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Verkauf über Ebay - sign. Pressefotos


24.10.2005 18:27 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Guten Tag,
ich habe eine Nachfrage - ich habe über die Jahre hinweg - Pressefotos - auf Börsen, Flohmärkten etc. gekauft und dann von den Sportler signieren lassen. Jetzt habe ich einige meiner doppelten bei Ebay eingestellt - mit dem Hinweis Foto vom Pressefotografen - info über datum oder Fotograf sind auf dem Foto ersichtlich.
Ich habe jetzt entdeckt - das auf dem Foto allerdings rechtliche Hinweise sind - dieses foto ist ein werk nach dem UrhG-. Jede Nutzung ist honorarpflichtig. Weitergabe an Dritte nur mit unserer Zustimmung. Veröffentlichung nur mit Namenskennung.

Darf ich meine doppelten gar nicht bei Ebay anbieten - und hätte ich das Bild nicht einstellen dürfen.

Ein Bild wurde gestern von einem Urheber selbst gekauft - kann da jetzt was auf mich zukommen?

Bitte um Hilfe und info

Danke
Guten Abend,

Sie haben leider mit dem Weiterverkauf der Photographien gegen das Urheberrecht des Photographen verstoßen.

Dieser hat als Urheber das ausschließliche Recht, sein Werk zu verbreiten, also zu verkaufen. Dies ergibt sich aus den §§ 15, 17 des Urhebergesetzes, die ich Ihnen nachfolgend zitiere:

UrhG § 15 Allgemeines

(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere

1. das Vervielfältigungsrecht (§ 16),
2. das Verbreitungsrecht (§ 17),
3. das Ausstellungsrecht (§ 18).

(2) Der Urheber hat ferner das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben (Recht der öffentlichen Wiedergabe). Das Recht der öffentlichen Wiedergabe umfasst insbesondere
1. das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht (§ 19),
2. das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a),
3. das Senderecht (§ 20),
4. das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger (§ 21),
5. das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung (§ 22).

(3) Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.


UrhG § 17 Verbreitungsrecht

(1) Das Verbreitungsrecht ist das Recht, das Original oder Vervielfältigungsstücke des Werkes der Öffentlichkeit anzubieten oder in Verkehr zu bringen.

(2) Sind das Original oder Vervielfältigungsstücke des Werkes mit Zustimmung des zur Verbreitung Berechtigten im Gebiet der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum im Wege der Veräußerung in Verkehr gebracht worden, so ist ihre Weiterverbreitung mit Ausnahme der Vermietung zulässig.

(3) Vermietung im Sinne der Vorschriften dieses Gesetzes ist die zeitlich begrenzte, unmittelbar oder mittelbar Erwerbszwecken dienende Gebrauchsüberlassung. Als Vermietung gilt jedoch nicht die Überlassung von Originalen oder Vervielfältigungsstücken

1. von Bauwerken und Werken der angewandten Kunst oder
2. im Rahmen eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses zu dem ausschließlichen Zweck, bei der Erfüllung von Verpflichtungen aus dem Arbeits- oder Dienstverhältnis benutzt zu werden.


Dies bedeutet zunächst, daß Sie auf Unterlassung -also Stop des Verkaufs- und Schadensersatz in Anspruch genommen werden können. Der Schadensersatz bezieht sich auf die entgangenen Lizenzgebühren, die der Photograph eigentlich für die Weiterveräußerung hätte erhalten müssen.

Sie sollten zunächst den Verkauf bei ebay abbrechen und die Angebote zurückziehen. Theoretisch kann Ihnen von dem Urheber noch eine Unterlassungsaufforderung zugehen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 24.10.2005 | 20:21

DEr Fotograf hat sich gemeldet und die Sache seinem Anwalt übergeben - er meinte es kämen kosten in wert von 500 Eu - 1000 Eu pro Foto auf mich zu.

Da ich mehrere Fotos in den letzten Wochen angeboten habe - und diese bereits versenet habe - nun die Frage - muss ich pro Foto dann 1000 EU zahlen - es können so 40 Fotos von diesem Fotografen gewesen sein - also 40.000 EU?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.10.2005 | 20:49

Guten Abend,

die Forderung von 40.000,- € halte ich schlicht für illusorisch. Über den Anwalt werden Sie voraussichtlich eine Unterlassungserklärung erhalten, die Sie unterzeichnen sollen. Dann sollen Sie auch die Kosten de Photographen tragen. Hierauf werden sich die Kosten, die man Ihnen ungefähr nannte, beziehen. Bei der Unterlassungserklärung müssen Sie auf den Inhalt und insbesondere den bei den Kosten genannten Gegenstandswert achten, da dieser häufig unverhältnismäßig hoch angegeben wird.

Sie können gerne noch einmal auf mich zukommen, sobald Ihnen die Post vom Rechtsanwalt vorliegt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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