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Verkäufer will vom Kaufvertrag zurückteten da Verkaufspreis zu niedrig


10.06.2008 18:45 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Kugler



Ich habe in einer Online-Auktion für 100,00 Euro (dies war auch der Startpreis), einen Goldbarren ersteigert. Der Verkäufer hatte auch einen Sofortkaufpreis angeboten, dessen Höhe ich nicht mehr weiss, der Sofortkaufpreis verschwand ja nach Abgabe des Startpreises.Nach Auktionsende sandte ich dem Verkäufer eine Mail mit der Bitte um Angabe der Bankverbindung. Als Antwort bekam ich vom Verkäufer die Mitteilung, dass er mir zur Ersteigerung seines Goldbarrens gratuliert und gleichzeitig die Erklärung, dass es von mir wohl nur ein Scherz ist anzunehmen, dass er mir den Goldbarren für 100,00 Euro überlässt. Das Mindestgebot läge bei 15.000 Euro und sei leider nicht erzielt worden. Es gab jedoch kein ausgeschriebenes Mindestgebot, nicht mal einen Hinweis darauf. Ich habe auch in einer Rechtssprechung gelesen, dass sich der Verkäufer auf einen Schreibfehler beim Startpreis berufen kann. Bisher ist es noch nicht geschehen. Wie sind meine Chancen?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst möchte ich mich für Ihre gestellte Frage bedanken und diese in Anbetracht Ihres geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes kurz wie folgt beantworten.

Die bisherige Rechtsprechung haben Sie auf Ihrer Seite, so entschied das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg in einem Urteil vom 28.07.2005, Az.: 8 U 93/05, dass das Angebot eines Versteigerers verbindlich und nicht widerruflich ist. Das folgt aus § 9 Ziffer 1 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von eBay; dort wird die gesetzlich (§ 130 Abs. 1 S. 2 BGB) vorgesehene Möglichkeit des vorherigen oder gleichzeitigen Widerrufs der Willenserklärung ausgeschlossen. Das Gericht führt in seiner Begrüdnung weiter aus, dass die Besonderheiten von Internetauktionen die Unwiderruflichkeit der Vertragsangebote erfordern. Der Bieter wäre der Willkür des Anbieters ausgesetzt, wenn dieser es sich jederzeit überlegen könnte, ob er ein Angebot gelten lassen will oder nicht.

Diese Rechtsauffassung in einem Beschluss des Kammergerichts (KG) Berlin vom 25.01.2005, Az.: 17 U 72/04 bestätigt.

Das Landgericht Bonn entschied in einem Urteil vom 12.11.2004, dass eine Bindung auch dann zu bejahen ist, wenn der erzielte Kaufpreis objektiv in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zum Kaufgegenstand steht. Danach sei es gerade das typische Risiko einer Online-Auktion, dass unter- oder überpreisige Werte erzielt werden könnten.

Eine Anfechtung des Angebots wegen Erklärungsirrtums ist nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Urteil vom 26.01.2005, Az.: VIII ZR 79/04 grundsätzlich möglich. Allerdings war die Situation in diesem Urteil eine andere. Der Anbieter konnte belegen, dass es sich um eine Falscheingabe eines Mitarbeiters aufgrund eines Fehlers in der verwendeten Software handelte.

Dieses Urteil dürfte auch auf die sog. Zahlendreher Anwendung finden.

In Ihrem Fall wird dieser jedoch nur schwer zu begründen sein. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Anbieter mit dem Startpreis in Höhe von 100,00 € Bieter locken und ebay Einstellungsgebühren sparen wollte.

Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler
Rechtsanwalt

Zum Abschluss möchte ich Sie noch auf Folgendes ausdrücklich hinweisen:

Diese Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich diese Auskunft lediglich auf die Informationen, die mir Rahmen der Sachverhaltsschilderung zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine umfassende verbindliche Beratung unerlässlich. Deshalb weise ich Sie ausdrücklich daraufhin, dass diese Leistung nicht im Rahmen der Online-Beratung erbracht werden kann.

Bitte beachten Sie auch bei der Beantwortung Ihrer Nachfrage. Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Darüber hinaus ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Schon daraus ist erstichtlich, dass diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen kann. Ich bitte Sie dies stets zu beachten!

Nachfrage vom Fragesteller 10.06.2008 | 22:53

Danke für Ihre umgehende Antwort.
Allerdings handelte es sich bei dieser Auktion nicht um eine Ebayauktion sondern eines anderen Online-Auktionsanbieters (Adibay). Macht das einen Unterschied?
Nur noch eine abschließende Frage: Hätte ich mit der Beschreitung des Gerichtsweges gute Erfolgsaussichten und welcher Streitwert wäre geltend? Der Betrag zu dem ich den Gegenstand ersteigert habe oder der tatsächliche Wert (hier 1 kg Goldbarren)des strittigen Kaufobjektes?
Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2008 | 13:06

Wenn die allgemeinen Geschäftbedingungen des Aktionshauses (Adibay) den von ebay ähneln, macht es keinen Unterschied. Eine genaue Auskunft kann ich Ihnen jedoch erst nach einem Blick in die AGB´s geben.

Der Streitwert bestimmt sich nach dem Wert des Goldbarren, weil Sie schließlich diesen heraus haben wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler


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