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Verjährung von privates Darlehen und Privatinsolvenz

| 22.04.2021 19:13 |
Preis: 59,00 € |

Kredite


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Privater Darlehensvertrag in der Insolvenz

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen Verwandten aus meiner engeren Familie in einer Notsituation Geld geliehen (3.000,00 Euro).
Um sicher zu sein, haben wir einen privaten Darlehensvertrag abgeschlossen, am 13.11.2019.

Wir haben Raten in Höhe von monatlich 200,00 Euro vereinbart. Bereits die erste Rate wurde nicht getilgt.
Im Darlehensvertrag haben wir das Recht auf außerordentliche Kündigung vereinbart, wenn er zwei aufeinander folgende fällige Raten im Rückstand ist.

Da wir Tilgungen vereinbart haben, ist wie ich bereits mich informieren konnte, besteht für jede Tilgungsrate eine Verjährungsdauer.
Die erste Rate wäre am 05.12.2019 fällig gewesen.
Heißt, die erste Rate wäre somit am 31.12.2019 plus 3 Jahre, sprich am 31.12.2022 verjährt.
Die zweite wäre am 05.01.2020, somit am 31.12.2020 plus 3 Jahre, sprich am 31.12.2023.

Nun kmme ich aber nicht weiter.
Ich habe nämlich erfahren, dass er ein Privatinsolvenzverfahren durchführen möchte.
Wenn ich an Privatinsolvenz denke, denke ich daran, dass ich mich beeilen muss und die Forderung, sprich die Darlehenssumme beanspruchen sollte. Sonst werde ich nicht viel davon sehen.

Aber, wenn ich nicht z. B. den Darlehensvertrag kündige, dann würde mein Geld auch nicht in die Insolvenzmasse gehen. Das heißt, eine Kündigung vor Insolvenzdatum würde für mich nachteilig sein.

Wie soll ich vorgehen? Er meinte im Übrigen auch, dass selbst wenn er in Privatinsolvenz gehen würde, das Darlehen er zurück zahlt, weil das privat ist und nicht dazu zählt. Sprich, er möchte am liebsten die Privatinsolvelnz nur auf Grundlage von nicht privaten Forderungen (z. B. gegenüber Ämtern usw.) begrenzen.

Im Übrigen habe ich auch gelesen, dass wenn er dieses Darlehen nicht angibt und danach es raus kommt, er wegen Betrug Probleme bekommen könnte. Das möchte ich gerne vermeiden. Ich möchte ihn ungerne noch mehr in Probleme bringen, als er bereits ist. Dennoch möchte ich mich absichern.

22.04.2021 | 23:10

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Das Darlehen ist von dem Darlehensnehmer im Insolvenzverfahren anzugeben, da er ansonsten die Erteilung der Restschuldbefreiung riskiert. Wenn der Schuldner das Darlehen nicht in dem Insolvenzverfahren angibt, nimmt dies gleichwohl an der Restschuldbefreiung teil.

2. D.h. wird das Insolvenzverfahren eröffnet, darf der Schuldner nicht einzelne Gläubiger bevorzugt bedienen. Die Einordnung der Forderung nach privat und nicht privat ist nicht zulässig.

3. Eine Kündigung des Darlehensvertrages hat keine Auswirkung auf die Einordnung als Insolvenzforderung. Wenn Sie das Darlehen kündigen geht es ebenso in das Insolvenzverfahren ein, wie wenn Sie dieses nicht kündigen.

4. Bestehen Sie daher auf die Rückzahlung der Darlehensraten, unabhängig ob der Schuldner vorhat ein Insolvenzantrag zu stellen. Wenn keine Zahlung erfolgt, sollten Sie den Darlehensanspruch gerichtlich durchsetzen. Hier bietet sich ein Mahn- und Vollstreckungsbescheid an, um die Forderung kostengünstig zu titulieren.
5. Im Ergebnis sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass der Schuldner das Darlehen während der Insolvenz zurückzahlt, gerade weil dies zur Versagung der Restschuldbefreiung führen kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 23.04.2021 | 08:42

Zu Ihrem ersten Punkt hätte ich dann doch noch eine Nachfrage:
Wenn ich "still" bin und mein Geld nicht fordere, dann kann ja passieren, dass es verjährt, oder? Und er dann das Geld nicht zurück bezahlen muss. Hier geht es also darum, dass ich mich "melden" muss um nicht die Verjährung zu riskieren.
Wenn ich mich aber "melde" und er hat das nicht angegeben, riskiert er die Restschuldbefreiung. Ab welchen Zeitpunkt riskiert er denn die Restschuldbefreiung?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.04.2021 | 09:52

Vielen Dank für die Rückmeldung.

In der Tat droht eine Verjährung, wenn SIe die Forderung nicht gerichtlich gelgtend machen oder zur Insolvenztabelle anmelden. Auch die Feststellung der Forderung zur Insolvenztabelle verlängert die Verjährungsfrist auf 30 Jahre.

Die Anmeldung der Forderung muss bis zum Schlusstermin erfolgen, d.h. in der Regel innerhalb eines Jahres nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Wenn der Schuldner "vergisst" die Forderung im Insolvenzverfahren anzugeben, bedeutet dies nicht zwingend die Versagung der Restschuldbefreiung. Vielmehr hat eine Zahlung der Darlehensraten an Sie in der Zeit des Insolvenzverfahrens die Versagung der Restschuldbefreiung zur Folge, da der Schuldner einen Gläubiger bevorzugt.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen weiter.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.04.2021 | 10:16

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