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Verkäufer will mehr Geld

23.06.2008 13:15 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin


Hallo,

am 05.05.2008 haben meine Freundin und ich einen Kaufvertrag für eine englische Bulldogge unterschrieben und eine Anzahlung in Höhe von €200,00 geleistet. Der gesamte Kaufpreis sollte €750,00 betragen. Der Welpe sollte noch bis mindestens zur 8ten Lebenswoche beim Verkäufer und dem Muttertier bleiben.
Wir hatten jetzt 2 Wochen Urlaub gemacht und haben uns direkt danach wieder beim Verkäufer gemeldet um über die Abholung des Tieres zu reden. Am Telefon teilte er uns mit, dass er bzgl. des Preises noch einmal mit uns sprechen müsse, da es sich ja um ein Weibchen handele und er für den Rüden auch €1000,00 erhalten hätte.
Somit sind wir gestern am 22.06.2008 zu dem Verkäufer gefahren. Er wollte von uns nun auch €1000,00 haben, da wir uns ja auch einen Urlaub leisten konnten und er finanzielle Probleme hätte.
Wir sind auf die neue, höhere, Geldforderung nicht eingegangen, da wir ja einen schriftlichen Vertrag über €750,00 mit dem Verkäufer abgeschlossen hatten.
Er hat noch weiter auf uns eingeredet und uns sein Leid geklagt und nicht verstanden, dass wir nicht bereit sind, plötzlich €250,00 mehr zu zahlen.
Als ich Ihm dann sagte, dass er wortbrüchig sei, wurde er sauer und verwies uns seines Hauses. Dabei drückte uns seine Frau die €200,00 Anzahlung in die Hand.
Eine beiderseitige Vertragsauflösung fand nicht statt. Ebensowenig wurde der Rückerhalt der €200,00 bestätigt.
Vor der Tür drohte er mir noch Schläge an, da wir Ihn als wortbrüchig bezeichneten und uns verarscht fühlten, da wir ja einen Vertrag geschlossen hatten. Der Verkäufer meinte dazu nur, dass Verträge dazu da sind um nicht eingehalten zu werden. Worauf meine Freundin meinte, dass das vielleicht in der Türkei so sei, aber nicht in Deutschland. Daraufhin verfolgte er uns bis zu unserem Auto. Ich fuhr los, bevor er die Wagentür öffnen konnte, da ich kein Interesse an einer körperlichen Auseinandersetzung hatte.

Den Hund wollen wir nicht mehr unbedingt haben, aber die Art und Weise, wie das ganze abgelaufen ist, möchten wir ungerne auf uns sitzen lassen, da ja ein gültiger Vertrag gemacht wurde.

Ist es sinnvoll hier noch etwas zu unternehmen?

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt Stellung nehme:

I. Aufgrund des nach Ihren Angaben nach wie vor bestehenden Kaufvertrages ist der Züchter verpflichtet, Ihnen den Hund zu übergeben und Ihnen das Eigentum daran zu verschaffen - und zwar gegen Zahlung von (nur) 750,00 €.

Einen höheren Kaufpreis kann der Züchter nicht mit Erfolg verlangen, weil hierfür die erforderliche Vertragsgrundlage fehlt.

Deshalb haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, die Übergabe und Übereignung des Hundes - notfalls mit gerichtlicher Hilfe - durchzusetzen. Dabei ist allerdings zu beachten, daß Ihr Erfüllungsanspruch wohl erst fällig wird, wenn der Hund ein gewisses Alter erreicht hat.

II. Prinzipiell könnte statt des Erfüllungs- auch ein Schadensersatzanspruch zu Ihren Gunsten bestehen.

Dies setzt im wesentlichen voraus, daß der Züchter seine kaufvertraglichen Pflichten bei Fälligkeit auch innerhalb einer ihm hierfür gesetzten Frist nicht erfüllt. Eine Fristsetzung ist entbehrlich, wenn der Züchter - wovon hier wohl auszugehen ist - die geschuldete Leistung ohnehin ernsthaft und endgültig verweigert. Ihm eine Frist zu setzen, wäre in diesem Fall schlicht sinnlos.

Darüber hinaus müßten Sie durch den Vertragsbruch des Züchters (selbstverständlich) einen ersatzfähigen Schaden erleiden. Dies wäre etwa dann der Fall, wenn Sie bei einem anderen Züchter tatsächlich mehr als 750,00 € für einen Welpen zahlen müssen. Ihr (konkreter) Schaden bestünde in diesem Fall in der Differenz zwischen dem verlangten und dem tatsächlich gezahlten Kaufpreis.

Denkbar ist im übrigen auch eine sog. "abstrakte" Schadensberechnung. Dabei wird zu Ihren Gunsten als Schaden die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und dem Marktpreis für einen entsprechenden Hund angenommen.

Ich hoffe, daß diese Ausführungen Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage und Ihre Möglichkeiten bieten. Bitte machen Sie bei Bedarf von der Möglichkeit Gebrauch, eine kostenlose Nachfrage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

fea@trettin-rechtsanwaelte.de
www.trettin-rechtsanwaelte.de

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