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Verletzung der Privatsphäre - Wie können wir Mutters Eigentum nun zurückbekommen?

25.11.2010 10:36 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Meine Schwester war davon informiert, dass meine Mutter Medikamente einnimmt, welche süchtig machen. Durfte meine Schwester unter diesen Umständen, meiner Mutters Eigentum an sich nehmen? Sie hat sich bei meiner Mutter als Ihre Betreuerin ausgegeben, was Sie aber nicht ist.
Nun fehlt Geld und einige Wertsachen.
Meine Schwester behauptet nun, dass Sie diese Sachen nie von der Mutter bekommen hätte und das man einer "Süchtigen" sowieso nichts glauben kann.
Ausserdem hat Sie meine Mutter im Anschluss in eine Klinik eingeliefert und dort falsche Angaben bezüglich Hausartzt gemacht.
Meine Schwester bekommt übrigens eine Vollrente, Borderliner, Manisch depressiv.
Wie können wir unsere Mutters Eigentum nun zurückbekommen, bezw gegen WAS können wir eine Anzeige machen?

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Sehr geehrte Ratsuchende.

Die Herausgabe der Gegenstände und Geldbeträge der Mutter kann im Grunde nur Ihre Mutter begehren. Dabei wird im Vorfeld zu prüfen sein, inwieweit Ihre Mutter auf Grund Ihrer Medikamentenabhängigkeit, sofern eine solche besteht, dazu in der Lage ist. Unter Umständen ist im Vorfeld tatsächlich an die Einrichtung einer Betreuung für die Mutter zu denken.

Für die Herausgabe der Gegenstände ist der Nachweis zu führen, dass die Schwester die Gegenstände und das Geld ohne Zustimmung der Mutter an sich genommen hat. Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wendet die Schwester bereits ein, dass sie weder Geld, noch Gegenstände von der Mutter erhalten habe. An dieser Stelle ist daher der Sachverhalt näher zu klären und genauestens zu prüfen, wie und ob die Schwester an die Gegenstände und das Geld gelangt ist.

Natürlich sind die Angaben der Mutter nicht allein wegen ihrer Erkrankung zurückzuweisen. Ungeachtet dessen müssen aber diese Angaben bewiesen werden.

Gegen den Willen durfte die Schwester jedenfalls weder Geld, noch Gegenstände an sich nehmen.

Dieses Verhalten ist, wenn der Nachweis geführt werden kann, auch strafrechtlich relevant. Wegen des Verhaltens der Schwester kann Strafantrag gestellt werden. Dabei kann in dem Verhalten der Schwester ein Diebstahl zu sehen sein, wenn diese die Sachen und das Geld an sich genommen hat. Es kann aber der Tatbestand der Unterschlagung in Betracht kommen, wenn die Mutter der Schwester die Sachen z.B. zur Verwahrung übergeben hatte. Dabei wird auch von Bedeutung sein, dass die Schwester sich als Betreuerin ausgegeben hat .Sie brauchen bei Stellung des Strafantrages keine Strafatbestände angeben, sondern ledeglich den Sachverhalt schildern. Die Staatsanwaltschaft wird dann prüfen, welcher Straftatbestand in Betracht kommt. Im Strafverfahren wird auch wegen der genannten Erkrankungen der Schwester die Schuldfähigkeit zu prüfen sein.

Die Angaben des "falschen Hausarztes" sind unschädlich, sofern Ihrer Mutter dadurch kein Schaden entstanden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2010 | 11:41

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ich muss also einen Strafantrag Stellen. Kann ich das auch direkt beim Staatsanwalt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2010 | 11:49

Sehr geehrte Ratsuchende,

ja, Sie können diesen Strafantrag gleich direkt und auch schriftlich bei der Staatsanwaltschaft stellen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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