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Verkehrsunfall - Parkplatz/Einbahnstraße


31.08.2017 19:13 |
Preis: 30,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Von einem Parkplatz kommend wollte ich mit meinem Auto wieder links in eine Einbahnstraße einbiegen. Beim Herantasten an die Einbahnstraße setzte eine ältere Dame, links von mir gesehen, beim Ausparken aus dem Seitenstreifen der Einbahnstraße ihr Fahrzeug weit zurück und rammte dabei mein Auto an der Stoßstange (Gesamtschaden ca. 1500€). Auf mein mehrmaliges Hupen hat die ältere Dame nicht reagiert.
Die herbeigerufene Polizei stellte der älteren Dame für das Verursachen des Verkehrsunfalls ein Verwarngeld in Höhe von 35€ aus.
Mit dem Hinweis, dass der Unfall für beide Beteiligten unabwendbar war, will die gegnerische Versicherung der älteren Dame lediglich 50% meines Schadens regulieren. Sind auch mehr als 50% durchsetzbar oder von wem geht die Hauptschuld aus?
31.08.2017 | 20:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Sind an einem Verkehrsunfall mehrere Kfz beteiligt, so hängt im Verhältnis der Fahrzeughalter zueinander die Verpflichtung zum Ersatz sowie zum Umfang des zu leistenden Schadens von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist (§ 17 Abs. 1 StVG).

Nach § 17 Abs. 2 StVG ist die Verpflichtung zu Schadenersatz ausgeschlossen, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wird. Als unabwendbar gilt ein Ereignis nur dann, wenn Halter und Fahrer "jede nach dem Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet hat".

2
Ob das auf Ihre Unfallgegnerin zutrifft, erscheint zweifelhaft, weil sie rückwärts gefahren ist.

Ist einer der Unfallbeteiligten rückwärts gefahren, spricht auch bei einem Parkplatzunfall ein allgemeiner Erfahrungssatz dafür, dass der Rückwärtsfahrende seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist und den Unfall dadurch verursacht hat (Urteil des BGH vom 11.10.2015 -VI ZR 66/16-).

Problematisch könnte sein, ob das Rückwärtsfahren nachgewiesen werden kann und was die Polizeibeamten festgestellt haben.

3.
Ich empfehle Ihnen, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Dieser könnte auch Akteneinsicht nehmen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Reinhard Moosmann

ANTWORT VON

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