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Verkauf der Gesellschaftsanteile der GmbH

10.11.2012 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Ich habe eine inhabergeführte GmbH. Das Stammkapital habe ich mit 25.000 voll erbracht.
Die GmbH (Sanitärbetrieb) gibt es seit Dezember 2008. Bis Oktober 2011 habe ich mit einem anderen, angestellten Geschäftsführer den Betrieb geführt, dann ist er aus persönlichen Gründen ausgeschieden.
Nun überlege ich, mich von dieser Firma zu trennen und sie meinem ehemaligen Geschäftsführer zu übertragen bzw. er ist an einem Kauf interessiert. Die Firma läuft gut, die Zahlen haben sich seit Oktober 2011 zum Positiven verändert.
Jetzt die Fragen:
1. Der potentielle Käufer möchte nicht die 25.000 bezahlen, hält den Preis für zu hoch. Gibt es eine Möglichkeit die Anteile nur mit 12.500 zu beziffern und er erhält trotzdem die gesamten Gesellschaftsanteile, also 100 %? (Ich selbst halte den Wert für angemessen).
2. Der Käufer müsste sich das Geld von mir leihen, um die Firma zu kaufen und bräuchte seiner Ansicht nach noch ca. 12.500, um die Firma in der ersten Unruhephase aufzufangen kostentechnisch. (Mehr als 25.000,- sollen es also für den Käufer nicht werden)
3. Es gibt noch Gesellschafterdarlehen, die sich in der Firma befinden, wie sieht es steuertechnisch damit aus, wenn ich sie in der Firma belasse, muss der Käufer evtl. Schenkungssteuer bezahlen)
4. Der potentielle Käufer befindet sich noch bis Ende 2014 in der Insolvenz (betrieblich und privat). Der Kauf könnte also nur über Dritte abgewickelt werden und dann als Darlehen an ihn weiter gegeben werden, welches er mir dann nach seiner Insovlenz zurückzahlt.
5. Welche Möglichkeiten hat der potentielle Käufer überhaupt mit seiner Insovlenz in einer inhabergeführten GmbH (von ihm geführt)? Welche Steine werden ihm in den Weg gelegt?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und anhand der Einsatzes wie folgt:

zu 1.) Hier möchte ich anmerken, dass der Wert eines Unternehmens sich nicht nach dessen eingebrachter Stammeinlage bemisst, sondern wie überall nach einem allgemeinen Marktwert. In aller Regel orientiert man sich hier an dem aktuellen Bilanzwert plus/minus eventueller weiterer Faktoren, die eben wertsteigernd oder aber wertmindernd zu bewerten sind.
Auch ein Verkauf für nur 1,00 bzw. 100.000,00 Euro wäre denkbar, je nachdem, ob sich der Wert des Unternehmens und das Interesse am Markt einen entsprechenden Preis realisieren lässt.
Wenn Sie persönlich hier den Wert ihres Unternehmens mit nur 12.500 Euro bemessen, dürfen Sie dies selbstverständlich tun.
Bitte beachten Sie doch, dass auch auf ihrer Seite die jeweiligen steuerlichen Gewinne und Verluste berücksichtigt werden. Ob es hier zu unangenehmen Nachfragen kommen kann, ist diesseits nicht vorhersehbar.
zu 2.) Wie oben schon angemerkt dürfen Sie mit ihrem Vermögen anstellen, was Sie möchten (natürlich im gesetzlichen Rahmen).
Selbstverständlich dürfen Sie dem Käufer auch ein Darlehen iHv. 25.000 Euro für den Kauf ihres Unternehmens gewähren. Um den Sachverhalt jedoch nach außen so halbwegs schlüssig zu erklären, sollten Sie sich jedoch sehr viele Gedanken darüber machen, was alles in dem entsprechenden Darlehensvertrag enthalten sein soll.
Für jeden außenstehenden Dritten sieht es nach meinem Dafürhalten so aus, als würden Sie ihr Unternehmen an den Erwerber verschenken und geben noch einen Bonus iHv. 12.500 Euro dazu.
Unverständliche Fragen von Behörden, Dritten sollten Sie daher nicht überraschen.
zu 3.) Gesellschafterdarlehen stehen auf der Passivseite der Unternehmensbilanz, sie spielen eine gewisse Sonderrolle des Eigenkapitals, obwohl es eigentlich dem Fremdkapital zuzurechnen wäre.
Soweit Sie als Veräußerer dem Erwerber hier die genannten Darlehen erlassen und sozusagen des quasi Fremdkapital in Eigenkapital des Unternehmens umwandeln, gehört die mit zum Bilanzwert und ist damit Unternehmenskapital, nicht mehr Unternehmerkapital.
Die Frage der Schenkung hinsichtlich des Gesellschafterdarlehens macht mir hier weniger Kopfzerbrechen, als die der unentgeltlichen Weitergaben der gesamten Firma. Wie gesagt, hier werden mit Sicherheit entsprechende Fragen und Ansichten des nicht nachvollziehenden Unverständnisses auf Sie zukommen.
zu 4.) Die Privatinsolvenz des potentiellen Erwerbers stellt insoweit schon irgendwie ein erhebliches Problem dar.
Grundsätzlich darf ein Schuldner in der Privatinsolvenz auch Vermögenswerte erwerben, doch lebt der Schuldner immer in der Gefahr des Zugriffs der Gläubiger auf dieses Vermögen.
Mit Vermögen ist hier nicht nur die Summe x Euro gemeint, die Sie dem Käufer freundlicher Weise überlassen wollen, sondern auch der Anteil (notfalls auch 100%) der Gesellschaftsanteile des Unternehmens. Die Schuldner können sich auch auf die Erlöse aus der Unternehmung beschränken, müssen die jedoch nicht notwendiger Weise. Dies hängt in der Regel von vielen unterschiedlichen Faktoren innerhalb der Privatinsolvenz ab.

Die Möglichkeiten bzw. Stolpersteine des Käufers sind sehr zahlreich und sind von hier nicht zu beurteilenden Faktoren abhängig, beispielsweise sollen hier genannte werden, die Höhe der zu tilgenden Schulden, die Anzahl der Gläubiger, wer die Gläubiger sind (eher risikofreundlich oder eher konservativ) und hier zuletzt das bisherige Verhalten des Schuldners in der Insolvenz selbst.

Die vorgenannten Punkte lassen hier nicht vermuten, dass Sie sich hier Gedanken, um Ihre Position in dem Geschäft machen und nicht noch andere hier nicht genannte Motivationen dahinter stehen.
Als mein Mandant würde ich Ihnen hier in jedem Falle davon abraten, an den von Ihnen gewählten Käufer zu veräußern und sich stattdessen einen anderen solventen Interessenten zu suchen. Wertvolle Hilfe dabei erhalten Sie sicherlich bei ihrer Handwerkskammer oder IHK.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick gegeben zu haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

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