kontakt zu einem Arzt bekommen, der mir von sehr schlimme Vorgehensweisen bei den Ärzten erzählt hat. Ich bat ihn, ein Video-Interview mit ihm machen zu dürfen. Er stimmte zu. Unter der Bedingung, dass er namentlich nicht genannt und verzerrt dargestellt wird.

In dem Interview hat der Arzt viele Details beschrieben, ohne jedoch Namen oder Orte zu nennen. Keine Aussage führt dazu, dass ein bestimmter Arzt oder eine bestimmte Klinik etc. erkannt werden könnte.

Er spricht aber davon, dass der "gesamte Berufsstand" verlogen sei und dass "alle Ärzte" regelmäßig z.B. Operationen befürworten nur um Geld zu verdienen. Und wie "alle Ärzte" dabei vorgehen, beschreibt er bis in das tiefste Detail.

Er schränkt es zwar später in dem Interview dahingehend ein, dass es "natürlich auch Ausnahmen" gibt und er nicht alle Ärzte kenne, aber in seiner Grundaussage bezieht er alles auf die Gesamtheit der Ärzte.

Meine Frage:

Ich will dieses Interview auf meiner Homepage veröffentlichen und dieses Video unter dem Titel "Ein Arzt klagt an" bekannt machen. Kann dann irgend ein Arzt Anzeige gegen mich erstatten, weil er sich verleumdet fühlt - oder wegen übler Nachrede? Er könnte ja sagen, er ist Teil dieser Gesamtheit der Ärzte und sei daher eben auch persönlich gemeint und betroffen.



Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

der Knackpunkt ist der, dass üble Nachrede/Verleumdung nur gegeben ist, wenn die Personengruppe genau bestimmbar ist.
In Ihrem Fall ist das Problem, dass der Arzt speziell "alle Ärzte" sagt und von dem "gesamten Berufsstand" spricht. Damit ist die Personengruppe derart genau bestimmbar, dass ich von einer Veröffentlichung abraten würde.

Alternativ sollten Sie das Video, sofern möglich, so schneiden, dass nur noch von "Ärzten" die Rede ist, also nicht mehr von "alle Ärzte"-

Bitte stellen Sie solange Nach- und/oder Verständnisfragen, bis Sie zufrieden sind. Wenn Sie keine Nach-/Verständnisfragen mehr haben und mit der Antwort zufrieden sind, bitte ich um eine positive Bewertung, um die Bezahlung zu ermöglichen.

Die Erbringung unentgeltlicher Rechtsberatung ist in Deutschland nach zwingendem Recht nicht gestattet.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Rückfrage vom Fragesteller 08.01.2013 | 08:48

Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Weber.

Ich müsste den Arzt wohl bitten, das Interview noch einmal neu machen zu dürfen.

Wenn er also sagt "Die Arbeit der Ärzte besteht zu 90% aus Lug und Trug. Sie empfehlen wissentlich Behandlungsmethoden, für die sie hohe Provisionen kassieren und die ..." (anstatt "Die Arbeit aller Ärzte ...") dann ist das ok?

Oder muss man sagen "Die Arbeit von Ärzten ..."?

Aber auch hier wäre die Personengruppe bestimmbar, oder?

Auf der anderen Seite lese ich ab und an Artikel, in denen z,B. steht "Politiker sind korrupt und ...".

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.01.2013 | 22:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Formulierung "Die Arbeit der Ärzte besteht zu 90% aus Lug und Trug. Sie empfehlen wissentlich Behandlungsmethoden, für die sie hohe Provisionen kassieren und die ..." wär ok.

Die Personengruppe ist nicht bestimmbar, da nicht klar ist, welche Ärzte gemeint sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.01.2013 | 14:39

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