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Verkauf Aktien durch Vorerben

13.08.2009 08:42 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Einem nicht befreiten Vorerben stehen ausschließlich die Erträge aus einem Aktiendepot zu. Er verkauft jedoch die Aktien in dem Depot und verwendet das Geld für seine Lebensführung (Auto, Abzahlen seines Hauses etc.).

Worauf erstreckt sich bei Eintreten der Nacherbschaft der Anspruch der Nacherben gegen den Vorerben?
1) Auf den Kurswert der Aktien bei Eintritt der Vorerbschaft?
2) Auf den Kurswert der Aktien zum Zeitpunkt des Verkaufs durch den Vorerben?
3) Auf den Kurswert der Aktien bei Eintritt der Nacherbschaft, da ja im "Normalfall" die Nacherben diese Aktien erhalten hätten?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Zutreffend ist hier Ihre vorgegebene Antwort 2.

Mit Eintritt des Vorerbfalls erlangt der Nacherbe eine Anwartschaft an dem Nachlass, nicht jedoch an den einzelnen Nachlassgegenständen. Es bestand also eine Anwartschaft des Nacherben an den Aktien, bzw. an dem Nachlass mit dem Inhalt Aktien. Da diese nunmehr aber verkauft worden sind, besteht weiterhin ein Anwartschaftsrecht an dem Nachlass. Jetzt aber ohne Inhalt Aktien, sondern an dem Geld, welches der Vorerbe für die Aktien bekommen hat.


§ 2111 BGB:

(1) Zur Erbschaft gehört, was der Vorerbe auf Grund eines zur Erbschaft gehörenden Rechts oder als Ersatz für die Zerstörung, Beschädigung oder Entziehung eines Erbschaftsgegenstands oder durch Rechtsgeschäft mit Mitteln der Erbschaft erwirbt, sofern nicht der Erwerb ihm als Nutzung gebührt. Die Zugehörigkeit einer durch Rechtsgeschäft erworbenen Forderung zur Erbschaft hat der Schuldner erst dann gegen sich gelten zu lassen, wenn er von der Zugehörigkeit Kenntnis erlangt; die Vorschriften der §§ 406 bis 408 finden entsprechende Anwendung.

§ 2134 BGB:

Hat der Vorerbe einen Erbschaftsgegenstand für sich verwendet, so ist er nach dem Eintritt der Nacherbfolge dem Nacherben gegenüber zum Ersatz des Wertes verpflichtet. Eine weitergehende Haftung wegen Verschuldens bleibt unberührt.


Bei Eintreten der Nacherbschaft erstreckt sich der Anspruch des Nacherben gegen den Vorerben in diesem Fall auf den Kurswert der Aktien zum Zeitpunkt des Verkaufs durch den Vorerben. Bzw. anders ausgedrückt, der Nacherbe hat gegen den Vorerben einen Anspruch auf Auszahlung des Betrages, welchen dieser für den Verkauf der Aktien erhalten hat.

Der Nacherbe erhält die Erbschaft erst mit dem Ereignis, an das die Nacherbschaft geknüpft ist (Nacherbfall). Verfügt der Vorerbe entgeltlich über Nachlassgegenstände, so fällt das Entgelt in den Nachlass (Surrogation, § 2111 BGB).

Verletzt der Vorerbe zum Nachteil des Nacherben seine Verpflichtungen, macht er sich diesem gegenüber schadensersatzpflichtig. Allerdings hat der Vorerbe nur für diejenige Sorgfalt einzustehen, welche er in eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt (§ 2131 BGB).

Hier ist die 30-jährige Frist zur Geltendmachung des Ansprüche des Nacherben gegen den Vorerben zu beachten.

Weiterhin kann ein Schadensersatzanspruch gegen den Vorerben in Betracht kommen, wenn die Aktien im Vergleich zum Zeitpunkt der Nacherbschaft deutlich unter Wert verkauft wurden, § 2134 BGB. Dies wäre aber gesondert zu prüfen.

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