Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verkürzung der Probezeit / Lehramt NRW

| 03.01.2022 10:52 |
Preis: 55,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

In dieser Frage geht es um die Verlängerung der Probezeit bei Elternzeit und/oder Krankheit sowie um eine Anrechnung vorheriger Tätigkeiten.

Guten Tag,

zwei Fragen beschäftigen mich derzeit:

ich arbeite aktuell als Lehrerin (Mathematik und Physik) an einem Berufskolleg in NRW und bin dort auf Probe verbeamtet. Ich frage mich, ob meine Probezeit verkürzbar ist, da ich zuvor bereits ein Jahr regulär als (angestellte) Lehrerin für Mathematik und Physik an einer Ersatzschule (eine Verbundschule bestehend aus Gymnasium/Gesamtschule) in NRW gearbeitet habe. Meine erste Frage lautet daher: Ist es rechtsgemäß, mir meine vorherige beruflichen Tätigkeit als (angestellte) Lehrerin auf meine Probezeit anrechnen zu lassen?

Das zweite Anliegen: Meine Probezeit wurde verlängert - der Verlängerungszeitraum ergibt sich aus a) einer (voraussichtlich) zweijährigen Elternzeit und b) einer durchgehenden Krankheitphase meinerseits von 57 Tagen.Meine zweite Frage lautet daher: Ist diese Zusammenlegung rechtsgemäß? Nach meinem Verstehen der LVO § 5 Abs. 6 ("Abgesehen von den Fällen des Absatzes 4 gelten Beurlaubungszeiten ohne Dienstbezüge und Krankheitszeiten von mehr als drei Monaten nicht als Probezeit") ist eine Zusammlegung von Elternzeit und Krankheitstagen nicht zwangsläufig?

Herzliche Grüße
SK

04.01.2022 | 17:27

Antwort

von


(17)
Königstraße 45
30175 Hannover
Tel: 0511 12220296
Web: http://kanzleihohnstock.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),


vielen Dank für Ihre beamtenrechtliche Anfrage, die mir vor wenigen Minuten zugewiesen wurde. Ihre Anfrage möchte ich gerne anhand der von Ihnen gemachten Angaben beantworten.

Zunächst einige grundlegende Informationen: Die Regelprobezeit beträgt drei Jahre, wobei Dienstzeiten als Lehrerin an einer Ersatzschule auf die Probezeit angerechnet werden können. Die Mindestprobezeit beträgt hierbei sechs bzw. zwölf Monate. Sofern solche vorherigen Dienstzeiten auf die Probezeit angerechnet werden können, sollte auf dem Dienstweg über die Schulleitung ein entsprechender Antrag auf Probezeitverkürzung gestellt werden. Sollte ein Personalrat vorhanden sein, empfehle ich Ihnen, zuvor mit diesem Rücksprache zu halten, um direkt mögliche Rückfragen der Schule zu klären zu können.

Zu Ihrer ersten Frage: Sie haben angegeben, dass Sie vor Ihrer aktuellen Tätigkeit bereits ein Jahr regulär als (angestellte) Lehrerin für Mathematik und Physik an einer Ersatzschule (eine Verbundschule bestehend aus Gymnasium/Gesamtschule) in NRW gearbeitet haben. Gemäß § 13 Abs. 2 LBG NRW (Gesetz über die Beamtinnen und Beamten des Landes Nordrhein-Westfalen) in Verbindung mit § 5 Abs. 4, Abs. 5 LVO NRW (Verordnung über die Laufbahnen der Beamtinnen und Beamten im Land Nordrhein-Westfalen) kann Ihre vorherige Lehrertätigkeit auf die Probezeit angerechnet werden, wenn die Tätigkeit nach Art und Bedeutung mindestens die Tätigkeit des zu übertragenden Amtes entsprochen hat. Dies sollte in Ihrem Fall zu bejahen sein. Ich gehe deshalb von einer Anrechenbarkeit Ihrer vorherigen Lehrertätigkeit aus. Ich empfehle Ihnen, einen entsprechenden Anrechnungsantrag zu stellen. Sollte Ihr Antrag widererwarten abgelehnt werden, könnte nach Prüfung der Ablehnungsbegründung eine anwaltliche Durchsetzung Ihrer Anrechnungsansprüche sinnvoll sein.

Zu Ihrer zweiten Frage: Die von Ihnen erwähnte "Zusammenlegung" ist nicht immer zwingend. Eine Verlängerung der Probezeit erfolgt nicht in jedem Fall. So ist eine Verlängerung der Probezeit nicht zwingend erforderlich, solange die Mindestprobezeit eingehalten wird. Eine Verlängerung erfolgt in der Regel nur dann, wenn die Bewährung oder Eignung innerhalb der Probezeit nicht festgestellt werden kann. In diesen Fällen ist i.S.d. § 5 Abs. 6 LVO NRW eine Verlängerung der Probezeit möglich. Die Probezeit kann um höchstens zwei Jahre verlängert werden. Die maximale Probezeit beträgt somit fünf Jahre. In der Verwaltungspraxis für Lehramtsanwärter:innen hat sich jedoch in den vergangenen Jahren etabliert, dass eine Verlängerung der Probezeit immer dann erfolgt, wenn Fehlzeiten wegen Krankheit, Beurlaubung oder Elternzeit von insgesamt mehr als drei Monaten vorliegen. Diese Zeiten werden dann in der Regel nicht als Probezeit gewertet, sodass es zu einer entsprechenden Verlängerung kommt. Anhand der von Ihnen gemachten Angaben muss ich daher leider von einer Rechtmäßigkeit der Verlängerung ausgehen. Durch die oben genannte Anrechnung Ihrer vorherigen Tätigkeit wird sich die Verlängerungen jedoch wieder zu Ihrem Gunsten relativieren. Dennoch empfehle ich Ihnen, über den Dienstweg eine genaue Begründung Ihrer Probezeitverlängerung zu fordern, falls Sie noch keine erhalten haben.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen nachvollziehbar beantworten konnte. Sollten Sie in Zukunft weitere Fragen haben, können Sie mich jederzeit auch direkt kontaktieren. Ich bin gerne für Sie da.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag und ein frohes neues Jahr!


Mit freundlichen Grüßen

Cedric Hohnstock
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 04.01.2022 | 20:22

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Vielen Dank für die sehr (!) ausführliche und sehr (!) verständliche, da präzise, Rückmeldung. Besser geht's nicht!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Cedric Hohnstock »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.01.2022
5/5,0

Vielen Dank für die sehr (!) ausführliche und sehr (!) verständliche, da präzise, Rückmeldung. Besser geht's nicht!


ANTWORT VON

(17)

Königstraße 45
30175 Hannover
Tel: 0511 12220296
Web: http://kanzleihohnstock.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Wirtschaftsrecht, Immobilienrecht, Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht