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Verkauf eines geerbten EF-Haus


| 09.04.2018 16:10 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Mein Mann hat 2013 das 40 Jahre alte Haus seiner Mutter geerbt, ca. 180 qm Wohnfläche, Grundstücksgröße insgesamt 720 qm. Da das Haus in einem sehr schlechten Zustand war, eine Renovierung für uns auf Grund unseres Alters (beide über 70) und einer schweren Erkrankung meines Mann nicht mehr infrage kam und wir darüber hinaus nur Kosten hatten, haben wir uns zum Verkauf entschlossen, der Ende Oktober 2017 stattfand.
Der Notar hat unsere Steuer-Id-Nr. verlangt. Ich gehe davon aus, dass er den Verkauf beim Finanzamt angezeigt hat oder müssen wir den Verkauf dem Finanzamt melden? Wir sind beide Rentner, haben keine weiteren Einkünfte mehr und müssen keine Einkommenssteuererklärung abgeben. Kann es sein, dass wir Steuern für den Verkauf zahlen müssen, weil das Haus innerhalb der 10-Jahres-Frist verkauft wurde? Der Erlös liegt unter dem Erbschaftssteuer-Freibetrag .

Für die Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich im Voraus.

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

So die Mutter Ihres Mannes die Immobilie nach 2008 käuflich erworben hätte, wäre hier ggf. über einen zu versteuernden Spekulationsgewinn nachzudenken.

Davon gehe ich aber einmal hier nicht aus. Bitte berichtigen Sie mich sofern ich hiermit falsch liege.

Der erbliche Erwerb allein führt nicht zu einem steuerlich anzugebenden Gewinn im Sinne der §§ 22 und 23 EStG. Es kann auch hier kein Gewinn ermittelt werden, da es an einem einstigen Kaufpreis fehlt, der vom Verkaufserlös abzuziehen ist.

Dass der Notar Ihre Steuer-ID benötigte ist allein dem Umstand geschuldet, dass dieser gesetzlich verpflichtet ist jeden Immobilienkaufvertrag den Finanzbehörden mitzuteilen. Mit der ID kann diese den Verkauf eindeutig zuordnen und ggf. je nach Vereinbarung auf die Beteiligten wegen einer geschuldeten Grunderwerbssteuer zukommen.

Sie selbst müssen hier dem Finanzamt nichts mitteilen.

Das Rentner grundsätzlich keine Einkommensteuererklärung mehr abgeben müssen ist nach der aktuellen Gesetzgebung ein Trugschluss.
Die Befreiung von der EKSt ist nur bis zu einem bestimmten Betrag gegeben. Dieser hängt zusammen mit Ihrem Renteneintrittsalter und der allgemeinen Steuerfreigrenze von derzeit 9.000 Euro in 2018.

Im Übrigen hätte ein zu versteuernder Verkaufsgewinn nichts mit dem Erbschaftssteuerfreibetrag zu tun. Das sind verschiedene Paar Schuhe. Bei der Erbschaftssteuer geht es um die Besteuerung einer unentgeltlichen Vermögensübertragung bei der Einkommensteuer hingegen, um die Besteuerung von Einkünften.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen



Bewertung des Fragestellers 09.04.2018 | 17:42


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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung. Freundliche Grüße aus Aachen Rechtsanwalt Andreas Wehle