Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.757
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verjährungsverzicht für Regressforderung (Gebäudeversicherung)

26.08.2018 10:36 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


10:53

Zusammenfassung: Bei einem Regress des Gebäudeversicherers des Geschädigten gegenüber dem Schädiger ist, wenn die Verjährung der Ansprüche droht, diese dem Grunde nach aber bestehen, eine Feststellungsklage möglich

Hallo,

ich möchte Ihnen kurz den Sachverhalt schildern, damit Sie die Hintergründe verstehen.

Im März 2015 hatten wir leider einen Hausbrand. Dabei handelte es sich um ein Mehrfamilienhaus. Das Feuer hat sich leider zum Teil auf das Nachbargebäude übertragen, so dass das Dach und Teile des Dachstuhls mit betroffen worden sind/waren.

Die Mieter des Nachbargebäudes mussten ausziehen. Die Wohnung ist bis heute nicht bewohnt.
Wir haben im Zuge unserer Brandsarnierung Teile des Daches des Nachbargebäudes mit repariert, um weiteren Schaden (eindringende Feuchtigkeit durch Regen) zu verhindern. Da sich bereits eine Art Pilz dadurch bei uns gebildet hat. Es ist also durch Inaktivität seitens des Nachbarn bei uns ebenfalls ein Schaden aufgetreten.

Die Eigentümer (3 Eigentumswohnungen) des Nachbargebäudes konnten sich anscheinend noch nicht wirklich mit der Versicherung (Gebäudeversicherung) einigen. Auch untereinander haben die Eigentümer Streit. Der Eigentümer der betroffenen Dachgeschosswohnung will, laut hören und sagen ein komplett neues Dach durchgesetzt bekommen, während die anderen Eigentümer verständlicherweise, nur den Bestand wiederhergestellt haben wollen. Also den Teil, den die Versicherung bereits ist zu zahlen.

Nichts desto trotz kam die Anwaltskanzlei der Versicherung zwischendurch mit einer pauschalen Forderung von ca. 50.000€. Ohne auch nur ein Gutachten oder Beweise für deren Schaden vorzulegen. Wir lehnten das auch mit dieser Begründung ab. Wir sind natürlich bereit für Schäden, die durch uns entstanden sind, aufzukommen. Aber nur für die, die gutachterlich auch nachgewiesen werden können. Da die Wohnung bis heute nicht bewohnt ist, demzufolge auch nicht gelüftet oder ordentlich geheizt worden ist, wissen wir auch nicht, welche weiteren Schäden durch die Inaktivität der Nachbarn selbst entstanden sind. Genau das sollte die Versicherung auch für uns aufschlüsseln. Ist bis heute nicht passiert. Stattdessen rückt die Verjährungsfrist näher (31.12.2019) und die Versicherung sowie die Versicherungsnehmer (Nachbarn) scheinen sich bis heute nicht geeinigt zu haben. Es kam nun ein Brief der Anwaltskanzlei herein, mit der Bitte um Verzicht auf Verjährung.

Ich zitiere kurz das Schreiben der Anwaltskanzlei:

„Da der Schadenfall noch nicht abschließend reguliert werden konnte, kann von Seiten unserer Mandantin (Versicherung) noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen werden, in welcher Höhe eine Regressforderung gegenüber der Erbengemeinschaft besteht und ob es möglich ist sich vergleichsweise zu einigen.

Um in der Sache daher keinen weiteren Druck zu erzeugen und um für alle Beteiligten ein zeit- und kostenintensives gerichtliches Verfahren zu vermeiden, bitten wir Sie, dass alle Beteiligten der Erbengemeinschaft XXXX auf die Einrede der Verjährung bis zum 31.12.2019 verzichten.

Der entsprechenden Erklärung aller Beteiligten der Erbengemeinschaft sehen wir entgegen bis zum 11.09.2018."

Wir wollen natürlich auf nichts verzichten. Wir haben uns bisher auch nicht verweigert. Anstandslos sind wir für die Kosten der Hausratsversicherung der Familie aufgekommen. Hier wurde alles von der Versicherung aufgeschlüsselt. Wir wollen natürlich nicht für etwas bezahlen, dass wir vielleicht gar nicht verursacht haben.

Die Frage ist nun, wie wir uns verhalten sollen?

Sind wir gezwungen auf den Brief zu antworten?
Wir können nichts dafür, dass die Gegenpartei es nicht innerhalb von 3 Jahren geschafft, den Sachverhalt ordentlich klären.

Wie könnte eine mögliche Klageschrift aussehen? Wir haben uns ja nicht verweigert, sondern wollten lediglich die Dinge aufgeschlüsselt haben?

Ich danke Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen
26.08.2018 | 11:59

Antwort

von


(274)
Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: http://www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ersichtlich steht aufgrund der Aufkündigung des Regressverzichtsabkommen zu dem Grunde nach eine Forderung gegen sie beziehungsweise letztendlich gegen ihrem Gebäudeversicherer im Raum. Aufgrund des Schadenfalles im Jahr 2015 würde die Forderung Ende 2018 verjähren.Da der Gegenseite aber eine Leistungsklage mangels möglicher Bezifferung noch nicht möglich ist, würde sodann nur eine Feststellungsklage zum jetzigen Zeitpunkt Erfolg versprechen, da diese nach ihren eigenen Darlegungen wohl begründet wäre. Und diese zu vermeiden, müssen Sie in der Tat auf die Einrede der Verjährung verzichten. Letztenendes würde dies nichts daran ändern, dass Sie später noch die geltendgemachten Schäden der Höhe nach gerichtlich klären lassen könnten.

Ich empfehle dringend, sich hier mit ihrem Gebäudeversicherer abzustimmen und das weitere Vorgehen beziehungsweise den Fall insgesamt anwaltlich betreuen zu lassen. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung ist deine umfassende Klärung im Rahmen dieses Forums nicht möglich.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 26.08.2018 | 13:13

Hallo,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Leider habe ich versehentlich eine entscheidende Information vergessen zu erwähnen:

Zum Zeitpunkt des Brandereignisses hatte mein Vater, welcher Eigentümer des Hauses war, keine gültige Gebäudeversicherung abgeschlossen, sodass die Gebäudeversicherung des Nachbarhauses direkt an uns, die Erbengemeinschaft herangetreten ist. Unser Vater ist bei dem Hausbrand ums Leben gekommen. Wir haben auch schon für die Reparatur des Nachbardaches viel Geld in die Hand genommen. Das müsste auch gegengerechnet werden.

Wir möchten jetzt nur von Ihnen wissen, was für uns der bessere Fall ist.

1. Wenn wir auf die Einrede der Verjährung verzichten, bedeutet es ja, dass die Ansprüche der Nachbarversicherung zum 31.12.2018 nicht verjähren. Wir sparen zwar mögliche Prozesskosten des Feststellungsklageverfahren, müssen aber wahrscheinlich auf Jahre warten, bis die Gegenseite zur Potte kommt. Nach drei Jahren unendlichen Ärgers, möchten wir uns nicht noch weiter in der Zukunft mit diesen Dingen auseinandersetzen müssen. Die Verjährung gem. BGB schützt uns ja auch genau vor diesem Aspekt.
Jedoch was passiert bei einem Feststellungsklageverfahren? Wer kommt für die Kosten auf? Was ist passiert bei einem Feststellungsverfahren überhaupt? Zwingt es die Gegenpartei zu handeln und wir dürfen dafür im Zweifel noch zahlen? Wir haben unsere Bereitschaft der Schadenbegleichung bekundet, möchten doch nur aufgeschlüsselt bekommen, wofür wir eigentlich zahlen müssen, was ja nur fair ist. Wir verstehen nicht, dass die Versicherung der Gegenseite nach drei Jahren immer noch kein Ergebnis vortragen kann und jetzt sollen wir auf unseren Anspruch der Verjährung verzichten.

2. Inwieweit benachteiligen wir uns selbst, wenn wir dem Verzicht zustimmen?
Ist das vielleicht doch der bessere Weg?

Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie uns eine Empfehlung aussprechen könnten.

Danke und Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2018 | 10:53

Guten Morgen!

Danke für Ihre Nachfrage. Das mit der Versicherung hatte ich bereits gefürchtet. Selbstverständlich haben Sie alles getan, um die Schadenfeststellung zu ermöglichen. Gleichwohl ist es natürlich so, dass es bei Ursachenforschung bei Brandschäden und den exakten Haftungssummen etc. recht lange dauern kann. Und man kann eben nicht unbeziffert zur Leistung auffordern. Daher ist der Verjährungsverzicht ein Mittel dem Umstand Rechnung zu tragen. Ich kann von hier nicht beurteilen, ob die Feststellungen ein Zuwarten rechtfertigen. Zweifel dürfen natürlich angebracht sein.

Gleichwohl riskieren Sie eben ohne den Verzicht dann die genannte Feststellungsklage, die angesichts der Schadenssumme durchaus nicht unerhebliche Kosten produzieren würde. Diese Kosten würden Sie, soweit die Verzögerungen nicht unbegründet sind, mangels Verzicht der Verjährung auch (bei ja relativ unstreitiger Haftung dem Grunde nach) dann zu tragen haben.

Der Nachteil beim Verzicht wäre dass dann eben die Verjährung in jedem Falle wieder später eintritt. Da verstehe ich Ihre Sorgen absolut.

Neben dieser ersten Orientierung rate ich dringend, den Fall genauestens prüfen zu lassen. Dazu sollte die Korrespondenz seit Schadenbeginn geprüft werden. Gerne stehe ich dafür zur Verfügung. Ich habe Ihre Email bereits beantwortet.

Neu

Darf's noch eine Frage mehr sein?

Viele oder regelmäßige Fragen? Mit der Frag-einen-Anwalt.de Flatrate unbegrenzt Fragen stellen.
Sie haben ein Problem, von dem Sie wissen, dass noch mehr Fragen kommen? Sie sind Handwerker, Arzt, Freiberufler oder Gründer? Dann sollten Sie sich das mal näher anschauen.
Details anschauen
ANTWORT VON

(274)

Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: http://www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64106 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt war sehr Kompetent! Er hat mir sehr geholfen. Ich kann ihn nur weiter empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles war für mich in Ordnung. Schnell und in einer verständlichen Ausdrucksart. Super - so soll es sein. Danke ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich beantwortet und es wurde eine neue Möglichkeit aufgezeigt, diesen "Fall" evtl zu lösen. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER