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Verlagsrecht / Autorenrecht


| 14.05.2007 15:35 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht



Sehr geehrte Anwälte, mein Problem ist folgendes:
Ich habe als Autor, einem Zuschussverlag ein Buch übersendet, einen Vertrag gemacht, den vereinbarten Betrag überwiesen und auf mein Buch lange gewartet. Als es dann später veröffentlicht wurde, waren über 500 Zeilen-Trennungs-Fehler, 20 Wortfehler und vier völlig geänderte Kapitelteile (letzteres war vertraglich ausgeschlossen) darin. Jetzt steht ein Rechtsstreit an, weil ich die mir dann gelieferten Bücher als Mangelware ansehe mit diesen Fehlern und nicht bezahlen möchte. Der Verlag behauptet so wäre mein Manuskript gewesen, ein von dem Verlag mir zugesandtes Musterbuch sowie eine extra beigelegte Freigabeerklärung habe ich erhalten geprüft und als fehlerfrei befunden zurückgesendet. Nun behauptet der V. das Buch nicht, die Erklärung jedoch erhalten zu haben. Ist er verpflichtet in einem "Musterbuch", welches ich abgezeichnet habe, den Beweis des Inhaltes jederzeit vorweisen zu müssen (ggfs. auch dritten gegenüber?)? Oder ist ein solcher inhaltlicher Nachweis nicht erforderlich? Ich denke, das sonst ja der Inhalt nach Gutdünken des Verlages verändert werden kann (wie er ja wurde) und der Autor später der "Dumme" ist.
Sehr geehrter Fragesteller,

so wie Sie den Vertrag schildern, handelt es sich um einen Werkvertrag. Der Verleger hat Anspruch auf den Zuschuss, wenn er das Werk hergestellt hat - also die Bücher gedruckt hat - und Sie das Werk als vertragsgemäß abgenommen haben. Hierzu dient üblicherweise die Vorlage einer Druckfahne. In Ihrem Fall hat Ihnen der Verleger anscheinend ein gedrucktes Exemplar des Buches zugesandt. Sie haben hierüber die Abnahme erklärt. Sollten die nun hergestellten Bücher dem abgenommenen Vorlageexemplar entsprechen, so müssen Sie grundsätzlich den vereinbarten Zuschuss zahlen.

Wenn ich Sie richtig verstehe weicht aber das Aussehen der jetzt hergestellten Bücher von dem Exemplar ab, das Sie als vertragsgemäß abgezeichnet haben. Insofern wären die Bücher bzw. die Auflage fehlerhaft, so dass Sie u.a. Nachbesserung verlangen können. Der Vergütungsanspruch wäre nicht fällig. Da der Verlag eine solche Abweichung bestreitet, wird es auf die Beweislast ankommen.

Grundsätzlich muss der Verlag als Werkunternehmer die Abnahme beweisen. Hierzu wird er die Freigabeerklärung vorlegen müssen. Da Sie die Freigabeerklärung in Ansehung des Vorlageexemplars erklärt haben, muss der Verleger in einem Prozess auch dieses vorlegen. Wenn Sie das Exemplar wie Sie schreiben abgezeichnet haben, müsste sich dort auch Ihre Unterschrift bzw. eine sonstige Abzeichnung wie eine Paraphierung finden lassen.

Sie haben aber auch einen gesonderten Anspruch aus § 809 BGB das von Ihnen abgezeichnete Original im Hause des Verlegers einzusehen. Diesen Anspruch könnten Sie geltend machen und bis zu dessen Erfüllung ein Zurückbehaltungsrecht gegenüber der Zahlung geltend machen.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft weiter helfen zu können.

Mit freundlichen Grüßen,

Domernicht
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.05.2007 | 19:15

Danke.
Ergänzend möchte ich noch anfügen, das vereinbart war, das der Verlag für die Werbung, den Vertrieb und Verkauf sowie die Lieferungen an die Händler oder Einzelkunden verantwortlich und zuständig ist. ich habe diese von mir geschilderten 200 Bücher als Kunde erworben.
as "Musterbuch" und die Freigabeerklärung waren nicht zusammen geheftet sondern einzel, wurden aber unter Zeugen in einen Umschlag gesteckt, dem Boten (Zeugen) zum Transport übergeben und von diesem dann versandt. Der Verlag behauptet nun, das einzelne Freigabeformular erhalten zu haben (auf einer mir auf Nachfrage zugesendeten Kopie war allerdings auch zwischen meinen Worten, welche handschriftlich geschrieben waren ein vermutlich mit TIPPEX entfernter Teil, welcher sich als ungewöhnlich großer weißer Fleck und wirklich ZWISCHEN den Worten, abzeichnete.
Den erhalt des Musterbuches bestreitet der Verlag jedoch. Ich gehe davon aus, das diese Vorgehensweise den Zweck erfüllen soll, nicht beweisen zu wollen das mein abgezeichnetes Werk eben FEHLERFREI war. Zu bemerken ist noch das in der vielen Zeit davor jedesmal wenn ich die Daten zur Korrektur bekommen habe und eben korrigiert zurück gesendet habe, ein "Kontrollexemplar" zurück kam vom Verlag, welches andere und mehr Fehler hatte als das vorherige. Ich habe diese Dateien, die e-Mails etc. alle bis heute aufgehoben.

Danke für Ihre Bemühung, das macht etwas Hoffnung,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.05.2007 | 11:25

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage ist eigentlich keine solche, sondern eine Sachverhaltsergänzung. Sie müssen wohl mit einem Rechtsanwalt vor Ort einige - evtl. vermeintliche - Widersprüche klären. So entnehme ich Ihrer Schilderung, dass Sie an der Druckfahne handschriftliche Korrekturen vorgenommen haben. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, warum Sie dann die Freigabe erklärt haben. Sofern in der Druckfahne Tipp Ex Lücken auftauchten ist die Abnahme ebenfalls ungewöhnlich. Da Sie aber zusammen mit einem Zeugen den Versand vorgenommen haben scheint die Beweislage für Sie zumindest kalkulierbar zu sein. Für die Auseinandersetzung wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

Domernicht

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"Sehr herzlichen Dank, genau diese macht mir jetzt wieder Hoffnung. In meinen doch sehr bescheidenen, finanziellen Mitteln, waren bereits diese "Verlagskosten" in Höhe von ca. 3000 € waren eine Belastung. Und nun ein etwaiger Streitfall der weitere verursachen soll, zumal die RA´s des Verlages sehr stark drohen und der Meinung sind ausschließlich ich muss Beweisen, der Verlag nicht.
Vielen Dank auch für Ihre schnelle Auskunft, Schade das Köln für mich so weit ist als Berliner. Sonst würde ich Sie beauftragen. "