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Verjährungsfristen bei schwerer Raub als Jugendlicher

04.04.2013 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Verfolgungsverjährung schwerer Raub bei jugendlichen Tätern

hallo.
ich hätte eine frage bezüglich von verjährung bei bewafnetem raub überfall.
ein guter freund von mir hatt ziehmlich genau vor acht jahren mit einem kommplietzen einen bewafneten raubüberfall in einem fastfood geschäft begangen.
die bewafnung bestand aus einer schreckschusspitole und einem messer.
die beute waren etwa 4000 euro aus einem tresor.
beide täter waren maskiert und hatten handschuhe an.
einer der beiden hatte eine der dort arbeitenden frau ziemlich grob zu boden gedrückt.
die täter waren zwischen 17 u. 19 jahre alt.
was erwartet die täter im besten u.schlimmsten fall???

04.04.2013 | 19:52

Antwort

von


(143)
Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung gehe ich davon aus, dass sich Ihre Verjährungsfrage auf die sog. Verfolgungsverjährung bezieht - also wie lange eine derartige Tat verfolgt werden darf.

Gem. § 4 JGG richtet sich die Verjährung auch von Taten Jugendlicher nach dem allgemeinen Strafrecht.

Weiter bestimmt der § 250 StGB :
Absatz 1:
Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn
1. der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
b) sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
c) eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt oder
2. der Täter den Raub als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begeht.
Absatz 2:
Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet,
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 eine Waffe bei sich führt oder
3. eine andere Person
a) bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.
Absatz 3:
In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Bei dem von Ihnen geschilderten Delikt handelt es sich um einen schweren Raub. Raub und schwerer Raub verjähren nach zwanzig Jahren (§ 78 III Nr. 2 StGB ). Die Verjährung beginnt bereits mit der Beendigung der Tat, wird aber durch zahlreiche Handlungen unterbrochen, z.B. durch den Erlass eines Haftbefehls oder durch die Eröffnung des Hauptverfahrens.

Eine Verfolgunsverjährung liegt demanch nicht vor.

Hinsichtlich Ihrer Frage was die Täter erwartet:

Beim 17 Jährigen muss Jugenstrafrecht angwendet werden. Dieses kennt Erziehungsmaßregeln, Zuchtmitteln sowie die Jugendstrafe.
Die Jugendstrafe kommt als ultima ration nur dann in Betracht, wenn der Richter auf schädliche Neigungen des Jugendlichen oder aber auf Schwere der Schuld erkennt. Die Voraussetzung des schädlichen Neigungen wird nur selten anerkannt. Hierbei müssen Sozialisationsmängel im Täter hervortreten, die befürchten lassen, dass der Täter weitere schwere Straftaten begehen wird. Inwieweit dies vorliegend der Fall ist, kann ohne Kenntnis der Täterpersönlichkeit nicht beurteilt werden.
Möglich erscheint die Annahme der Schwere der Schuld. Hierbei kommt es auf die genaue Tatbegehung, den Taterfolg und die Motive des Täters an. Insoweit muss klar gesagt werden, dass Ihr Sohn mit den Taten erhebliche kriminelle Energie gezeigt hat. Es erscheint damit als möglich, dass eine Jugendstrafe ausgeurteilt wird. §18 JGG sieht hierbei ein Mindestmaß von 6 Monaten und ein Höchstmaß von 5 Jahren vor.

Beim 19 Jährigen Täter müsste geklärt werden,ob zur Tatzeit die Voraussetzungen des § 105 JGG vorlagen. Kurz erläutert, es müsste geklärt werden, ob "die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, daß er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand".

Wird diese Frage positiv beantwortet, gelten hinsichtlich des zu erwartenden Starfmaßes meinen Ausführungen welche ich bereits hinsichtlich des 17 jährigen Täters getroffen habe.

Wird diese Frage negativ beantwortet greift das Erwachsenenstrafrecht. Dann würde eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren bis lebenslang drohen.

Ich kann Ihrem Freund nur dringend raten, sich im Falle einer drohenden Konfrontation mit der Staatsanwaltschaft sofortige professionelle Hilfe durch einen Anwalt zu holen, der auf dem Gebiet des Strafrechts auch tätig ist.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Gern dürfen Sie sich zur weiteren Bearbeitung dieser Angelegenheit auch an unsere Kanzlei unter den angegebenen Kontaktdaten wenden.

Mit freundlichen Grüßen
-Philipp Wendel-
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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