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Verjährungsfristen bei Familienangehörigen

| 12.06.2018 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Hallo,

der Ehemann meiner verstorbenen Mutter, hatte mir ihren Schmuck unterschlagen. Dieser wurde jedoch in einem Gold An- und Verkauf entdeckt, per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt woraufhin ich mir diesen dann dort abholen konnte. ( ich bin per notariellem Testament Alleinerbin) Das ganze geschah im Okt. 2016.

Die Verjährungsfrist bei Unterschlagung beträgt 3 Jahre.
Nun meine Frage, gibt es eine Fristverkürzung weil das Delikt von dem Ehemann meiner Mutter begangen wurde (Stichwort: Famielenangehöriger) ?

Es existiert keine anerkannte Vaterschaft o.ä. Ich war bei der Eheschließung bereits Erwachsen.
Vielen Dank für Ihre Antwort

12.06.2018 | 16:26

Antwort

von


(143)
Von-Groote-Str. 44
50968 Köln
Tel: 0221 44900095
Web: https://roger-neumann.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es gibt keine Verkürzung der Verjährungsfrist mit Rücksicht auf Verwandtschaftsverhältnisse.

Von der Frage der Verjährung zu unterscheiden die Frage, ob es sich um einen Offizial- oder ein Antragsdelikt handelt. Offizialdelikte sind von Amts wegen zu verfolgen, Antragsdelikte dagegen nur wenn ein Strafantrag gestellt wird. Die Frist zur Stellung des Strafantrags beträgt drei Monate, § 77b StGB: Antragsfrist . In diesem Zusammenhang kann die Frage ob es sich um einen Angehörigen handelt, eine Rolle spielen.

„Normale Unterschlagung" ist ein Offizialdelikt. Hingegen ist nach § 247 StGB: Haus- und Familiendiebstahl die Unterschlagung durch einen Angehörigen, einen Vormund oder Betreuer und durch eine Person, mit der das Opfer zur Zeit der Tat in häuslicher Gemeinschaft lebt ein Antragsdelikt.

Ebenfalls ein Antragsdelikt ist die Unterschlagung geringwertiger Sachen nach § 248a StGB: Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen . Die Grenze für die Geringwertigkeit liegt der aktuelle bei 50-70 €. Ich unterstelle, dass der Schmuck wertvoller war.

Was ein Angehöriger ist, ist in § elf Abs. 1 Nummer eins definiert. Stiefkinder und Stiefeltern gehören nicht dazu. Ein Antragsdelikt liegt also nur vor, wenn sie zur Zeit der dem Ehemann ihrer Mutter in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben.

In diesem Fall Frist zur Stellung eines Strafantrags bereits abgelaufen. Dann wurde die TAZ nicht mehr verfolgt. Anderenfalls liegt so ein Offizialdelikt vor, dass von Amts wegen zu verfolgen ist. In dem Fall können Sie eine Strafanzeige stellen. Für eine Strafanzeige gibt es anders als beim Strafantrag keine Frist. Dann können Sie also noch Strafanzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft stellen und diese wird die Tat dann verfolgen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

Ergänzung vom Anwalt 12.06.2018 | 16:32

Sehr geehrter Fragesteller, beim nochmaligen Durchlesen ist mir aufgefallen, dass die beiden letzten Absätze meiner Antwort noch überarbeitet werden mussten. Ich liefere Ihnen die überarbeitete Version hier nach:

Was ein Angehöriger ist, ist in § 11 StGB: Personen- und Sachbegriffe definiert. Stiefkinder und Stiefeltern gehören nicht dazu. Ein Antragsdelikt liegt also nur vor, wenn Sie zur Zeit der Tat mit dem Ehemann Ihrer Mutter in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben.

In diesem Fall wäre die Frist zur Stellung eines Strafantrags bereits abgelaufen. Dann würde die Tat nicht mehr verfolgt. Anderenfalls liegt ein Offizialdelikt vor, das von Amts wegen zu verfolgen ist. In dem Fall können Sie eine Strafanzeige stellen. Für eine Strafanzeige gibt es anders als beim Strafantrag keine Frist. Dann können Sie also noch Strafanzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft stellen und diese wird die Tat dann verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Roger Neumann

Bewertung des Fragestellers 14.06.2018 | 06:45

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