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Verkauf landwirtschaftl. Ackerland


| 19.08.2005 21:43 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Guten Abend!

Muss der Verkauf von landwirtschaftlichem Ackerland, das ich vor 2 Jahren (2ha)von meinen Eltern überschrieben bekommen habe, versteuert werden?
Wie hoch wäre der Steueranteil am Verkauf oder gibt es gar einen Freibetrag in welcher Höhe?
Ich bin gewerblicher Arbeitnehmer, das Ackerland ist momentan verpachtet.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


Ihre Frage beantworte ich anhand Ihrer Angaben wie folgt:

Sofern – wie Sie es andeuten – das zu verkaufende Ackerland Teil eines zu einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb gehörigen Grund und Bodens ist, kommt Ihnen möglicherweise die Steuervergünstigung des § 14 a Abs. 4 Satz 1 EstG zu Gute.

Danach wären von Ihnen nur Veräußerungsgewinne über einen Betrag von € 61.800,- hinaus zu versteuern (= Freibetrag, anders als bei einer Freigrenze, bei der nach Überschreitung der Grenze der gesamte Gewinn herangezogen wird).
Bei einer Größe des Grundstücks von 2 ha wären Sie somit vermutlich im grünen Bereich.

Dies gilt aber laut § 14 a Abs. 4 Satz 2 EstG nur im Falle einer hier möglicherweise erfolgten Hofübernahme oder Hoferbfolge, und dann auch nur, insoweit Sie den Veräußerungspreis für eine etwaige Abfindung weichender Erben – hier also evtl. Ihre Geschwister – verwenden (bei sogenanntem „Fideikommiss“. Zweck: die landwirtschaftlichen Betriebe sollen nicht zerstückelt werden).
Darüber hinaus verlangen die Bestimmungen des § 14 a Abs. 4 Satz 2 sowie Satz 3 EstG weitere komplexe Voraussetzungen, die hier im Rahmen dieses Forums nicht geprüft werden.

Sollten Sie die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllen, verbleibt es dabei, dass Sie als privat Veräußernder den Verkauf gemäß § 23 Abs. 1 EstG zu versteuern haben werden, wobei die tatsächlich zu entrichtende Steuer nur im Zusammenhang mit Ihren sonstigen Einkünften insgesamt ermittelbar ist.
Die in § 23 EstG vorgesehene Spekulationsfrist von derzeit 10 Jahren (danke, Herr Lafontaine) werden Sie vermutlich nicht einhalten können.


Für über Ihr zunächst angebrachtes Anliegen hinausgehende Fragen empfehle ich Ihnen, innerhalb unseres Teams oder anderweitig einen Fachanwalt für Steuerrecht oder einen Steuerberater zu konsultieren. Dieser wird auch anhand Ihrer anderweitigen Einkünfte eine für Sie verbindliche Aussage treffen können.


Ich hoffe, Ihnen zunächst weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2005 | 14:47

Sehr geehrter Herr Geyer,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage(n).
Mein Bruder hat das Elternhaus übernommen, er betreibt aber keine Landwirtschaft, genausowenig wie ich. Damit trifft der erste Teil Ihrer Antwort für mich nicht zu.
So wie es aussieht gibt es für den Verkauf von Ackerland also auch eine 10-jährige Spekulationsfrist.
Ich habe mal bei meinem Eikommenssteuerprogramm den Verkaufspreis von 35000 Euro eingegeben und da müsste ich ja fast 15000 Euro an Steuern an das Finanzamt zahlen.
Das wäre ja Wahnsinn (ist soviel wie der Jahresbruttoverdienst meiner Frau)!
Ich werde mir nun einen Termin bei einem Steuerberater einholen und hoffe, dass er mir weiterhelfen kann!

Vielen Dank nochmal!

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2005 | 23:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre mitdenkende Nachfrage.

Bezüglich der möglichen Steuervergünstigung käme Ihnen diese allenfalls noch dann zugute, wenn Ihr Pächter eine einem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb dienende Nutzung des Grundstücks betreibt.
Ansonsten verbleibt es bei meiner vorläufigen Einschätzung, wie Sie offenbar richtig erkennen, auch hinsichtlich der Spekulationsfrist.

Ob die von Ihnen selbstständig berechnete Steuerschuld zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen. Von der Größenordnung her erscheint sie – isoliert betrachtet – leider durchaus realistisch.

Ihr Steuerberater wird Sie sicherlich hierzu im Zusammenhang mit der Prüfung Ihrer anderweitigen Einkünfte zu einer sinnvollen Lösung des Problems hinführen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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