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Verkäufer verlangt Löschung einer negativen Bewertung

28.01.2010 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Für o.g. Artikel habe ich teuren Sonderversand bezahlt. Der Vkäufer bot eine einfache Digitalkamera als "Digitale Videokamera, NEU" an. Bei Erhalt stellte sich jedoch heraus, dass lediglich eine Zusatzfunktion zum Erstellen von kurzen Videos (30 sec.) verfügbar ist.
Die Artikelbeschreibung war auch nicht vollständig ausgefüllt.

Ich habe den Verkäufer negativ bewertet und als Kommentar "Artikel geschönt" hinterlassen. Der Verkäufer fand diesen Kommentar ungerechtfertigt und fordert unter Androhung von Schadensersatz die Löschung der Bewertung.
Ich habe daraufhin einen Ergänzungskommentar mit "Artikel ok. Teuren Sonderversand bezahlt, billige Warensendung erhalten". hinterlassen.
Damit ist er auch nicht zufrieden und fordert weiterhin eine Löschung des Kommentars und der Bewertung, die nach jetztiger Lage nur per richterliche Verfügung gelöscht werden kann, da alle anderen Voraussetzungen ausscheiden.

Im Detail erhielt ich: eine unordentliche "Schüttladung" mit Papierknülls und einem kleinen Fetzen Polsterfolie in einem bereits gebrauchten Umschlag. (Adressiert an Verkäufer).

Ich habe versucht, diesen Zustand in knappen Worten sachlich wiederzugeben.

Der Verkäufer stellt diese Art und Weise seines Versands als Sonderversand dar und kassierte dafür 4,90.

Unter Sonderversand habe ich jedoch eine saubere, sorgfältige, feste und geschlossene Verpackung erwartet und den Versand mind. als Brief od. Päckchen.

Der Verkäufer hat den "FAIR - Verein zum fairen Umgang im Internet" beauftragt. Dieser fordert nun ebenfalls die Löschung des Kommentars und der Bewertung.
Frage: Ist mein Ergänzungskommentar unsachlich? Kann daraus eine Schadensersatzforderung von 100 Euro abgeleitet werden?
Ist es dem Käufer zuzumuten, selbst einen Kommentar dazu abzugeben.

Frage: Haben Sie von diesem Verein schon mal gehört? Im Telefonbuch finde ich weder unter dem Namen noch unter der angebenen Unterzeichner "Schnittger" einen Eintrag.
Der Verein hat kein TEl. kein Fax, trägt kein e.V., hat keine U-Steuer-ID und keine Bankverbindung auf dem Briefkopf.
Ist das noch seriös und muß ich auf Gebührenforderungen eingehen?


Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes:

1.
Es gibt einen Verein namens Fair-E-Com (ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für mehr Fairness im Internet e.V). Dieser Verein beschäftigt sich jedoch vorwiegend mit Wettbewerbsverstößen der Unternehmen untereinander. Das es sich um gleichen Verein wie bei Ihnen handelt, bezweifele ich, da Sie angeben, dass jegliche Briefkopfinformen fehlen. Dieser vermeintliche Verein erscheint daher nicht seriös, vorallem wenn der Zusatz e.V., also eingetragener Verein fehlt. Ein eingetragener Verein ist zur Fürhung dieses Zusatzes verpflichtet, ebenso zur Angabe von Vereinsregisternummer, Adresse, Vorsitzenden.

2.
Der Verkäufer hat Anspruch auf eine der Wahrheit entsprechende Beurteilung. Solange Sie in Ihrer Bewertung keine Beleidungen verwenden, die nach Ihren Sachverhaltsangaben nicht geschehen sind, haben Sie strafrechtlich nichts zu befürchten.

Auf zivilrechtlichem Weg hat der Verkäufer Anspruch auf Unterlassung der schlechten Bewertung, wenn Ihre Bewertung nicht der Wahrheit entspricht. Theoretisch kann der Verkäufer Sie auf Unterlassung verklagen. Ob Ihre Bewertung der Wahrheit entspricht oder nicht, wird dann von einem Gericht entschieden. Als unsachlich erscheint Ihre Bewertung aber nicht. Die schlechte und wohlmöglich überteuerte Verpackung kann durchaus die schlechte Bewertung rechtfertigen. Die Beweislast, dass Ihre Bewertung nicht der Wahrheit entspricht, liegt übrigens beim Verkäufer. Die vermeintliche Schadensersatzforderung empfehle ich Ihnen abzulehnen. Der Verkäufer müsste schon nachweisen, dass ihm durch die schlechte Bewertung tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Das wird ihm wohl kaum gelingen. Weitere Voraussetzung ist, dass Ihre schlechte Bewertung nicht gerechtfertigt ist.

Ich hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

C. Richter
Rechtsanwältin

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