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Verkauf eines Wohnhauses

| 20.08.2015 20:17 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Ich wurde als Maklerin vor einigen Monaten beauftrag ein Wohnhaus zu verkaufen. Nun war es soweit und vor zwei Wochen wurde der Verkauf protokolliert.
Jetzt kam raus, dass dieses Haus dem gleichen Kunden schon einmal von einer anderen Maklerin gezeigt wurde, aber zu einem ganz anderen Preis.
Diese Maklerin hatte keinen Verkaufsauftrag jedoch bat sie darum, das Haus speziell einem Ehepaar zu zeigen das genau so ein Haus gesucht hat. Die besagten Interessenten haben dann abgesagt jedoch in der Zwischenzeit hat die Maklerin die Gelegenheit genutzt und noch einem weiteren Kunden das Haus gezeigt, um den es jetzt hier geht. Dieser Kunde hat das Haus besichtigt und da ihm der Preis von 1.500.000,00 Euro zu hoch erschien hat auch er abgesagt. Ein Jahr später sah er dasselbe Haus im Netz für 990.000,00. Er meldete sich bei mir und nach einem Besichtigungstermin hat man sich schnell geeinigt.
Nun hat die frühere Maklerin mitbekommen das ihr damaliger Kunde das Haus gekauft hat und hat Provisionsanspruch angemeldet.
Der Kunde ist natürlich nicht erfreut darüber und würde gerne wissen ob er tatsächlich zwei Provisionen zahlen muss.
20.08.2015 | 22:21

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:


1. Voraussetzungen des Provisionsanspruchs

Ob Ihr Kunde die frühere Maklerin bezahlen muss, kann leider nicht abschließend mit ja oder nein beantwortet werden.

Für den Anspruch auf Maklerprovision ist es erforderlich, dass der abgeschlossene Kaufvertrag inhaltlich mit dem Maklerauftrag übereinstimmt. Eine solche Übereinstimmung liegt regelmäßig jedoch dann nicht vor, wenn erhebliche Preisnachlässe gewährt werden.

Im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 06.02.2014 (Az.: III ZR 131/13) wurde beispielsweise entschieden, dass bei einem Preisnachlass von 50 Prozent keine inhaltliche Identität mehr vorliegt, sodass ein Anspruch auf Maklerprovision ausgeschlossen ist. Bei Preisnachlässen von bis zu 15 Prozent liege eine Identität dagegen vor.

Bei Ihrem Kunden bewegt sich der Preisnachlass zwischen diesen beiden Bereichen: Im Vergleich zum ersten Verkaufsangebot liegt beim jetzt vereinbaren Kaufpreis ein Preisnachlass von rund 33 Prozent vor. Wie ein Gericht hier die Frage der inhaltlichen Übereinstimmung entscheiden würde, kann leider nicht beurteilt werden.

Weitere Voraussetzung für den Provisionsanspruch ist, dass die frühere Maklerin den letztendlichen Vertragsschluss ursächlich herbeigeführt hat. Bei einem Zeitablauf von über einem Jahr wird eine solche Ursächlichkeit jedoch nicht mehr bedingungslos vermutet. Im Streitfall könnte diese Frage nur nach einer gerichtlichen Beweisaufnahme entschieden werden.


2. Widerrufsrecht

Sofern der damalige Maklervertrag über das Internet oder andere Fernkommunikationsmittel zustande gekommen ist, besteht allerdings die Möglichkeit eines Widerrufs. Falls eine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht nicht erfolgt ist, beträgt die Widerrufsfrist ein Jahr und zwölf Monate ab Abschluss des Maklervertrages.


3. Ratschlag

Sofern ein Widerruf noch möglich ist, sollte Ihr Kunde von diesem Recht Gebrauch machen. Der Provisionsanspruch wäre damit erledigt.

Falls ein Widerrufsrecht dagegen nicht mehr bestehen sollte, ist bei einer Nichtzahlung der Provision ein gewisses Kostenrisiko vorhanden. Es besteht durchaus die Gefahr, dass die Maklerin Klage erhebt. Wie das Gericht sodann über den Anspruch entscheidet, ist aus den aufgezeigten Punkten nicht abzuschätzen.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Ergänzung vom Anwalt 20.08.2015 | 22:26

Hinsichtlich der Widerrufsfrist ist mir leider ein Tippfehler unterlaufen. Richtig muss es heißen:

"Falls eine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht nicht erfolgt ist, beträgt die Widerrufsfrist zwölf Monate und 14 Tage ab Abschluss des Maklervertrages."

Bewertung des Fragestellers 24.08.2015 | 18:46

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"Ich war mit der umfangreichen und verständlichen Antwort sehr zufrieden. Nun kann ich meinem Kunden die Informationen weitergeben und wir wissen wie man argumentieren kann auch wenn es nicht 100 % klar ist wie ein Richter entscheiden würde.
Ich bedanke mich recht herzlich und ich werde Sie weiterempfehlen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 24.08.2015
5/5,0

Ich war mit der umfangreichen und verständlichen Antwort sehr zufrieden. Nun kann ich meinem Kunden die Informationen weitergeben und wir wissen wie man argumentieren kann auch wenn es nicht 100 % klar ist wie ein Richter entscheiden würde.
Ich bedanke mich recht herzlich und ich werde Sie weiterempfehlen.


ANTWORT VON

(81)

Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
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