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Verletzung durch einen Hund im Ausland (EU)

| 09.06.2016 17:19 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie um Ihre Auskunft bezüglich des nachfolgenden Falles:

Ich wurde vor ca. zwei Wochen von einem Hund in Tschechien angegriffen, die Wunden am Schenkel müssen nach einer ambulanten OP immer noch behandelt werden. Der Angriff wurde auch polizeilich protokolliert.

Die Hundebesitzerin hat mich auf ihre tschechische Haftversicherung verwiesen (ich bin staatl. anerk. Dolmetscherin für Tschechisch), ich möchte den Schadenersatz und Schmerzensgeld über einen deutschen Rechtsanwalt abwickeln (ARAG versichert).

Ist so eine Klage möglich, wenn zu der Verletzung im EU-Ausland gekommen ist?

Mit freundlichen Grüßen,
EJ

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es handelt sich in Ihrem Fall um eine Haftung der Hundebesitzerin aus unerlaubter Handlung.
Gem. Art. 4 Abs. 1 Rom-II-VO das Recht des Staates anzuwenden, in dem der Schaden eintritt, unabhängig davon, in welchem Staat das schadensbegründende Ereignis oder indirekte Schadensfolgen eingetreten sind.
Anhand der Sachverhalts gehe ich davon aus, dass hier das tschechische Recht anwendung finden wird, da der Schaden in der Tschechischen Republik eingetreten ist.

Gem. Art. 5 Nr. 3 Brüssel-I-VO kann eine Person, die ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats hat, in einem anderen Mitgliedstaat verklagt werden, wenn eine unerlaubte Handlung oder eine Handlung, die einer unerlaubten Handlung gleichgestellt ist, oder wenn Ansprüche aus einer solchen Handlung den Gegenstand des Verfahrens bilden, vor dem Gericht des Ortes, an dem das schädigende Ereignis eingetreten ist oder einzutreten droht.
D.h. am zuständigen Gericht am Ort wo Sie vom Hund gebissen worden sind.

Sie sollten zunächst die gegnerische Versicherung auffordern Schadens- und Schmerzensgeld zu zahlen. Da sich der Anspruch höchstwahrscheinlich nach tschechischem Recht richtet ist vorliegend Inanspruhnahme eines tschechischen Anwalts vorteilhafter. Alleine aufgrund der Terminswahrnehmung im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung vor dem örtlichen Gericht, wo die Sache in Tschechisch verhandelt wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 09.06.2016 | 19:06

Sehr geehrter Herr RA Stadnik,

ich bedanke mich für Ihre Antwort - für mich heißt es allerdings, dass ich die Anwaltskosten (die trotz der Gehaltsunterschiede genauso hoch sind wie in Deutschland) trotz der ARAG-Versicherung selber tragen muss und außerdem ist der Schadensersatz/Schmerzensgeld in der Tschechischen Republik viel niedriger bewerter, als in Deutschland.

Ich würde einfach die Hundebesitzerin verklagen (nach Informationen ist es nicht zum ersten Mal passiert, dass ihr Hund jemanden angegriffen hat) ohne Rücksicht auf ihre Haftversicherung, die sie selber dann in Anspruch nehmen muss. Auch in diesem Fall muss ich das Ganze in der Tschechischen Rep. abwickeln lassen?

Nochmals vielen Dank,
mit freundlichen Grüßen,
EJ

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.06.2016 | 19:31

Sehr geehrte Fragestellerin,

leider kenn ich mich im tschechischem Recht nicht aus. Es könnte durchaus sein, dass zunächst eine außergerichtliche Streitbeilegung unter Fristsetzung zu erfolgen hat. Bei Fehlen könnte die Klage nicht zulässig sein.
Auch wenn Sie die Dame direkt verklagen wollen findet tschechisches Recht vor dem tschechischem Gericht Anwendung.

Alternativ könnten Sie einen Anwaltskollegen in Deutschland finden, der der tschechischen Sprache mächtig ist. Ich kann leider nur Russisch.

Da Sie Tschechisch können, wäre die einfachste und zunächst sicherste Variante für Sie, einen Brief an die Haftpflichtversicherung der Hundebesitzerin mit Ansprüchen aufzusetzen.

Dass Ihre Rechtsschutzversicherung nicht die Kosten eines Anwalts in Tschechien übernehmen will erscheint mir nicht rechtens. Denn durch die Beauftragung spart die Versicherung Kosten, z.B. wenn ein deutschen Anwalt nach Tschechien reisen muss. Ferner dürften die Honorare etwas niedriger sein. Dies sollten Sie Ihrer Versicherung erklären.

Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
Evgen Stadnik
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 09.06.2016 | 19:54

Ich muss meine Ausführungen vollständigkeitshalber dahingehend berichtigen, dass der Gerichtsstand sich nach Art. 7 Nr. 2 VO-EU Nr. 1215/2012 richtet. Die von mir zitierte Brüssel-I-VO ist durch diese ersetzt worden.
An der Einschätzung des Falles ändert sich nichts, da der Regelungsgehalt der Verordnung der gleiche ist.

VG Stadnik

Bewertung des Fragestellers 09.06.2016 | 19:37

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