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Verkäufer erklärt unmittelbar nach Auktionsende Vertrag für ungültig

30.01.2012 10:57 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Ich wende mich mit folgender Anfrage an Sie:

Ich habe im Auktionshaus "eBay" vor etwa zwei Wochen als Höchstbieter ein gebrauchtes Notebook ersteigert.
Nachdem ich mit dem Verkäufer nach Auktionsende Kontakt aufnahm um als Gewinner der Auktion mit dem Vertragspartner die Abwicklungsmodalitäten zu klären, wie es auch üblich ist, beschimpfte mich der Verkäufer in dessen umgehend erfolgter Rückantwort und teilte mir mit, dass er "den Vertrag für ungültig erkläre und er mich nicht als dessen Vertragspartner ansehe"....
Nachdem ich zu meinem Erstaunen kurz daraufhin ersehen konnte, dass der Verkäufer das Notebook bei "eBay" eine Stunde später erneut zum Verkauf eingestellt hat, obwohl dieses doch soeben im Rahmes eines rechtsgültigen Kaufvertrages an mich verkauft wurde habe ich diesem eine weitere Mitteilung gesendet und angefragt was das denn zu bedeuten habe, dass sich mein soeben ersteigertes Notebook jetzt erneut zum Verkauf eingestellt vorfindet.
Daraufhin erklärte mir der Verkäufer abermals, dass er mich nicht als Vertragspartner ansieht und er mit seinem Notebook, so wörtlich, "machen könne was er wolle"....
Desweiteren teilte mir der Verkäufer mit, dass er sich jegliche weitere Kontaktaufnahme meinerseits verbitten würde in dessen Zusammenhang er mir "andernfalls rechtliche Schritte" einzuleiten androhte...

Ich war den Rest des Abends über sprachlos und begriff die vorliegenden Geschehnisse zunächst nicht.
Im weiteren Ablauf, nach einer aufgrund der Vorgehensweise von mir zu der vorliegenden Transaktion abgegebenen Bewertung wurde mir nach deren im Bewertungsprofil abgegebenen Beantwortung klar, dass dem Verkäufer allen Anschein nach der Verkaufserlös zu gering erscheinen musste, welcher auch zugegebenermassen ein wenig niedriger war, als er bei diesem Notebook-Modell eigentlich üblich ist.
Zu dieser Annahme gelangte ich als ich in der im Bewertungsprofil abgegebenen Beantwortung folgenden Text seitens des Verkäufers vorfand, der mich erneut umwarf.
Dieser beinhaltete, dass ich "lügen und betrügen würde"....

Nachdem ich endültig erkennen musste, dass der Verkäufer tatsächlich nicht willens ist seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen und mir das besagte Notebook im Rahmen eines Verkaufes vertragskonform zu übereignen habe ich mir nun - da ich dies aus beruflichen Gründen kurzfristig dringlich benötigte - ein neues Notebook des gleichen Modells zugelegt.

Bezüglich dieser Abhandlungen und da ich der Überzeugung bin, dass der Verkäufer nachweislich vertragswidrig gehandelt hat wollte ich anfragen, ob mir in diesem Fall nicht eine Art des Schadensersatzanspruches zusteht, da dieser doch zum Einen einen Vertragsbruch begangen hat und ich mir zudem, aufgrund dessen abgehaltenen Vorgehensweise ein alternatives Notebook zulegen musste, welches aufgrund der notwendigen Beschaffungsschnelligkeit weitaus teurer als geplant war.
Die betreffende Auktion lief insgesamt 5 Tage und ich hatte diesen Artikel ab dem zweiten Tag ins Auge gefasst mit dem Ziel diesen zu ersteigern, an dessen Ende oben beschriebenes Ereignis stand.
ABschliessend möchte ich noch bemerken, dass der nach Auktionsende abgehaltene eMail-Verkehr sowie die Auktionsnummer, welche ich unten angefügt habe, vollständig vorliegen.

Meine Frage lautet nun:

Wie stehen meine Chancen, dass mir in diesem vorliegenden, meines Erachtens eigentlich eindeutigen Sachverhalt gerichtlich ein Schadensersatzanspruch erstellt wird in dessen Zusammenhang ich ggfs. zur Durchsetzung meiner rechtlichen Interessen anwaltliche Hilfe benötigen würde.

Für Ihre Beantwortung meiner Frage bedanke ich mich im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nach Ihrer Schilderung hat der Verkäufer eindeutig mitgeteilt, dass er die Ware nicht an Sie herausgeben wird. Sie können bei dieser Sachlage vom Kaufvertrag zurücktreten und im Weiteren Schadensersatz wegen Nichterfüllung geltend machen.

Der Schadensersatz kann in Höhe des Betrages verlangt werden, der dem Verkehrswert des ersteigerten Notebooks entspricht. Davon abgezogen werden muss der von Ihnen zu zahlende Kaufpreis. Die Differenz hat der Verkäufer Ihnen zu zahlen, wenn nicht ein grobes Missverhältnis vorliegt, dass die Durchsetzung des Schnäppchens rechtsmißbräuchlich erscheinen lässt. Anhaltspunkte für eine Mißbräuchlichkeit sind anhand Ihrer Schilderung und der Auktion derzeit nicht zu erkennen.

Eine Berechnung des Schadensersatzes anhand des neu erworbenen Notebooks als Deckungskauf sehe ich hingegen als schwierig an. Ein Deckungskauf muss angemessen sein. Der Käufer hat seiner Schadensminderungspficht zu genügen. Es wird in Ihrem Fall zu berücksichtigen sein, dass Sie nun ein neues Notebook anstatt eines gebrauchten Gerätes haben. Aller Voraussicht nach wird auch insoweit eine Reduzierung auf den Verkehrswert des ersteigerten Gerätes vorzunehmen sein. Das Risiko eines zu hohen Deckungskaufes liegt beim Käufer.

Sollten Sie weitere Unterstützung bei der Abwicklung benötigen, stehe ich Ihnen zu einer weitergehenden Beauftragung zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht Peter-Thomas Götz, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2012 | 14:19

Vielen Dank für die schnelle und kompetente Beantwortung meiner Frage.

Der Verkäufer wirft mir vor in der Auktion eine Manipulation abgehalten zu haben, wobei dessen Anschuldigung völlig hanebüchen ist.
Es ist anhand der Gebotsübersicht in der Auktion zwar zu erkennen, dass ein Bieter eine Stunde vor Auktionsende sein Gebot abgegeben und kurz vor Auktionsende wieder zurückgezogen hat.
Dies hat allerdings mit Sicherheit nicht mit mir zu tun und der Verkäufer stellt hierbei eine Theorie/Anschuldigung auf welche in keinster Weise den Tatsachen entspricht.
Auf diese Möglichkeit bin ich im Nachhinein bei genauerer Betrachtung der Gebotsübersicht gestossen und gehe lediglich in der Annahme, dass dies die Ursache sein könnte worauf der Verkäufer seine Anschuldigungen stützt.
Ausser den allgemeinen von sich gegebenen Anschuldigungen hat dieser sich nämlich nicht konkret dazu geäussert auf was genau er seine Anschuldigungen stützt...
Falls diese Theorie den Grund für sein Handeln darstellt, so ist es dann in diesem Falle möglich, dass ich bei "eBay" den Namen dieses account-Inhabers in so einem Fall in Erfahrung bringen kann bzw. von eBay erhalte um die Anschuldigungen des Verkäufers zu widerlegen bzw. bin ich überhaupt in der Beweispflicht darzulegen nichts mit dem anderen Bieter gemein zu haben wie der Verkäufer es unterstellt ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2012 | 08:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Beweislast für die behaupteten Manipulationen liegt beim Verkäufer. Dieser müsste unter Beweis stellen, dass Sie für das zurückgezogene Gebot verantwortlich gewesen sein sollen.

Eine Anfrage zum Account eines Dritten wird in diesem Fall Ihnen gegenüber aus Datenschutzgründen nicht beantwortet werden. Es wäre aber auch Aufgabe des Verkäufers, diesen Zusammenhang zu belegen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter-Thomas Götz
Rechtsanwalt

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