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Verleumdung oder üble Nachrede per Email

31.05.2014 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo , hätte gerne die Einschätzung zu folgendem Fall .

Es dreht sich hier um eine einmalige Verleumdung/üble Nachrede per Email.
Habe mir leider letztens folgenden Spass erlaubt, der keiner wahr und mich jetzt auch zurecht belastet .
Habe vor einiger Zeit auf ein Inserat einer Prostituierten, nenne Sie Frau B im weiteren, geantwortet und ihr Hoffnung auf ein Treffen gemacht . Das Treffen kam natürlich nicht zustande . Über Google habe ich aus längerer Vergangenheit der Frau B private Daten finden können, wie alte Inserate über die Abgabe von Hunden und Katzen. Habe mich dabei hinreisen lassen zwei derbe, obszöne Mails an Frau B zuschreiben , wo ich sie damit aufziehen wollte , dass ich aller Welt erzähle was sie macht und das sie es mit Tieren treibt.
Frau B regierte dann, indem Sie mir mitteilte, dass alle Welt weis was Sie macht und das sie wegen dem Tiersexvorwurf die Polizei und einen Anwalt einschalten werde.
Ich weiß nicht , wie ich mich zu so einem Mist hinreisen lassen konnte, habe dann mit mehreren Emails große Reue gezeigt , sie um Verzeihung gebeten und ihr zukünftige Unterlassung angeboten . Habe erkannt , dass es kein einfacher Jungendstreich war und mir geht jetzt der Allerwerteste auf Grundeis , um ehrlich zu sein . Ich könnte im Boden versinken. Stehe aber zu meinen Fehlern und werde die Verantwortung tragen wenn es sein muss .
Ich bin Ersttäter und war noch nie im Leben auffällig , zeige tiefe Reue , könnte Heulen, weis was vor ein Mist ich getan habe , bat sie um Verzeihung , gelobte Unterlassung und werde das Ganze bestimmt nicht wieder tun .
Frau B hat meine Emailadresse und meine Handynummer .
Letzteres habe ich ihr freiwillig gegeben zum Zeichen meiner Reue.
Nun meine Fragen :
Wenn Frau B die Androhung wirklich wahr macht, was droht mir und welcher Straftatbestand wäre hier erfüllt ?
Die Mails ging nur zw. mir und Frau B , kein Dritter bekam sie. Wie hoch wäre im Durchschnitt die zu erwartende Geldstrafe bei einer Verurteilung ?
Besteht hier die Möglichkeit einer Einstellung ?
Vor allen fürchte ich ein Eintrag ins Führungszeugnis und BZR , da es evtl .berufliche Folgen haben könnte, das möchte ich mit alle Mitteln vermeiden , geht das ?
Noch hat sie die Androhung meines Wissens nicht wahr gemacht , reagiert aber auch nicht auf meine Entschuldigungsemails. Warte jetzt ab , aber die Fragen über möglich Folgen quälen mich .
Danke im voraus
Torsten S.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ohne die Sache verharmlosen zu wollen - dass die Angelegenheit mehr als nur ein schlechter Scherz war, haben Sie wohl schon selbst erkannt - will ich Sie ein wenig beruhigen.

Strafrechtlich ist die Sache nicht ganz so gravierend. Dennoch: Es ist ohne Frage der Straftatbestand der Beleidigung erfüllt, § 185 StGB - ggf. auch in zwei Fällen (2 Emails).

Üble Nachrede (§ 186 StGB ) und Verleumdung (§ 187 StGB ) scheiden aus, wenn kein Dritter die Behauptung erhalten hat.

Auch eine falsche Verdächtigung (§ 164 StGB ) wegen Behauptung des Verkehrs mit Tieren scheidet aus, wenn lediglich die B die Emails erhalten hat.

Die Beleidigung ist absolutes Strafantragsdelikt (3 Monate ab Kenntnis der Tat durch B) - vielleicht ist diese schon abgelaufen oder läuft ab...

Angesichts des - vermutlich nachweisbaren - Nachtatverhaltens würde ich auch noch von einer Einstellungsmöglicheit ohne förmliche Strafe rechnen (ggf. liegt eine Jugendstraftat vor - die Sache klingt ein wenig danach (maximales Alter des Täters: 21 Jahre).

Bei einer förmlichen Sanktion kommt auch nur eine Geldstrafe im unteren Bereich in Betracht - die Höhe hängt allerdings von der Einkommenssituation ab - Tagessatzanzahl dürfte wohl irgendwo bei 30-50 Tagessätzen liegen.

Ein Eintrag in das BZR steht erst bei einer Tagessatzanzahl über 90 an, was ich hier nicht sehe.

Wenn Sie "Post" vom Anwalt erhalten, dann sollten Sie aber vermutlich selbst einen Anwalt einschalten - neben der strafrechtlichen Komponente, gibt es in der Tat noch eine zivilrechtliche Seite, die (kostenmäßig) nicht unterschätzt werden sollte - bspw. droht die Inanspruchnahme auf Abgabe einer (strafbewehrten) Unterlassungserklärung; Ihr freiwilliges Angebot zur Abgabe lässt diesen Anspruch nicht automatisch entfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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