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Verkauf geerbte Gebäude und Freifläche und Waldfläche 8000m2

09.05.2020 19:08 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


21:35

Guten Tag,
ich habe 2016 8000 m2 Gebäude und Freifläche sowie Waldfläche geerbt.Insgesamt 8000 m2.Der Erblasser hatte es Jahrzehnte im Besitz.Spekulationssteuer fällt also nicht an.Laut Finanzamt handelt es sich um Privatvermögen.
Nun habe ich gelesen,daß bei Waldbesitz grundsätzlich von einem Forstbetrieb ausgegangen wird.
Ich habe den Wald nicht bewirtschaftet und auch keinen Handel mit de Holz betrieben.
Ich habe nun ein Verkaufsangebot in Höhe von 280000.- Euroerhalten und würde gerne verkaufen.
Das Grundstück befindet sich in Niedersachsen.
Habe ich mit Steuern zu rechnen ? Falls ja,welcher Wert wird dann besteuert ? Die Bäume,der Grund und Boden ?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

09.05.2020 | 20:33

Antwort

von


(67)
Roseplatz 6
31787 Hameln
Tel: 01772422226
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Sehr geehrte/r Rechtsratsuchende/r, 
 
nachfolgend nehme ich gerne zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der steuerlichen Beurteilung eines Verkaufs der insgesamt 8000 m2 Gebäude und Freifläche sowie Waldfläche Stellung:

Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass der Auffassung des Finanzamtes, wonach Privatvermögen vorliegt, zuzustimmen ist, und zwar schon aufgrund des Schreibens des Bayerischen Landesamtes für Steuern vom 14.10.2014 - Az: S 2232.1.1-2/3 St32 - bzgl. der Vereinfachungsregelungen bei der Feststellung der Betriebseigenschaft und der Kaufpreisaufteilung bei Veräußerung von Forstflächen. 

Denn hiernach "ist das Vorliegen eines Forstbetriebs unter Berücksichtigung aller Umstände des jeweiligen Einzelfalles nach dem BFH-Urteil vom 26.06.1985 (BStBl 1985 II S. 549 ) und in den im FMS vom 24.06.1986 angeführten Grundsätzen zu entscheiden. Nach den bisherigen Erfahrungen ist es jedoch nicht zu beanstanden, wenn aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung bei forstwirtschaftlich genutzten Flächen hinsichtlich einer Betriebseigenschaft von folgenden Flächengrößen ausgegangen wird:
Bei einer Flächengröße bis 2 ha ist mangels eines Totalüberschusses regelmäßig keine Betriebseigenschaft gegeben.

Bei einer Flächengröße ab 2 ha ist regelmäßig ein Totalüberschuss und damit eine Betriebseigenschaft gegeben."



Da Sie mitteilen, dass die Gesamtfläche in dem von Ihnen geschilderten Fall 8000 qm, somit 0,8 ha aufweist, liegen Sie deutlich unter der o.g. Grenze, weshalb das Finanzamt offenbar die Einordnung als Privatvermögen getroffen hat. 



Zu Ihrer Absicherung vor einer etwaigen anderen Einordnung durch das Finanzamt und zur Vermeidung von Nachfragen durch das Finanzamt empfehle ich Ihnen allerdings, das Finanzamt unter Hinweis auf die bisherige Einordnung und die o.g. Verwaltungsanweisung um verbindliche Auskunft des angedachten Verkaufs zu ersuchen. Denn angesichts des von Ihnen genannten Verkaufsangebots sollten Sie sich im Vorfeld bestmöglich vor späteren "bösen Überraschungen" schützen. 

Erst in einem 2. Schritt, wenn also das Finanzamt nunmehr wider Erwarten eine Einordnung als land- und fortwirtschaftliches Betriebsvermögen vornehmen sollte, wäre die Bewertung mit dem Finanzamt zu klären, da hier sowohl der Grund und Boden als auch ein möglicher Holzertrag angesetzt werden. 


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen gerne unter RA-Fey@web.de für etwaige Rückfragen zur Verfügung. 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht


Rückfrage vom Fragesteller 09.05.2020 | 21:20

...vielen Dank für ie schnelle Antwort..
Ich hatte bereits in 2017 30000 m2 Ackerland verkauft.Damals wurde mir vom Finanzamt schon schriftlich mitgeteilt,daß sich der Acker und der Grundbesitz der jetzt verkauft werden soll im Privatbesitz befindet.
Es ist also nicht so,wie mir heute mitgeteilt wurde,das ein Waldgrundstück immer gwerblich zu sehen ist,auch wenn die Landwirtschaft vom Erblasser schon aufgelöst wurde,mal abgesehen von der Fläche unter 2 HA ?
Wie gesagt hatte mir Heute jemand berichtet,daß ein Wald sozsagen niemals privat werden kann,auch wenn die Landwitrschaft aufgelöst wurde.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.05.2020 | 21:35

Sehr geehrter Rechtsratsuchender,

bis zu einer Fläche von 2 ha wird sogar grds. vom Privatbesitz ausgegangen, so dass eine Versteuerung nicht erfolgt.

Allerdings könnte das Finanzamt aufgrund des jetzt geschilderten Vorfalls des Verkaufs von 3 ha Ackerland in 2017 davon ausgehen, dass nun insgesamt beide Verkäufe gemeinsam zu betrachten wären, so dass die Schwelle eines Verkaufs im Privatvermögen überschritten sein könnte.

In anderen vergleichbaren Fällen wird nämlich häufig auf eine sog. Gesamtbetrachtung abgestellt.

Ich empfehle Ihnen daher, vor einem Verkauf eine verbindliche Auskunft beim Finanzamt zu beantragen oder einen Gesprächstermin beim Finanzamt in Anwesenheit einer Vertrauensperson Ihrer Wahl als Zeugen zu beantragen.

Verkaufserlöse in der von Ihnen beschriebenen Größenordnung wecken nunmal Begehrlichkeiten, vor denen Sie sich m.E. im Vorfeld absichern sollten...

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

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