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Verkäufer läßt 2 mal den Verkauf wegen zu hoher Forderung platzen

16.03.2020 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Bezieht sich der Maklervertrag darauf, dass lediglich eine Kaufgelegenheit nachgewiesen werden muss, kann die Provision bereits verlangt werden, ohne dass ein Vertragsschluss zustande kommt. Etwas anderes ist der Fall, wenn die Vermittlung des Geschäfts geschuldet ist.

Es wurde ein Maklerauftrag erteilt. Es wurde das Haus eingewertet und ein Mindestverkaufspreis von 550.000,- € unterschrieben. Angebot im Internet von 649.000,- €.

1) Angebot eines Käufers von 630.000,- € - Verkäufer passte die Käuferin nicht (Ärztin)

2) Angebot mit absoluter Kaufabsicht bei 640.000,- €. Die Ehefrau des Verkäufers bestand auf 649.000,- €. Der Kauf kam dadurch nicht zustande, obwohl die Preise am oberen Limit geboten wurden.

Habe ich eine Möglichkeit die Maklercourtage gegen den Verkäufer durchzusetzen?

16.03.2020 | 13:14

Antwort

von


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42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Es kommt letztlich darauf an, was genau Inhalt des geschlossenen Maklervertrages ist. So lange sie lediglich die Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages nachweisen müssen, können Sie in der Tat die vereinbarte Courtage verlangen, da Sie nach Ihrer Mitteilung zwei kaufwillige Interessenten vorstellen konnten. Etwas anderes ist der Fall, wenn Sie die Courtage nur dann verlangen können, wenn Sie den Vertrag vermittelt haben. In diesem Fall kommt es darauf an, dass der Vertrag tatsächlich zustande kommt. Aus welchen Gründen dann dies nicht geschieht, wäre unerheblich.

Es bestünde in diesem Fall aber die Möglichkeit, Aufwendungsersatz nach § 652 Abs. 2 BGB zu verlangen. So könnten sie jedenfalls die Kosten für die Erstellung des Exposees sowie Inserate ersetzt verlangen. Dies ist zum einen möglich, wenn es ausdrücklich im Maklervertrag vereinbart ist, zum anderen könnte man auch hier versuchen mit dem Gesichtspunkt des Schadenersatzes zu argumentieren aufgrund der zweimaligen Abstandname von den angebotenen Kaufverträgen. Ich weise aber darauf hin, dass dies mit einem gewissen Risiko verbunden ist. In der Rechtsprechung findet man eher Fälle, in denen der Verkäufer selbst einen Kaufvertrag geschlossen hat oder aber von der Kaufabsicht Abstand genommen hat, ohne dem Makler Bescheid zu sagen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

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