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Verkauf von Artikeln über einen Kleinanzeigemarkt


| 13.02.2006 11:47 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Ich habe 4 Videokassetten in einem Kleinanzeigenmarkt zum Verkauf angeboten und diese als Top-Anzeige markiert.
Diese Verkaufsangebote wurden in der Rubrik Videokassetten eingestellt.

Durch einen Softwarefehler des Anzeigenmarktes wurden diese Topanzeigen auch in der Rubrik DVD angezeigt.


Um den Artikel kaufen zu können muß die Topanzeige geöffnet werden und der Kauf durchgeführt werden. In dieser Ansicht ist die Kategorie der Anzeige eindeutig sichtbar und da steht das der Artikel unter Videokassette eingestellt ist.

In der Beschreibung des Artikels steht nicht explizit das es sich um Video handelt. Es werden keinerlei Ausführungen gemacht um was für ein Datenträger es sich handelt, da die Anzeige ja auch unter der Rubrik Videokassette eingestellt ist.

Ein Käufer hat 4 Videokassetten gekauft. Nach dem ich mich mit dem Käufer per EMail wegen der Kaufabwicklung in Verbindung gesetzt habe wurde der Irrtum des Käufers klar.

Ich habe den Käufer mehrfach per EMail darauf hingewiesen das er keine DVDs sondern Videos gekauft hat. Und ich habe dem Käufer mehrfach angeboten von dem Kauf zurück zutreten.

Der Käufer ist jedoch der Meinung, er habe DVD,s gekauft und möchte diese auch geliefert haben. Er ist der Meinung, das er sich nicht nochmals davon überzeugen muß das er auch den richtigen Artikel kauft. Nach Meinung des Käufers spielt es keine Rolle, das auf der Seite, auf der der Kauf durchgeführt wird, jetzt eine andere Rubrik steht.

Der Käufer will mir also den Kaufpreis überweisen und erwartet das ich DVD,s liefere. Als Alternative will er sich die DVD,s woanders kaufen und ich soll die Differenz tragen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst stellt sich die Frage, ob überhaupt ein Kaufvertrag zustande gekommen ist: Das Einstellen einer Anzeige ist üblicherweise nur die Einladung an den Käufer, ein Angebot abzugeben. Der Kaufvertrag kommt dann erst durch die Annahme durch den Verkäufer zustande.

Ich gehe hier aber davon aus, dass Sie ähnlich wie bei den meisten Internet"auktions"häusern schon durch das Einstellen ein verbindliches Angebot abgegeben haben (so z.B. bei "Euroanzeiger" - ergibt sich zumeist aus den akzeptierten AGB/Nutzungsregeln). Wenn das so ist, ist durch die Annahme des Käufers sehr wahrscheinlich ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. Auch wenn bei Öffnen der Anzeige oben die Kategorie Videokassetten erscheint, musste der Käufer meines Erachtens nicht davon ausgehen, eine Videokassette statt einer DVD zu kaufen. Dies hängt aber natürlich auch ein wenig von der Aufmachung des Anzeigenmarktes und der Deutlichkeit ab, mit der auf die Kategorie verwiesen wird.

Aufgrund des Softwarefehlers des Anzeigenmarktes haben Sie aber das Recht, den Kaufvertrag anzufechten, §§ 119,120 BGB. Dies muss allerdings unverzüglich nach Kenntnis des Anfechtungsgrundes geschehen. Sofern Sie bisher nicht nachweisbar gegenüber dem Käufer erklärt haben, dass Sie sich an den Vertrag und Ihr Angebot aufgrund des Übertragungsfehlers nicht gebunden fühlen, sollten Sie dies umgehend nochmals nachholen. Bei einer rechtzeitig erklärten Anfechtung dürfte Ihnen keinen großes Ungemach mehr drohen - ein Schadensersatzanspruch, wie ihn der Käufer sich vorstellt, wird dann jedenfalls nicht erfolgreich sein.

Eine weitere, wenn auch vermutlich weitaus schwieriger zu realisierende Möglichkeit wäre, den Betreiber des Anzeigenmarktes aufgrund seiner fehlerhaften Software in die Haftung zu nehmen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt


www.kanzlei-alpers.de
info@kanzlei-alpers.de

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2006 | 13:13

Kann eine Nachweisbare Erklärung gegenüber dem Käufer auch eine EMail sein, oder muß ein Einschreiben sein ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2006 | 16:05

Sollte es tatsächlich zum einem Prozess kommen (wovon ich ehrlich gesagt nicht ausgehe) müssen Sie - sofern der Käufer den Erhalt einer entsprechenden E-mail bestreitet - beweisen, dass dieser die besagte E-Mail bekommen hat, was praktisch kaum möglich ist.

Hier ist es aber ja offensichtlich so, dass ein reger E-Mailverkehr zwischen Ihnen und dem Käufer stattgefunden hat. Sofern der Käufer auf Ihre Anfechtungserklärungen entsprechend geantwortet hat, kann dies durchaus reichen, da in der Praxis meistens ein derartiger E-Mailverkehr letztendlich gar nicht bestritten wird.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

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