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Verkauf von GmbH-Gesellschaftsanteil

| 16.08.2011 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Hallo,

es besteht folgender Sachverhalt:

Ende Juni 2011 habe ich einen 25%-igen Gesellschaftsanteil an einer GmbH "X" erworben und bin dort seit 01. Juli 2011 angestellter Geschäftsführer. Da die Gesellschaft "X" erst Anfang des Jahres Jahres 2011 gegründet wurde und es noch nicht viele Geschäftsvorfälle gab, war die Wertermittlung des Gesellschaftsanteils (Stammeinlage zzgl. Gewinnanteil) recht einfach. Das Ende des Geschäftsjahres wurde auf den 30. Juni vorverlegt, um den Anteilsverkauf an mich solide bewerten zu können.

Die Geschäftsanteile befinden sich jetzt in meinem Privatbestitz. Nun möchte ich eine Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH "Y" gründen, die vollständig mir gehört und den 25%igen-Gesellschaftsanteil der GmbH "X" an die Vermögensverwaltungsgesellschaft "Y" verkaufen/übertragen.

Seit dem Kauf des 25%igen-Geschaftsanteils sind ca. 6 Wochen vergangen und es hat sehr viele Geschäftsvorfälle in der GmbH "X" gegeben.

Der Übertrag/Verkauf soll zeitnah und möglichst "unkompliziert" erfolgen.

Meine Fragen:

1. Ist es möglich den Geschäftsanteil an "X" zum gleichen Preis an die Vermögensverwaltung "Y" zu verkaufen, zu dem ich ihn vor 6 Wochen erworben habe?

2. Wenn nein, wie kann man den Wert am einfachsten festsetzen?

3. Würde es Probleme mit dem Finanzamt geben, wenn der Wert zu hoch/niedrig angesetzt wird? Was wären die Konsequenzen?

Vielen Dank!
16.08.2011 | 17:39

Antwort

von


(44)
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gerne im Rahmen der Erstberatung beantworte.

1. Möglichkeit einer Weiterübertragung zum identischen Preis.

Eine Abtretung (Übertragung) von Gesellschaftsanteilen an einer GmbH ist ein Rechtsgeschäft zwischen einem Gesellschafter und dem Erwerber der Anteile. Dabei werden alle Rechte aus dem Gesellschaftsvertrag an Erwerber (notariell beglaubigt) abgetreten und der Gesellschafterwechsel im Handelsregister vermerkt.

Da diese Abtretung wie der Verkauf einer Sache ein freies Rechtsgeschäft ist, können die Parteien den Preis, also die Gegenleistung für die Abtretung (Zahlung), auch frei verhandeln. Daher wäre auch eine Abtretung ohne Gegenleistung (bewusste Schenkung) ohne weiteres möglich.

Verbote gelten nur für gesetzeswidrige Verträge (§ 134 BGB) oder sittenwidrige Geschäfte (§ 138 BGB), bei denen eine Seite außerordentlich benachteiligt wird (Wucher), was hier schon aufgrund der Konstellation in der Sache nicht relevant ist.

Daher sind Sie auch zivilrechtlich frei, den Preis der Übertragung aus Ihrem Vermögen an Ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft frei zu wählen.
Einschränkungen einer Übertragbarkeit der Gesellschaftsanteile können sich gegenüber der GmbH oder den anderen Gesellschaftern aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben. Hier sollten Sie den Vertrag auf etwaige Klauseln prüfen, aus denen sich die Verpflichtung ergeben kann, vor der Übertragung der Anteile die Genehmigung dieser Personen einzuholen.
Sollte sich eine solche Klausel finden, können Sie den Inhalt gegebenenfalls mit einer Nachfrage von mir prüfen lassen.

Sie können also im Übrigen zivilrechtlich ohne problemlos den Preis bei Kauf der Gesellschaftsanteile auch für den Weiterverkauf ansetzen, aber auch einen anderen noch sachlich vertretbaren Preis bzw. die Anteile bewusst unentgeltlich, z.B. als private Einlage in Ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft ohne Gegenleistung dieser Gesellschaft einbringen.

3. Bewertung des Finanzamts
Da Ihre Frage vermutlich im Wesentlichen auf die steuerliche Auswirkung abzielt, werde ich diesen Punkt ausführlicher behandeln.

a)
Gegenüber dem Finanzamt sind in der Steuererklärung Verluste und Gewinne sachlich richtig zu deklarieren. Weicht ein Geschäft von realen Bedingungen ab, kann das Finanzamt statt dessen die realen Bedingungen bei der Besteuerung zugrunde legen (§ 42 Abgabenordnung).

Ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft Y wird mit ihrer Bilanzierung deklarieren müssen, welche Wertentwicklung die Anteile an der X GmbH bis zum Ende des Besteuerungszeitraums (i.d.R. Kalenderjahr) genommen haben. Bei einem Wertzuwachs ergibt sich ein zu besteuernder Gewinn, bei einer Wertabnahme ein entsprechender Verlust aus der Beteiligung.
Gleiches gilt für die Besteuerung Ihrer Kapitalwerte für den vorausgehenden Zeitraum zwischen Ankauf der Anteile und Verkauf an Y.
b)
Der Ankaufspreis wäre daher prinzipiell der Ausgangswert, es sei denn, er entsprach nicht den realen Gegebenheiten.

Zunächst liegt es (nicht nur für das Finanzamt) natürlich nahe, dass man nach nur sechs Wochen noch einen beim Ankauf entsprechenden Wert zugrunde legt. Zunächst würde es das Finanzamt daher als auffällig ansehen, wenn die Bewertungen erheblich voneinander abweichen und eher bei einer solchen Angabe eine Manipulation vermuten.

Andererseits können natürlich auch in sechs Wochen Umstände eintreten, aus denen sich eine erhebliche Minderbewertung oder Höherbewertung der Anteile ergeben muss, wie ein plötzlicher Vermögensschaden (Unfall, Diebstahl von Werten, etc) oder kurzfristige Gewinne aus Spekulationen.
Dann kann die Übernahme des Preises aus dem Übertragungsgeschäft sechs Wochen vorher auch unrealistisch sein.

Maßstab für die Bewertung in der Steuererklärung der Y GmBH und Ihrer privaten Steuererklärung bezüglich der Wertentwicklung zwischen An- und Weiterverkauf wäre der Inhalt von Zwischenbilanzen der X GmbH.

Die Vorverlegung des Geschäftsjahres ist zu einer Bewertung an sich nicht erforderlich. Eine Bewerung kann aufgrund einer ordnungsgemäßen Bilanz ggf. mit Inventur erfolgen.

Das Finanzamt kann neben den Inhalten der Bilanz natürlich auch die zugrunde liegenden Rechtsgeschäfte im Rahmen der §§ 40 ff Abgabenordnung prüfen. Ergäbe sich daraus z.B., dass der Wert der X GmbH durch die Geschäftsführung durch verdeckte Entnahmen oder gezielte Verlustgeschäfte reduziert wurde, würde das Finanzamt bei einer Prüfung ggf. auch die Angaben der Zwischenbilanz korrigieren und korrigierte Werte sowohl bei der X wie bei der Y als auch in Ihrer privaten Veranlagung ansetzen.

Unmittelbarer Anlass dafür wären freilich nur unübliche, überraschende Angaben.

Werden in der Steuererklärung Verluste oder Gewinne aus Kapitalerträgen deklariert, kann das Finanzamt auch die Ermittlung der Gewinne abgleichen, die von der Gesellschaft deklariert wurden.

c)
Bei jeder Bewertung gibt es Spielräume.
Insbesondere können sich auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder die noch nicht realisierten Zukunftschancen auf die Bewertung auswirken, selbst wenn es beim Umsatz und Ergebnis sonst keine Veränderungen gab.
Daher kommt es im Rahmen der Steuererklärung darauf an, inwieweit die subjektive Seite einer Bewertung plausibel gemacht werden kann.

Für Nachfragen oder den Wunsch einer Konkretisierung können Sie die Nachfragefunktion kostenfrei nutzen.


Rechtsanwalt Stefan Musiol
Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz

Ergänzung vom Anwalt 16.08.2011 | 20:09

Sehr geehrter Fragesteller,

ich weise ich zur Klarstellung noch darauf hin, dass die Frage 2.) zur Bewertungsweise wegen der nur steuerrechtlichen Relevanz in Frage 3) mitbeantwortet ist.


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