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Verkauf eines Hauses, das ich vor der Eheschließung alleine gekauft habe

26.05.2016 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Ich habe in 2003 ein Haus gekauft. In Nov.2004 haben wir geheiratet und meine Frau ist zu mir gezogen.

Jetzt, in 2016, möchte ich mein Haus wieder verkaufen.

Muss ich den aus dem Verkauf erzielten Kaufpreis hälftig mit meiner Frau teilen, oder ist dieses Geld alleine mir zur Verfügung - d.h. meine Frau hat keinen Anspruch ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass kein Ehevertrag geschlossen wurde und Sie mit Ihrer Ehefrau im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben und Ihre Ehefrau nicht als Miteigentümerin des Grundstücks im Grundbuch eingetragen ist.

Das vor der Ehe bestehende Vermögen wird im Falle einer Scheidung nicht geteilt. Es stellt lediglich Ihr Anfangsvermögen vor der Eingehung der Ehe dar.
Wenn Sie das Grundstück während der Ehe verkaufen, steht das Geld alleine Ihnen zur Verfügung. Eine Teilung findet erst im Falle der Scheidung beim Zugewinnausgleich statt, § 1363 BGB.
Dabei ist folgendes zu beachten, war das Grundstück beispielsweise vor der Ehe 100.000 € wert und verkaufen Sie diesen für 100.000 €, ändert sich nichts an Ihrem Vermögen, da keine neues Vermögen hinzugetreten ist.
Verkaufen Sie das Grundstück dagegen während der Ehe für 150.000 €, so haben Sie einen Mehrwert von 50.000 € erwirtschaftet.
Im Falle eines Zugewinnausgleichs hätte Ihre Ehefrau somit Anspruch auf die Hälfte (25.000 €). Es sei denn, sie hat während der Ehe eine Vermögen aufgebaut das gegengerechnet werden kann, § 1363 BGB.

Beachten Sie allerdings § 1365 BGB. Demnach kann sich ein Ehegatte nur mit Einwilligung des anderen Ehegatten verpflichten, über sein Vermögen im Ganzen zu verfügen. Hat er sich ohne Zustimmung des anderen Ehegatten verpflichtet, so kann er die Verpflichtung nur erfüllen, wenn der andere Ehegatte einwilligt.
Die Veräußerung eines Grundstücks, dass nahezu das ganze Vermögen des Ehegatten bildet steht unter Einwilligungsvorbehalt des anderen Ehegatten. Ansonsten ist das Geschäft voerst nach Maßgabe des § 1366 BGB bis zur Erteilung der Einwilligung schwebend unwirksam. Wird die Einwilligung verweigert, führt dies zur Unwirksamkeit des Rechtsgeschäfts. Dies hat zur Folge, dass Ihre Ehefrau Grundbuchberichtigung verlangen kann und Sie sich gegenüber dem Erwerber schadensersatzpflichtig machen.

Der BGH (Urt.v. 16.01.2013, Az.: XII ZR 141/10) geht von einer Vermögensübertragung im Ganzen aus, wenn der verfügende Ehegatte 85 % seines Vermögens oder mehr aus der Hand gibt.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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