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Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen §201a StGB


| 23.10.2015 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Hallo,

ich habe folgende Dummheit begangen :

Ich bin ein krankhafter Spanner und habe in einer Sauna mit einer versteckten Kamera gefilmt. Dummerweise wurde ich dabei vom Bademeister erwischt. Als er mich stellte , war ich noch so dumm, und habe versucht ihn mit Geld zu bestechen.
Als ich mich zum Anziehen bewegte,in Begleitung des Bademeisters, versuchte ich die Kamera und die Speicherkarte zu vernichten.Leider Vergebens.
Die herbeigerufene Polizei durchsuchte mich anschließend. Auch mein Handy wurde von den Beamten durchsucht, aber es wurde nichts gefunden.Es wurde die Cam und das Zubehör konfiszierte und die Polizisten machte einen Bericht. Ich verweigerte angaben zur Sache zu machen, aber ich habe mich der Tat schuldig bekannt. Erkennungsdienstlich behandelt wurde ich nicht. Ich durfte anschließend gehen.
Gefilmt habe ich vorwiegend Frauen ohne spezieles Alter. Aber auch willkürlich. Ich habe ca.4 Stunden gefilmt.
Vorstrafen hatte ich vor über 15 Jahren wegen Verstoß gegen das BTMG.
Verstöße ähnlich wie im aktuellen Fall bestehen keine.
Ich frage mich nun, wie es nun weiter geht.
Ich werde sicher einen Anwalt konsultieren, um die Sache am besten ohne Verfahren abzuschließen. Ein Tip welcher geeigneter Anwalt in Frage kommt wäre hilfeich.
Außerdem Frage ich mich, ob eine Hausdurchsuchung deshalb ansteht. Die Polizisten machten Andeutungen, ob ich die Dateien irgendwo"hochgeladen " hätte, was ich verneinte. Ich gab auch an es zu ersten Mal getan zu haben. Die Polizisten klärten noch die Zuständigkeit. Die Kripo war demnach nicht zuständig. Mir wurde noch gesagt, dass ich wahrscheinlich Post von der Staatsanwaltschaft bekommne werde.

Vielen Dank für Ihre Mühe


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst sollten Sie in der Tat einen Anwalt beauftragen um Sie zu verteidigen. Dieser würde Akteneinsicht beantragen. Ob eine Hausdurchsuchung droht, kann man nicht mit Sicherheit einschätzen, dies hängt davon ab ob die Staatsanwaltschaft dies beantragt und ob der Richter den Beschluss erlässt. Nach Ihren Angaben gehe ich eher nicht davon aus, das es zu einer Durchsuchung kommt.

Ihr Verhalten kann nach § 201 a StGB strafbar sein, allerdings hat das OLG Koblenz entschieden, dass die Sauna kein gegen Einblick besonders geschützter Raum ist und daher keine Strafbarkeit bei heimlichen Aufnahmen besteht (OLG Koblenz, Beschluss vom 11.11.2008, 1 WS 535/08). Im zugrunde liegenden Fall war es allerdings nicht zu erfolgreichen Nacktaufnahmen gekommen, so dass keine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs vorlag. Diese Frage wird teilweise auch anders beurteilt. Da man Ihnen weitere Taten nicht wird nachweisen können, sehe ich durchaus Chancen für eine Einstellung des Verfahrens. Ihre Vorstrafe spielt keine Rolle mehr.

Es liegt jetzt an der Staatsanwaltschaft zu entscheiden ob eine Strafbarkeit besteht, Mit einer Anklage muss man nicht zwingend rechnen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 23.10.2015 | 21:26


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