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Verkehrsunfall; Versicherung verzöert Schadenbearbeitung

| 21.05.2008 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


12:11
."


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

Ich wurde auf einer Hauptstraße von einem PKW rechts überholt, geschnitten und gestreift. Es kam zu einem Schaden am rechten vorderen Kotflügel meines PKW, laut Schätzung meiner Werkstätte in Höhe von 2.612,--€ inclusive MWSt. Der Fahrer des gegnerischen Fahrzeuges hielt nicht an, hat aber 1/2 Stunde nach dem Unfall bei einem Polizeirevier vorgesprochen und sich zum Unfall bekannt. Laut Polizeiakte handelt es sich um einen "Kleinunfall, der nicht förmlich aufgenommen wurde, sondern nur in der Vorgangsverwaltung nachgewiesen wurde. Herr...wurde mündlich verwarnt."
Am 27.03.2008, also vor 8 Wochen, habe ich einem Anwalt Vollmacht erteilt, meine Rechte bei der gegnerischen Versicherung zu vertreten. Mit Schreiben vom 10.04.20008 teilte die Versicherung mit, man müsse die Schadenanzeige des Versicherungsnehmers abwarten.
Seit dieser Zeit warte ich nun auf die Freigabe zur Reparatur. Ich rief deshalb am 21.05.selbst bei der Versicherung an; dabei wurde mir gesagt, der Versicherungsnehmer habe sich bislang zum Schaden nicht geäußert, er sei insgesamt 3 mal in dieser Angelegenheit vergeblich angeschrieben worden. Man könne also derzeit die Akte nicht weiter bearbeiten.

Meine Frage:

1. Kann die Versicherung gezwungen werden, den Fall endlich zu bearbeiten? Ich möchte im Juni in Urlaub fahren, nach Möglichkeit ohne demoliertem Kotflügel.

2. Ich habe das Vertrauen zu meinem Anwalt verloren. Oder tue ich ihm Unrecht? Ist ein solches Verhalten der Versicherungen üblich?

Im voraus vielen Dank für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen



21.05.2008 | 21:47

Antwort

von


(1209)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich warten die Haftpflichtversicherer mit der Schadenregulierung bis ihr Versicherungsnehmer den Schaden meldet. In diesen Fällen bleibt dem Geschädigten nichts anderes übrig, als Klage gegen Fahrer, Halter und Haftpflichtversicherer zu erheben.

Bei der geschätzten Schadenhöhe von 2.612,00 € halte ich folgende Vorgehensweise für richtig:

- Sie beauftragen einen Sachverständigen, ein Gutachten über die Höhe des Schadens zu erstellen.

- Das Gutachten senden Sie (bzw. Ihr Rechtsanwalt) an die gegnerische Haftpflichtversicherung mit einer Frist zur Zahlung. Achtung: Zunächst, also wenn Sie auf Gutachtenbasis abrechnen, kann der Reparaturschaden nur netto, d. h. ohne Mehrwertsteuer, geltend gemacht werden. Nach durchgeführter Reparatur ist auch die Mehrwertsteuer zu zahlen, es sei denn, Sie sind vorsteuerabzugsberechtigt. Hinzu kommt die Nebenkostenpauschale von 25,00 € und später ggf. Nutzungsausfallentschädigung oder Ersatz für etwaige Mietwagenkosten.

- Zahlt die Versicherung nicht innerhalb der gesetzten Frist, bleibt keine andere Möglichkeit, als die Forderung gerichtlich geltend zu machen.

- Zwischenzeitlich reparieren Sie Ihr Fahrzeug.


2.

Ihren Rechtsanwalt trifft keinerlei Verschulden an dem Verhalten der gegnerischen Versicherung. Wenn eine Versicherung nicht zahlt, bleibt (leider) keine andere Möglichkeit, als Klage zu erheben.

Daß Ihr Rechtsanwalt gewartet hat, ist nicht zu beanstanden. Schließlich darf man davon ausgehen, daß die meisten Versicherungsnehmer den Schaden Ihrer Haftpflichtversicherung auch melden. Reguliert die Versicherung sodann, hat man sein Geld schneller, als wenn prozessiert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 21.05.2008 | 22:12

Sehr geehrter Herr Raab,

Danke für Ihre Stellungnahme, Sie haben mir geholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 21.05.2008 | 22:15

Sehr geehrter Herr Raab,

Danke für Ihre Stellungnahme, Sie haben mir geholfen.

Mit freundlichen Grüßen G.Lieb.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.05.2008 | 12:11

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielleicht noch ein kleiner Tipp am Rande:

Die Versicherungsunternehmen führen Statistiken, wie häufig Schäden reguliert werden mußten und wie oft es gelungen ist, Schadenersatzansprüche abzuwenden.

Wenn man eine gegnerische Haftpflichtversicherung zur Schadenregulierung auffordert und man hat den Eindruck, daß die Sache über Gebühr hinausgezögert wird, kann man ankündigen, daß man im Fall der Zahlung nach Klageerhebung die Klage nicht zurücknehmen, sondern den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt erklären wird.

Was ist der Hintergrund? Vielfach zahlt die Versicherung, sobald die Klage zugestellt worden ist mit der Bitte, die Klage zurückzunehmen. Einen Kostenantrag werde man nicht stellen.

Nimmt der Kläger die Klage zurück, hätte er die Kosten des Verfahrens zu tragen. Wird aber kein Kostenantrag gestellt, entfällt diese Kostentragungspflicht des Klägers und die beklagte Haftpflichtversicherung übernimmt die im Prozeß entstandenen Kosten.

Owohl die Versicherung den Schaden voll reguliert hat, wird der Vorgang versicherungsintern als "Gewinn" in der Statistik geführt, weil nämlich der Kläger die Klage zurückgenommen hat. Erklärt man aber nach Zahlung der Forderung den Rechtsstreit in der Hauptsache für erledigt, ist das statitisch gesehen ein "Verlust".

Manchmal gelingt es, mit diesem Hinweis die Schadenregulierung zu beschleunigen. Eine Garantie ist das natürlich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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