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Verkauf von GmbH Anteilen

08.06.2011 14:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Ich bin Gesellschafter (50%) und GF einer GmbH.

Ich spiele mit dem Gedanken demnächst, meine Geschäftsführertätigkeit bei der Gesellschaft zu beenden und meine Firmenanteile zu veräußern.

Mein Ziel ist es, nach Veräußerung meiner GmbH Anteile nach Steuern einen möglichst hohen Geldbetrag (oder Äquivalent) legal in mein Privatvermögen oder ggf. in eine eigene neue Firma/Holding zu überführen.

Hierbei würde ich auch eine Wohnsitzverlagerung ins Ausland gerne in Kauf nehmen.

Meine Frage bezieht sich auf den Verkauf der GmbH Anteile wobei ich insbesondere den zweiten Teil der Frage beantwortet haben möchte.

1.1. Welcher Steuer in welcher Höhe unterliegt der Erlös bei Verkauf der GmbH Anteile?

1.2. Kann ich die Steuer durch eine vollständige Wohnsitzverlagerung ins Ausland (z.B. Malta) legal umgehen oder reduzieren?

(diese Frage steht im Zusammenhang mit meiner anderen Frage "vorzeitige Abfindung einer Pensionszusage". Natürliche wäre ich auch an einem Gesamtkonzept interssiert)

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Ab dem 01.01.2009 werden Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer GmbH oder Aktiengesellschaft als Einkünften aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG) versteuert. Dabei kommt es anders als in der vormals geltenden Regelung nicht auf die Beteiligungshöhe an.

Der Veräußerungsgewinn, also der Verkaufspreis abzüglich der Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung des Sparerfreibetrag i. H. v. 801 € mit der 25 % igen Abgeltungssteuer versteuert, § 32 d EStG. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und ggfs. Kirchensteuer.

Bei einem Veräußerungsgewinn von EUR 100.000,- bedeute dies folgende Konstellation:

Veräußerungsgewinn EUR 100.000,-
Abzgl. Sparerfreibetrag EUR - 801,-
Abgeltungssteuer EUR 24.799,75
SoliZ 5,5 % EUR 1.363,99
Kirchensteuer EUR 2.231,98

Die steuerliche Belastung beträgt hierbei EUR 28.395,72 und damit 28,4 %.

1.2
Soweit eine Wohnsitzverlegung und damit eine Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht erwogen werden, besteht grds. für im Inland belegene Vermögenswerte eine beschränkte Steuerpflicht.

Der Veräußerungserlös von GmbH-Anteilen (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG) unterliegt dann nicht dem KapESt-Abzug, da keine auszahlende Stelle im Inland gemäß § 44 Abs. 1 Satz 3 i.V.m. Satz 4 Nr. 1 EStG vorhanden ist.

Da der Verkaufserlös gem. § 49 Abs. 1 Nr. 5 EStG nicht unter die beschränkte Steuerpflicht fällt, würde im Falle einer Veräußerung jedenfalls in Deutschland keine Besteuerung erfolgen.

Gleichwohl wäre aus meiner Sicht hier ein entsprechendes Szenario unter Berücksichigtung entsprechender Fristen bei einer Wohnsitzverlegung vorab durch einen Steuerberater zu prüfen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.06.2011 | 16:34

Guten Tag Herr Schröter,

erlauben Sie mir noch eine Zusatzfrage.

Ist es möglich, dass ein Teil meiner GmbH Anteile von der GmbH zurückgekauft werden (ähnlich einem Aktienrückkauf bei AG''s)?
Wie würde sich das steuerlich für die Firma auswirken?

Freundliche Grüße,

GP

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2011 | 22:30

Der Rückkauf eigene Anteile durch die GmbH ist grds. möglich. Allerdings sind hier strenge Voraussetzungen zu beachten. Zum einen muss dies in der Satzung nicht ausgeschlossen sein.

Weiterhin müssen die Anteile voll eingezahlt sein. Auch darf dies nicht zur Auszahlung des Stammkapitals und der nicht ausschüttbaren Rücklagen führen, § 30 GmbHG.

Hinsichtlich der Besteuerung bei Ihnen gilt das bisher gesagt. Die GmbH hat die eigenen Anteile entsprechend zu bilanzieren.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße



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