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Verkürzter Dachüberstand - Schadensersatz

03.02.2015 17:42 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


bei unserem neubau wurde ein dachüberstand von 35 cm statt wie vertraglich und in der baubeschreibung enthalten und vereinbart 60 cm ausgeführt.
da es uns überhaupt nicht zusagt und es nicht dem vertrag entspricht und wertmindert ist, möchten wir vom bauträger schadensersatz und möchten fragen wie hoch wir da max. gehen können, wieviel angemessen ist und wieviel man zum schluss bekommen könnte?

freue mich über eure rückmeldung.

vielen dank.

johannes

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn der Dachüberstand - wie hier - mit 60 cm vereinbart ist, tatsächlich dieser aber nur mit 35 cm ausgeführt ist, ist dieser mangelhaft. Aufgrund Ihrer Interessenlage, dass Ihnen dieser geringe Dachüberstand überhaupt nicht zusagt, sollten Sie zunächst einmal Nacherfüllung verlangen, also die Vergrößerung des Dachüberstandes auf die vereinbarten 60 cm. Der Unternehmer kann die Nacherfüllung dann verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. "Unverhältnismäßigkeit ist in aller Regel nur anzunehmen, wenn einem objektiv geringen Interesse des Auftraggebers an einer völlig ordnungsgemäßen vertraglichen Leistung ein ganz erheblicher und deshalb vergleichsweise unangemessener Aufwand gegenübersteht (BGH BauR 97, 638)". In der Regel hat der Auftraggeber objektiv ein berechtigtes Interesse an einer ordnungsgemäßen Erfüllung, z.B. dann, wenn die Funktionsfähigkeit des Werks spürbar beeinträchtigt ist, so dass er auch bei sehr hohen Kostenaufwendungen dann die Nachbesserung nicht verweigern kann, so auch BGH BauR 2002, 613.

Wenn Sie die Nacherfüllung nicht wünschen, müssten Sie trotzdem zunächst Frist zur Nacherfüllung setzen und könnten dann bei Nichtleistung z.B. Minderung des Werklohnes oder Schadensersatz verlangen.

Die Minderung im Werkvertragsrecht berechnet sich analog dem Kaufvertragsrecht. Der Werklohn ist in dem Verhältnis herabzusetzen, "in dem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert des Werks in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde". In der Regel wird man hier um eine savhvertsändige Kostenbewertung wahrscheinlich nicht umherkommen.

Ähnliches gilt für die Möglichkeit des Schadensersatzes, der sich in der Regel an den Kostenaufwendungen für die Beseitigung des Mangels durch eine andere Firma darstellt. Hier ohne weitere Sachverhaltsdarstellung - Größe des Daches, Dachzuschnitt, etc - Werte in den Raum zu werfen, wird keinen Sinn machen. Sinn würde es machen, hier Angebote von Zimmereien hinsichtlich einer Vergrößerung des Dachüberstandes einzuholen oder hierzu einen Architekten, Bauingenieur oder Bausachverständigen einzuholen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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