Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verleumdung in ebay-bewertung

16.02.2009 16:31 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter


Guten Tag,

Informationen:

Ich, privater Käufer
Verkäufer gewerblich

folgendes Problem:

Ich habe ein Kleidungsstück bei ebay für 10 euro plus 6,90 Versand ersteigert.

Nach 2 Wochen noch kein Erhalt der Ware. Fragen per e-mail wurden unbefriedigend beantwortet. Nach 3 Wochen das selbe Spiel.

In der 4. Woche aus Wut eine negative Bewertung, von mir, abgegeben:

----Betrüger! Nach drohen m. Anwalt+ebaykäuferschutz erst geantwortet! KEINE Lieferung"-------

Innerhalb 1 Stunde hatte ich eine e-mail von dem Verkäufer erhalten, mit dem Hinweis Ware wurde kurz nach Geldeingang an mich versendet, per Post Stampit Sendung wo sich leider nur das absenden beweisen lässt nicht aber der Empfang der Ware. Folglich auch keine Postverfolgung möglich. Das bei 6,90 Versand.

Jetzt hatte er noch hinzugefügt: Die Verleumdung (Betrüger!) müsse ich innerhalb 6 Stunden entfernen bzw die Bewertung abändern, ansonsten liegt der Fall morgen früh auf dem Tisch seines Anwalts.

Dies tat ich nach exakt 4,5 Stunden wie folgt:

---Betrug? Nach drohen m. Anwalt+ebaykäuferschutz erst geantwortet! KEINE Lieferung---

Trotzdem habe ich 2 Tage später ein Schreiben per Post erhalten (kein Einschreiben) 1 Din A4 Schreiben, ich sollte es Unterlassen seinen Mandaten zu verleumden. Ich musste keine Unterlassungserklärung abgeben etc. Es war nur dieses "Anschreiben"

Zeitgleich mit diesem Anschreiben erhielt ich meine ersteigerten Artikel mit express Paket Versand DPD. Ich ergänzte meinen Kommentar wie folgt sofort.

---Ware nach über einem Monat erhalten + Unterlassungserklärung wg. negativ Bewert.----

Natürlich habe ich ein paar Tage später ein weiteres Schreiben (Kostenrechnung) vom Anwalt bekommen mit der Aufforderung zur Zahlung von ca. 400 euro für das vorrausgegangende.
Als Streitwert gab er an "Geschäftswert: 4.000 gemäß § 23 Abs. 3 RVG

Auch dieses Schreiben nicht als "Einschreiben".

Zahlungsziel für mich: Eine Woche.

Anbei hat der Anwalt noch einen ähnlichen Fall zugefügt, den er für seinen Mandanten gewonnen hatte. Wohl als Druckmittel damit ich nicht gegen sein Schreiben vorgehe.

Meine vorrangigen Fragen sind:

Ist die Frist vom Verkäufer , die er mir gesetzt hat (6 Stunden) um meinen Bewertungskommentar abzuändern relevant für diesen Fall?

Hat er das damit in einer Form tolleriert?

Wie soll ich mich verhalten? Zahlen? nicht zahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Wenn Sie eine andere Person verleumden oder beleidigen, kann diese Person von Ihnen Unterlassung dieser Äußerung verlangen. Wenn diese Person zur Durchsetzung ihrer Ansprüche anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt, sind Sie grundsätzlich auch verpflichtet, die Kosten des Anwalts als Schadensersatz zu übernehmen.

Eine Verleumdung liegt gem. § 187 StGB vor, wenn Sie wider besseren Wissens eine unwahre Tatsache über einen anderen verbreiten, die diesen verächtlich macht. Mit der Bezeichnung als “Betrüger”, ohne daß Sie den Betrug beweisen können, haben Sie sicherlich eine Verleumdung begangen. Damit kann der Verkäufer grundsätzlich von Ihnen die Unterlassung dieser Äußerung verlangen.

Hier verhält es sich jedoch so, daß Sie diese Äußerung zurückgezogen haben, nachdem Sie dazu aufgefordert wurden. Die Bezeichnung “Betrug?” stellt dagegen nur eine Vermutung/einen Verdacht und keine Tatsache dar, so daß ich hier die Verleumdung verneinen würde. Dies hat zur Folge, daß dem Verkäufer keine weitergehenden Unterlassungsansprüche zustehen. Die Einschaltung eines Anwalts war somit nach meiner Auffassung nicht mehr erforderlich, da Sie bereits nach der Aufforderung durch den Verkäufer Ihre Äußerung zurückgezogen haben. Daher halte ich die Forderung des Anwalts für unbegründet.

Die von dem Verkäufer gesetzte Frist wäre relevant, wenn Sie nicht innerhalb dieser Frist reagiert hätten.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69580 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und ausführliche Antwort. Dankeschön. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnelle, kompetente Antwort hervorragende Beratung ...
FRAGESTELLER