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Verkaufsabschluss außerhalb eBays - Verdacht des Betrugs


| 23.02.2007 07:46 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich sollte vorraus schicken, dass diese Frage äußerst zeitnah ist
und ich vermutlich im Begriff bin die eine oder andere im rechtlichen Sinne weniger sinnvolle Handlung auszuführen.
Am 20.02.2007 habe ich über die Handelsplattform eBay Kontakt mit einem dortigen Verkäufer aufgenommen und eine Festpreisanfrage für einen angebotenen Artikel gemacht, der zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ohne Gebote war. Nach kurzem eMail-Verkehr sind wir uns über den Preis einig geworden und ich habe die Überweisung sofort im Anschluss an die Preisverhandlung per online-banking ausgeführt auf das vom Verkäufer angegebene Konto.
Als Beleg für die Überweisung habe ich die Bestätigung meiner Bank in Form eines Screenshots an den Verkäufer übermittelt sowie die Lieferanschrift.
Laut Absprache sollte das Angebot umgehend zurückgezogen werden und ich die Ware im Laufe der nächsten Tage erhalten.
Dies ist jedoch nicht geschehen und der Artikel ist noch immer im Angebot. Zudem habe auch nach Überweisung des Betrages keine Reaktion mehr auf meine eigenen eMails erhalten.
Mittlerweile sind auch erste Gebote eingegangen und zudem endet die Auktion um halb zehn.
Mein Gedanke war, mitzubieten und unter Umständen doch noch den Zuschlag auch offiziell zu erhalten, um auf diesem Wege zumindest noch den Käuferschutz von eBay in Anspruch zu nehmen.

Meine Frage lauten nun,

habe ich trotz allem, auch wenn ich den Zuschlag nicht erhalten sollte, einen rechtsgültigen Vertrag mit dem Verkäufer abgeschlossen? Der gesamte eMail-Verkehr ist gespeichert und zum größten Teil über die Server von eBay abgewickelt worden.

und wenn ich den Zuschlag erhalten sollte, spielt dabei beim Nachweis über die Zahlung das Datum eine Rolle? Im Verwendungszweck der Überweisung steht der Titel der Auktion im genauen Wortlaut.

ob es Sinn macht bei einem Kaufwert von 90EURO einen Anwalt einzuschalten? Eine Rechtsversicherung habe ich leider nicht.

welche Schritte ich als nächste unternehmen sollte?

Ich möchte noch hinzufügen, dass es vermutlich aufgrund der Dringlichkeit, der Menge des Textes und des Sachverhaltes angebracht wäre eine höhere Bezahlung als 20EURO in Aussicht zu stellen, aber leider ist meine finanzielle Situation als Student leider auch nicht die Beste und zudem scheint mir die Aussicht auf Erfolg sehr niedrig. Ich bitte hier also um Ihr Verständnis.

MfG
23.02.2007 | 07:58

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Der Zeitpunkt der Bezahlung der gekauften Ware ist rechtlich irrelevant. Bei der Klärung der Frage, ob Sie einen Anspruch auf Übereignung der gekauften Ware haben, ist entscheidend, ob ein rechtswirksamer Kaufvertrag geschlossen wurde.

Ein solcher kommt in der Regel durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zu Stande.

Beim Abschluss eines Kaufvertrages sind dies regelmässig Erklärungen über Ware und Preis derselben. Hierüber haben Sie sich offenbar fernmündlich geeinigt, sodass ich nach erster Beurteilung der Sach - und Rechtslage davon ausgehe, dass Sie einen fälligen Anspruch auf Übereignung der Ware haben.

Setzen Sie dem Verkäufer eine angemessen lange Frist zur Lieferung des Kaufgegenstandes ( Einschreiben mit Rückschein ) und drohen Sie für den Fall der Nichtleistung den Rücktritt vom Kaufvertrag und die Geltendmachung von Schadensersatz an. Wenn keine Lieferung erfolgt, etwa weil der Verkäufer zwischenzeitlich die Ware teurer anderweitig veräußert und übereignet hat, so kommt er in Leistungsverzug.

Wenn Sie dann einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen, so muss der sich im Verzug befindende Verkäufer die erforderlichen Anwaltskosten erstatten.

Ich hoffe Ihnen eine hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2007 | 08:09

Sehr geehrter Herr Kohberger,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort und die wertvollen Informationen. Ich werde Ihren Rat befolgen und den Verkäufer anschreiben. Nun fehlt mir jedoch eine Postadresse unter der ich den Verkäufer erreichen kann. Gibt es die Möglichkeit eBay unter Verweis auf die Sachlage zu einer Herausgabe der Adressdaten zu bewegen oder einen anderen Weg die Adresse in Erfahrung zu bringen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2007 | 08:28

Vielen Dank für Ihre Nachfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Dass eBay die Daten herausgeben wird, halte ich für unwahrscheinlich. Einen Versuch wäre es wert. Einen Rechtsanspruch gegenüber eBay auf Herausgabe der Adressdaten haben Sie jedoch nicht, zumal Sie mit eBay in der Sache in keinem Vertragsverhältnis stehen.

Ich rate dazu die Telefonnummer zu nutzen, um über die Telekom die Adresse zu erfahren. Ob eine Suche über die Telefonnummer zum Ziel führt ist leider nicht garantiert, da Kunden der Telekom die Möglichkeit nutzen können, sich die Suche der Adresse über eine Telefonnummer zu verbieten. Hier kommt es also darauf an, was der Verkäufer gegenüber der Telekom erklärt hat.

Eine Auskunft könnte auch von der Bank erteilt werden. Allerdings könnte sich diese gegenüber Ihnen unter Umständen auf das Bankgeheimnis berufen. Sie könnten auch Ihre eigene Bank bitten, die Adresse des Zahlungsempfängers zu recherchieren. Ob dies zum Erfolg führt kann jedoch ebenfalls nicht garantiert werden.

Ansonsten bleibt nur noch eine aufwendige Recherche oder die Anfrage beim Einwohnermeldeamt. Gegenüber diesem müssten Sie ein wohl gegebenes rechtliches Interesse an der Auskunft darlegen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
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